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Von rechts kommt die Ottobrunner Straße, die bisher am Schrebergarten endet. Sie soll künftig durch das Gelände führen und direkt in die Münchner Straße münden.

Anbindung an neues Wohngebiet

Ein Kreisel mit Ecken und Kanten

Ein Kreisverkehr am Ortseingang soll den Verkehr, der von der Rosenheimer Landstraße in Richtung Höhenkirchen-Siegertsbrunn unterwegs ist, in Zukunft herunterbremsen. Zustimmung haben jetzt die meisten Mitglieder im Bauausschuss signalisiert. Vor einer endgültigen Entscheidung soll Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) aber erst mit dem Eigentümer verhandeln, dessen Grund man für den Kreisel bräuchte.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn– Die Gemeinde will auf dem Schrebergartengelände, das an den Sportplatz angrenzt und zwischen Münchner Straße und Sportplatzstraße liegt, bezahlbaren Wohnraum schaffen (wir berichteten). Dafür muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Im Vorfeld sollten sich die Gemeinderatsmitglieder nun Gedanken machen, wie die Straßen- und Wegeführung in diesem Bereich aussehen soll.

Dazu stellte Gregor Schober vom Ingenieurbüro „Scherer und Kurz“ in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mehrere Varianten vor. Auf einen zentralen Punkt hatten sich die Gemeinderatsmitglieder bereits früher verständigt: Die Ottobrunner Straße, die bisher am Schrebergartengelände endet, soll geradeaus fortgeführt werden und damit direkt in die Münchner Straße einmünden. In der Sitzung ging es deshalb vor allem darum, wie der Kreuzungsbereich aussehen könnte.

Schober stellte drei Varianten vor: Bei der ersten entsteht ein normaler Kreuzungsbereich. Auf der Ottobrunner Straße soll eine Linksabbiegerspur entstehen. Bei dieser Variante wäre später auch der Umbau zu einem Kreisverkehr möglich. Bei den beiden anderen Varianten wird der Kreisel sofort gebaut – in einem Fall mittig zum Straßenverlauf der Münchner Straße, im anderen Fall wäre der Kreisel etwas in Richtung Schrebergartengelände versetzt.

Flächenkauf wäre teuerste Variante

Einer der Vorteile, wenn der Kreisverkehr mittig entsteht, ist laut Schober, dass die Autofahrer die Mittelinsel des Kreisels bereits von Weitem gut erkennen. Der Nachteil: Man bräuchte mehr Fläche westlich der Münchner Straße. Und der Grund gehört nicht der Gemeinde, sondern einem Landwirt, genauer gesagt Kreisrat Anton Stürzer junior (CSU). Das heißt, die Gemeinde müsste von diesem Grund erwerben. Ein Umstand, der bei Rathauschefin Mayer sichtlich wenig Begeisterung auslöste. „Das wäre die teuerste Variante für die Gemeinde“, warnte sie. Beim in Richtung Schrebergartengelände verschwenkten Kreisel wird laut Schober wiederum mehr ins Grundstück der Gemeinde eingegriffen. Das könnte die Nutzungsmöglichkeiten einschränken.

Mehr Verkehr auf Ottobrunner Straße

Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) warb auf alle Fälle für eine Kreisel-Lösung. Dadurch könnten die Autofahrer auf der Ottobrunner Straße besser in die Münchner Straße einfädeln. Mayer bezweifelte dies: „Schließlich haben die Autos im Kreisverkehr Vorfahrt.“ Aber es würde langsamer gefahren und damit gebe es bessere Möglichkeiten, einzufahren, erwiderte Konwitschny. Für sie macht es auch keinen Sinn, erst die Variante mit Linksabbiegerspur zu bauen und erst später einen Kreisel: „Wir haben nicht so viel Geld, dass wir alle zehn Jahre die Kreuzung neugestalten können.“

Auch Manfred Eberhard (UB) sprach sich für einen sofortigen Kreisel-Bau aus, und zwar den mittigen. Ein Kreisverkehr habe im Gegensatz zur normalen Kreuzung keinen Querungsverkehr. Und selbst mit der geplanten Linksabbiegerspur sei die Unfallgefahr seiner Meinung nach durch Querungsverkehr nicht beseitigt.

Er mahnte zudem an, zukunftsgerichtet zu bauen, und spielte damit auf den Umstand an, dass der Ottobrunner Straße einmal deutlich mehr Bedeutung zukommen könnte, wenn die bisher noch getrennten Teilstücke der Straße irgendwann verbunden werden. Denn dann gebe es eine schnelle Verbindung in den Osten des Ortes, zum Beispiel zur Siedlung am Mitterfeld und zu Flächen, auf denen möglicherweise einmal Gewerbe angesiedelt werden soll. Er erwartet auf jeden Fall in absehbarer Zeit mehr Verkehr auf der Ottobrunner Straße.

Bürgermeisterin Mayer muss nun das Gespräch mit ihrem Parteifreund Stürzer suchen. Womöglich keine leichte Angelegenheit: Wie aus dem Umfeld des Gemeindersates zu höhen ist, ist das Verhältnis zwischen der Rathauschefin und dem Landwirt nicht das beste.

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