Neue Regelung bei Beerdigungen

Angehörigen dürfen Bestatter aussuchen

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Angehörige von Verstorbenen sollen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn künftig frei wählen dürfen, welchen Bestatter sie für das Begräbnis engagieren möchten. Bislang waren Hinterbliebene an den Vertragsbestatter der Gemeinde gebunden.

Der Vertrag mit dem Unternehmen, das im Landkreis dominant vertreten ist, ist laut Gemeinderat Hans Loidl (CSU) Ende 2011 ausgelaufen, verlängert wurde er nicht. Das Bestattungsunternehmen betreut Beerdigungen auf den Gemeindefriedhöfen ohne vertragliche Grundlage dennoch weiter. Dass der Gemeinderat jetzt mit 15:8 Stimmen entschieden hat, dass Hinterbliebene einen Bestatter selbst wählen können, liegt nicht nur am vertraglichen Niemandsland. „Die Beerdigungen liefen zum Teil würdelos ab“, sagt Loidl, der oft auf Beerdigungen muss und die Arbeit der Bestatter seit Jahren beäugt. „Wenn weiße Handschuhe bei der Beerdigung dreckig sind und Mitarbeiter am Grab ratschen, dann ist das unwürdig“, sagt Loidl. Er steht mit seiner Meinung nicht alleine da: „Viele Bürger haben sich auf Beerdigungen über die Arbeitsweise des Bestatters immer wieder geärgert“, sagt Loidl. In den kommenden drei Jahren haben Hinterbliebene nun die Möglichkeit, ein Institut ihrer Wahl zu kontaktieren. „Einen Versuch ist das auf jeden Fall wert“, so Loidl weiter. Die zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) schlug dem Gemeinderat vor, die Arbeit rund um eine Beerdigung auf zwei Unternehmen aufzuteilen. Eines könnte rein für das Ausheben und Schließen eines Grabes engagiert werden, und für alle Arbeiten, „die nicht sichtbar sind“, könnte ein Vertragsbestatter verpflichtet werden. Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) befürchtete, dass „Kuddelmuddel“ entstehe, wenn zwei verschiedene Bestatter am Werke seien, und Loidl hielt den Vorschlag für „schwachsinnig“. Entscheidend sei, „dass trauernde Angehörige einen Ansprechpartner haben, der von A bis Z zuständig und somit verantwortlich ist“. Auch Thomas Kaiser (SPD) plädierte dafür, „einen verlässlichen Partner“ an der Hand zu haben, „der Überblick hat“. Der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn sträubte sich auch deshalb dagegen, sich auf weitere Jahre vertraglich an ein Unternehmen zu binden, weil die Gemeinde die Tätigkeiten dann öffentlich ausschreiben und den wirtschaftlich günstigsten Anbieter nehmen müsste. Norbert Mayer (Unabhängige Bürger) drückte seine Sorge dabei ohne Umschweife aus: „Der Billigste arbeitet auch billig.“ Und dann würde das Unzufriedenheitskarussell weiterfahren. Veronika Jordan

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