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Hinter diesem Gebäude auf dem verlassenen Ruf-Gelände wurde das Mädchen vergewaltigt.

16-Jährige mehrfach in Höhenkirchen-Siegertsbrunn missbraucht

Vergewaltigung-Prozess: Angeklagter bittet um kurze Haftstrafe

Das Opfer rennt aus dem Saal, der mutmaßliche Vergewaltiger bittet um eine kurze Haftstrafe, damit ihn seine Tochter nicht vergisst: Dramatische Szenen vor Gericht.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Die Panik vor der Aussage gegen ihre mutmaßlichen Vergewaltiger ist so groß, dass die 17-jährige Stefanie M. (Name geändert) gestern schon vor Prozessbeginn aus dem Gerichtssaal stürmte. Zwei afghanische Asylbewerber sollen das Mädchen im September 2017 in der Nähe des Bahnhofs Höhenkirchen-Siegertsbrunn gemeinschaftlich vergewaltigt haben. Vor der Jugendkammer des Münchner Landgerichtes I wird den beiden Männern seit letzter Woche der Prozess gemacht.

Am zweiten Verhandlungstag ging es gestern zur Sache: Geständnisse wurden gemacht, Haftstrafen verhandelt, das Opfer musste stundenlang beruhigt werden und die Sitzordnung im Gerichtssaal verändert, damit das Mädchen überhaupt seine Aussage machen konnte. Einer der Angeklagten verlangte die Hilfe einer Menschenrechtsorganisation.

Angeklagter will Hilfe von Menschenrechtsorganisation

Während des Prozesses verzerrten sich die Züge von Omar H. immer wieder, er wirkte wütend. „Ich will die Hilfe einer Menschenrechtsorganisation“ forderte er. Obwohl seine zwei Komplizen gestanden haben und die DNA-Proben eine klare Sprache sprechen, Omar H. schien mehr genervt und wütend, als reumütig. „Ich bitte Sie, dass ich nur eine kurze Gefängnisstrafe bekomme, weil mich meine Tochter sonst nicht mehr erkennt“, lässt der Afghane seinen Dolmetscher übersetzen. Außerdem wolle er wissen, wer eigentlich der Mann da drüben sei – womit er den Staatsanwalt meinte, dem ebenso wie dem Richter daraufhin der Geduldsfaden riss. „Die Zeugin sitzt seit drei Stunden hier im Gericht, für sowas haben wir jetzt echt keine Zeit“, empörte sich der Staatsanwalt. Doch nicht nur durch die Kommentare des Angeklagten reißt dem Richter der Geduldsfaden, auch als die Angeklagten einfach während der Verhandlung einschlafen, droht ein kurzzeitiger Abbruch der Verhandlung. 

Während der 18-jährige Samma N. die gemeinschaftliche Vergewaltigung vollumfänglich gesteht und sich entschuldigt, will Omar H., dessen Alter (28) erst durch ein spezielles Gutachten festgestellt werden konnte, Zeit schinden. Er stellte sich dumm, gab vor, nicht zu verstehen. „Sie haben ja wohl mitbekommen, dass in diesem Fall sehr viel gegen Sie läuft und sehr wenig für Sie. Entweder verstehen Sie es nicht, was ich nicht glaube, oder Sie wollen nicht. Irgendwann aber ist auch dieses Verfahren zu Ende – und zwar mit einem Urteil“, weist ihn Richter Stephan Kirchinger zurecht. Erfolglos. Omar H., der abgeschoben werden soll, schwieg.

Opfer kann Anblick der mutmaßlichen Täter nicht ertragen

Man kann nur erahnen, wie tief die seelischen Wunden sind, die die Tat bei der damals 16-jährigen Stefanie M. hinterlassen hat: Verweint kommt sie später in Begleitung ihrer Anwältin und einer Sozialarbeiterin erneut zum Gerichtssaal, um ihre Aussage zu machen. Man merkt: Das Mädchen will tapfer sein. „Sie versucht durchzuhalten“, sagt die sachverständige Ärztin. „Aber sie fürchtet sich davor, die Angeklagten zu sehen oder zu hören.“ Deshalb ordnet der Richter eine andere Sitzordnung an, bevor das Mädchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagt.

Den 18-jährigen Samma N. erwarten drei Jahre und neun Monate nach Jugendstrafrecht, Omar H. bis zu fünfeinhalb Jahre Gefängnis. Der Prozess dauert an.

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Julia Traut

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