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Huhn mit Gardemaßen: Agathe von Valentin Pruy (18) gewinnt auf Anhieb einen Preis.

720  Hühner, Enten und Co.  

Schau der Schönsten

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Sie sind schön, handzahm und rassig: 720 Hühner, Enten, Gänse und Tauben zeigten sich bei der Geflügelschau von der besten Seite. Agathe war kaum zu toppen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Agathe ist top. Sie hat ein schönes Gesicht, eine super Figur, ist umgänglich, handzahm und weiß sich zu benehmen. Agathe, ein Rassehuhn, und ihr Besitzer Valentin Pruy haben es bei der Bezirksgeflügelschau in eine Top-Bewertung geschafft.

720 Hühner, Enten, Gänse und Tauben, die sich bei der Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Kleintierzüchtervereins Höhenkirchen-Siegertsbrunn in der Dreifachturnhalle zeigten, sind keine Produkte einer „wilden Liebe“, sondern entstammen alle einer wohlüberlegten Züchtung. Agathe ist eine Zwerg-Barnevelder mit dunkelbraun-schwarzem Gefieder. Ihre Artgenossen tragen prachtvolle Rasse-Namen wie Onagadori, Phönix, Wyandotte, Cochin oder Sulmtaler. Brav sitzen sie in ihren Käfigen, scharren und picken herum. Die Herren Gockel, angestachelt ob der Farbenpracht und Schönheit um sie herum, sind mit ihrem lauten Paarungs-Kickericki zu hören. Das Federvieh ist glücklich, darf Eier legen, bekommt einen hübschen Hahn oder eine hübsche Henne zur Seite und soll viele weitere schöne Hühner bekommen. Keines wird als Suppen- oder Brathuhn enden.

„Hier geht’s nur um die Schönheit“, sagt Max Michl, Vorsitzender des Bezirksverbands bayerischer Rassegeflügelzüchter. Die Kriterien der i registrierten 80 Hühnerrassen werden nach einem Standardkatalog beurteilt. Dabei geht es um den Kamm, das Gefieder, die Zeichnung, die Haltung, die Statur, aber auch um den Pflege- und Ernährungszustand der Tiere. Die höchste Punktzahl ist die 97, „100 gibt es nicht, denn es sind ja Lebewesen“, sagt Michl. Als junges Huhn gilt nur, wer im Wertungsjahr geboren wurde.

Die Liebe zum Geflügel hat die Brüder Heinrich und Helmut Hess schon vor 25 Jahren gepackt. Gemeinsam mit der damaligen Gemeinderätin, mittlerweile Bürgermeisterin, Ursula Mayer (CSU) haben sie die Änderung des Flächennutzungsplanes genutzt, um Platz für eine Kleintierzuchtanlage zu schaffen. Mayer hat es das Geflügel auch angetan, sie hat neun französische Maran-Hühner. „Die legen kastanienbraune Eier und leben in meinem großen Garten.“

Der auf 25 Jahre angelegte Pachtvertrag für die Anlage muss nun verlängert werden. Der anfänglich elf Mitglieder starke Verein ist auf über 85 angewachsen. Kritiker hätten prophezeit, „das schafft ihr aufgrund der ganzen Bürokratie nie. Daher freut mich umso mehr, welch’ hervorragende Tiere aus dem gesamten Oberland wir hier sehen können. Für unsere Gemeinde ist diese Ausstellung eine hohe Auszeichnung“, betonte Mayer.

In Reih und Glied präsentieren sich 720 Hühner, Enten, Gänse und Tauben in der Dreifachturnhalle.

Vor einem Jahr sah es noch düster aus, „die Vogelgrippe, das damit verbundene Ausstellungsverbot hätte uns fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch die immensen Auflagen des Veterinäramts haben uns ganz schon gefordert“, sagte Vorstand Heinrich Hess. Ein Problem ist auch der Nachwuchs. Denn gerade in Wohn-Siedlungen sei es schwierig mit der Haltung, Nachbarn beschwerten sich wegen des Gegackers, „der hohe Quadratmeterpreis für die Stallungen ist es vielen auch nicht wert“, bedauert Michl.

Diese Probleme hat Valentin Pruy aus Linden (Dietramszell) nicht. Er hat auf dem heimischen Bauernhof genügend Platz für seine Tiere. Der 18-Jährige ist Züchter mit und aus Leidenschaft. Mit fünf Jahren bekam er seine erste Henne, die sieben Jahre alt wurde, mittlerweile hat er 45 Hühner. Seine Agathe hat auf Anhieb die Traumnote 95 errungen. „Durch das Ausmisten und Füttern bekommt man einen Bezug zu den Hühnern, die kommen sofort, wenn sie mich sehen. In den Kochtopf kommt keine, wir essen nur die Eier.“

Monika und Matthias Niedermair aus Straussdorf sind auch Hobbyzüchter, erst seit drei Monaten. Ihnen haben es die Zwerg-Wyandotten angetan. Geht es nach Monika Niedermair, dann dürfen sich zu ihren sechs Hennen und einem Hahn bald noch ein paar Barnevelder dazugesellen. „Uns geht es um die Kombination von Haus- und Nutztier. Es ist doch toll, wenn man sich Tiere halten kann, von denen man auch etwas hat.“

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