Voll im Zeitplan liegt der Bau des Feuerwehrhauses Siegertsbrunn, der wohl Ende des Jahres abgeschlossen ist.
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Voll im Zeitplan liegt der Bau des Feuerwehrhauses Siegertsbrunn, der wohl Ende des Jahres abgeschlossen ist.

Gemeinderäte von Kosten überrascht – Grünes Licht für Einrichtung gibt es trotzdem

420 000 Euro für den Feuerwehr-Umzug

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Siegertsbrunn schreitet voran. Doch damit die Siegertsbrunner Brandhelfer zum Jahreswechsel im neuen Zuhause die Arbeit aufnehmen können, braucht es die entsprechende Einrichtung.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Die Kosten für die Einrichtung werden auf 420 000 Euro geschätzt. Der Gemeinderat hat jetzt den Weg für die Beschaffung freigemacht. Doch weil die Kosten erst jetzt benannt worden sind, gab es Kritik. „Das ist eine ganz schöne Stange Geld“, hatte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) gleich zu Beginn angemerkt und dem Feuerwehrkommandanten Sebastian Walch das Wort erteilt. Der sollte den Gemeinderäten erläutern, wie der hohe Betrag zustande kommt.

Der oberste Siegertsbrunner Feuerwehrler hatte dann auch gleich eine logische Erklärung parat: „Wir bekommen ein komplett leeres Haus hingestellt.“ Und weil der Großteil des Mobiliars und der Gerätschaften im alten Feuerwehrhaus entweder völlig veraltet ist oder nicht mehr den aktuellen Vorschriften entspricht, muss man für den Umzug so gut wie alles neu anschaffen – bis auf die Fahrzeuge.

„Das ist ganz sicher, dass man gar nichts an Möbelstücken mitnehmen kann?“, fragte Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) ungläubig. „Das ist uraltes Zeug“, versicherte Walch und bot den Ortspolitikern an, einfach im alten Haus vorbeizuschauen und sich vom Zustand des Mobiliars zu überzeugen.

Selbst die Spinde, die nach Auskunft Walchs eigentlich in einem ordentlichen Zustand sind, dürfen nicht mit umziehen. Denn gemäß den neuesten Bestimmungen müssten sie unterteilbar sein in einen schmutzigen und sauberen Bereich, was sie aber nicht sind. Die EDV wiederum ist über zehn Jahre alt und damit völlig veraltet. Des Weiteren braucht es ein Notstromaggregat zur Selbstversorgung des Gebäudes, Und weil es keinen Keller gibt, muss man sich Hochregale anschaffen. Alles in allem summieren sich die geschätzten Ausgaben auf besagte 420 000 Euro.

Alle Einrichtungsgegenstände würden den Vorgaben entsprechen, betonte Walch – bis auf die Sportgeräte, die man für einen Trainingsraum anschaffen will: „Der ist das einzige Zuckerl.“ Dort könnten auch die Feuerwehrkameraden aus Höhenkirchen trainieren, erklärte der Siegertsbrunner Kommandant auf Nachfrage – wenn sie den wollten.

Dass man jetzt so viel Geld ausgeben müsse, liege auch daran, dass man die Feuerwehr bezüglich Neuanschaffungen in den letzten Jahren immer mit dem Verweis darauf vertröstet habe, dass es irgendwann ein neues Gerätehaus gibt, erinnerte Konwitschny. Otto Bußjäger (UB) konnte dann auch nicht erkennen, warum man der Wehr das Geld verweigern sollte: „Alles, was auf der Liste steht, ist eine Selbstverständlichkeit für die Feuerwehr.“

Auch seine Fraktionskollegin Andrea Hanisch (UB) wollte den Brandhelfern die Einrichtung nicht verwehren. Dass man aber erst jetzt die Kosten dafür aufgetischt bekommen, ärgerte sie gewaltig. „Das hat man uns damals nicht gesagt, dass das auch noch daherkommen kann“, schimpfte sie. „420 000 Euro sind kein Pappenstiel. Das hätte in der Kostenberechnung aufgeführt werden müssen.“ Walch wies jede Schuld von sich. Die Verwaltung habe vor Jahren nach der Liste gefragt. Sie sei auch von der Feuerwehr erstellt worden. „Wo die hingekommen ist, weiß ich nicht.“

„In der Kostenberechnung war der Ansatz mit null drin. Die Kosten hätte man aber von Anfang an reinnehmen müssen“, bestätigte Konwitschny, die damals aber noch nicht im Amt und damit auch nicht in der Verantwortung war. Jedenfalls sei auch der Architekt dafür nicht zuständig gewesen. „Das war keine Architektenleistung, die wir beauftragt haben.“

Karsten Voges (Grüne) wollte wissen, ob in Sachen Feuerwehrhaus noch mehr böse Überraschungen auf den Gemeinderat warten. „Nein“, sagte Konwitschny. Nur für die Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Neubaus müsse noch extra Geld ausgegeben werden. „Aber das wollten wir ja alle so.“

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