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Ein großes Herz: Für ihre Verdienste hat das Landratsamt Anna Lippert (r.) 2013 ausgezeichnet, hier mit Höhenkirchens Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU).   

Seit Jahrzehnten im VdK engagiert

Vorstandsposten mit 95 Jahren geräumt

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Mit 95 ist Schluss: Anna Lippert gibt ihren Posten im VdK ab. Eines werden die Mitglieder besonders vermissen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – „Mit 95 Jahren darf man schon auch mal aufhören“, sagt Anna Lippert und schmunzelt. Sie hat sich heuer nicht mehr für ein Ehrenamt im VdK-Ortsverband Höhenkirchen und Umgebung zur Verfügung gestellt. Rund 25 Jahre hat die Höhenkirchnerin im Vorstand mitgewirkt, darunter mehrere Jahre als stellvertretende Vorsitzende. Sie wurde von einem Ortsvorsitzenden mal liebevoll als „Mutter der Kompanie“ bezeichnet. Und das im besten Sinne des Wortes.

Anna Lippert verkörperte den VdK im Verbandsgebiet, zu dem Aying, Brunnthal und Höhenkirchen-Siegertsbrunn sowie der südliche Teil Hohenbrunns gehören. Wer dem Sozialverband beitritt, der macht dies vor allem, weil er aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen Leistungen in Anspruch nehmen möchte oder muss.

So war es auch bei Anna Lippert. „Ich hatte einen Unfall, und da wurde mir nahegelegt, Mitglied beim VdK zu werden“, erzählt die rüstige Seniorin. Bis heute hält sie ihm die Treue. Schon bald merkte der Vorstand, dass Lippert sich gerne für andere einsetzt. „Bis ich mich versehen hatte, war ich schon dabei.“ Mal als Beisitzerin, mal als Vizevorsitzende.

Geburtstagskarte für jedes Mitglied

Viele, viele Jahre lang war sie die Glückwunsch-Botschafterin. „Wir haben mittlerweile 630 Mitglieder. Und bis zuletzt habe ich jedem einzelnen Mitglied eine Geburtstagskarte zukommen lassen“, erzählt sie. Auf diese Grüße, meist mit der Post verschickt, haben sich viele Mitglieder jedes Jahr gefreut. Akribisch kümmerte sich die 95-Jährige darum, dass jedes Mitglied pünktlich zum Geburtstag Post vom VdK erhielt. Persönliche Zeilen durften natürlich nicht fehlen.

Und wenn ein „Runder“ zu feiern war, besorgte sie auch ein kleines Präsent und kam selbst zum Gratulieren vorbei. „Die Leute haben sich immer über meinen Besuch gefreut. Unter einer Stunde bin ich selten wieder weggekommen.“ Dabei war sie oft auf die Unterstützung anderer, meist aus dem VdK, angewiesen. Denn Autofahren kann Lippert nicht. So gut es ging, fuhr sie mit der S-Bahn in die VdK-Kreisgeschäftsstelle nach München.

Mit der S-Bahn zur Kreisgeschäftsstelle

Bei unzähligen Busfahrten war sie die Reiseleiterin und unermüdlich bei der Haussammlung „Helft Wunden heilen“ unterwegs. Telefonisch hielt sie ebenfalls Kontakt zu den Mitgliedern. Und wenn ein Todesfall zu bedauern war, war Anna Lippert da. „Manchmal kennen mich andere besser als ich.“ Für ihre Verdienste im sozialen Bereich wurde sie 2013 vom landratsamt ausgezeichnet.

Mit ihrem Rollator ist Lippert in Höhenkirchen immer noch unterwegs. „Da trifft man sich wieder und kommt auf einen Ratsch zusammen.“ Doch ihr wurde klar, dass sie mit 95 Jahren die Aufgaben im Vorstand nicht mehr wahrnehmen kann. „Da muss man sich dann auch mal zurückziehen dürfen.“  

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