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Wie passt die Mäander-Variante zur Umgebung? Dritte Bürgermeisterin Luitgart Dittmann-Chylla schaute am Modell genau hin.  

Bauvorhaben Wächterhof-/Münchner Straße in Höhenkirchen

„Münchnerhof“ spaltet Ausschuss

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Moderne, geschwungene Linie mit Höfen oder klassische Gebäudekomplexe? Die Gemeinderäte sind sich uneins. Nun muss der Architekt nochmal ran. 

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Mittlerweile trägt das geplante Bauprojekt an der Ecke Wächterhof-/Münchner Straße den Namen „Münchnerhof“. Doch was genau auf dem brachliegenden Areal entstehen soll, darüber hat der Bauausschuss des Gemeinderates noch immer nicht entschieden. In der Sitzung fanden sich Befürworter für beide Varianten, die Architekt Klaus Kehrbaum im Auftrag des Investors und Grundstückseigentümers, der Helma Wohnungsbau GmbH, ausgearbeitet hatte. Zwei Abstimmungen endeten jeweils mit 6:6 Stimmen.

Die zweifache Patt-Situation sorgte für Ratlosigkeit bei den Ausschussmitgliedern. Am Ende erhielt Kehrbaum auf Vorschlag von Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) die Aufgabe, beide Varianten zu optimieren und im Bauausschuss noch einmal zu präsentieren. Dann soll eine Entscheidung fallen.

Bereits der Projektname „Münchnerhof“ gibt einen Hinweis darauf, welche Variante Architekt Klaus Kehrbaum favorisiert. Bei seiner Mäander-Variante schlängelt sich ein mehrgeschossiges Wohngebäude mit unterschiedlichen Höhen über das 3400 Quadratmeter große Grundstück, lässt allerdings Raum für zwei große Höfe. „Das ist für einen Architekten natürlich die spannendere Aufgabe“, gab Kehrbaum zu.

Im großen Gebäudebereich direkt an der Münchner Straße könnten neben Läden und dienstleistendem Gewerbe auch ein paar Wohnungen Platz finden. In den anderen Bereichen des „Schlangenbaus“ soll vor allem Wohnraum geschaffen werden. 30 bis 35 Wohnungen können insgesamt geschaffen werden. Im Vergleich zu seinem ersten Entwurf, den er vor einigen Wochen präsentiert hatte, zeigte sich das Gebäude nun weniger massiv. Aus drei Vollgeschossen plus Dachgeschoss an der Münchner Straße hatte er drei Vollgeschosse beziehungsweise zwei Vollgeschosse mit Dachgeschoss gemacht, im hintersten Bereich sah die Planung nun nur zwei Vollgeschosse oder ein Vollgeschoss mit Dachgeschoss vor.

Trotzdem war Andrea Hanisch (CSU), Gudrun Hackl-Stoll und Luitgart Dittmann-Chylla (beide Grüne) der Gebäudekomplex noch zu massiv. „Wir sind ein Dorf“, sagte Dittmann-Chylla. Möglicherweise überfordere so ein moderner Bau an dieser Stelle die Gemeinde.

Bürgermeisterin Mayer bezeichnete diese Argumentation als „irrational“. Sie erinnerte daran, dass es bereits im Umfeld des Bahnhofs Gebäude mit drei Vollgeschossen plus Dachgeschoss gebe. „Und wir wollen doch innerörtlich nachverdichten“, ergänzte sie. Auch Thomas Kaiser sprach sich für die Mäander-Variante aus. „Wir müssen an dieser Stelle etwas riskieren“, sagte er. Mit einem etwas abgeänderten Bau könnte das Gebiet aufgewertet werden.

Zumal ihn die Alternative langweilte: Kehrbaum hat bei der zweiten Variante zur Münchner Straße hin ein großes Quergebäude entworfen, dahinter zwei einzeln stehende Komplexe. Im mittleren könnten Reihenhäuser, aber auch ein Mehrfamilienhaus entstehen. „Dann haben wir eine reine Wohnsiedlung“, warnte Kaiser. Dittmann-Chylla war diese Variante mit Hinblick auf die gewünschte Nachverdichtung innerorts zu wenig bebaut. So könnte ein Drittel weniger Wohnungen verwirklicht werden, sagte Kehrbaum.

Hans Loidl (CSU) gab zu Bedenken, dass die Gebäude-Form der Mäander-Variante für Fußgänger gar nicht so attraktiv sei, Manfred Eberhard (UB) und Bauamtsleiter Klaus Rieger übten Kritik am Vorschlag Kehrbaums, alle erforderlichen Parkplätze in einer Tiefgarage zu verwirklichen. Für die vorgeschriebenen oberirdischen Stellplätze müsste bei der Mäander-Variante ein Hof weichen, prognostizierte Rieger.

Bei der Abstimmung fand sich bei zwölf Stimmberechtigten weder für die eine, noch für die andere Variante eine Mehrheit. So schickte man letztlich Kehrbaum mit dem Auftrag nach Hause, beide Vorschläge nach den Wünschen der Ausschussmitglieder abzuändern. „Das Gelände liegt schon seit 20 Jahren brach“, erinnerte Hanisch. „Da kommt es auf noch eine Runde nicht an.“

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