Simulation der CW Vermögensverwaltungs GmbH für ein Boardinghaus in der Arnikastraße
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Kleiner Vorgeschmack: So, wie hier auf der Simulation der CW Vermögensverwaltungs GmbH, die das Objekt baut, könnte das Boardinghaus in der Arnikastraße aussehen.

Gemeinderat gibt grünes Licht für Bauprojekt

Bauherr überzeugt mit innovativen Boardinghaus-Plänen

Die Garage mit dem kostenfreien E-Auto verlassen? Oder doch lieber per Flugtaxi vom Appartement abgeholt werden? Den Mietern eines Boardinghauses an der Arnikastraße soll – nicht nur in Sachen Mobilität – einiges geboten werden. Der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat das Projekt jetzt genehmigt.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Christian Weiher hat eine Vision. Von einem Wohngebäude, das so fortschrittlich ist, dass es Schlagzeilen macht. Das energetisch völlig autark ist. Das den Menschen so viele Mobilitätsalternativen bietet, dass diese aufs eigene Auto verzichten. Der Geschäftsführer der CW Vermögensverwaltungs GmbH will dieses Projekt in Höhenkirchen-Siegertsbrunn verwirklichen – genauer gesagt in der Arnikastraße. Dort soll ein ehemaliges Institutsgebäude, in dem derzeit eine Suchttherapie-Einrichtung untergebracht ist, in ein Boardinghaus umgewandelt werden. „Das bedeutet Wohnen auf Zeit“, wie Weiher jetzt im Bauausschuss den Gemeinderatsmitgliedern erklärte.

Gemeinderat stand Bauprojekt bisher skeptisch gegenüber

Die Ortspolitiker standen dem Projekt bisher – gelinde gesagt – eher skeptisch gegenüber. Das liegt sicher auch daran, dass sie bis vor wenigen Wochen nicht alle Informationen über das Bauprojekt erhalten hatten – obwohl Weiher versichert, dass er schon vor Monaten sämtliche Unterlagen der Rathausverwaltung zur Verfügung gestellt hatte.

Konkret will die CW Vermögensverwaltungs GmbH das bestehende Gebäude so umbauen, das dort ein Beherbergungsbetrieb für Geschäftsreisende, Wochenendpendler und Fachkräfte aus dem Ausland entsteht. Neben 35 möblierten Boardinghouse-Appartements sollen 22 klassische Wohneinheiten entstehen.

Das Gebäude soll laut Weiher mit „modernster Sicherheitstechnik und zukunftsweisendem Brandschutzkonzept“ ausgestattet sein und auch in Sachen Nachhaltigkeit Maßstäbe setzen. So sind zwei große Wasserzisternen zur Gartenbewässerung geplant, Heizung und Kühlung des Gebäudes soll eine Grundwasserwärmepumpe übernehmen, eine Photovoltaikanlage den größten Teil des Strombedarfs abdecken.

Bauherr träumt vom Landeplatz für Flugtaxis

Obendrauf gibt es einen Autolift und Schnellladestationen für E-Autos in der Garage. Weiher verspricht zudem, den Mietern E-Autos und E-Bikes zur Verfügung zu stellen sowie Nistplätze für Vögel und Fledermäuse zu schaffen. Und irgendwann könnten dank einer Zusammenarbeit mit Airbus und der Teilnahme am EU-Forschungsprojekt „Urban Air Mobility“ gar Flugtaxis am Boardinghaus landen und starten, wie Georgi Georgiev den Gemeinderatsmitgliedern erläuterte. Er ist als unabhängiger Berater für die Startups der CW Vermögensverwaltungs GmbH tätig.

Die Räte waren von den Plänen des Investors teils beeindruckt, teils belustigt. „Wenn Sie schon eine Einflugschneise habe, freue ich mich auf die Diskussion mit der Nachbarschaft“, scherzte Otto Bußjäger (UB). Er erneuerte seine Bedenken hinsichtlich des Autolifts, hakte das Projekt aber letztlich unter dem Thema „Wirtschaftsförderung“ ab. Denn Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) hatte sich im Vorfeld beim örtlichen Gewerbe umgehört und in Erfahrung gebracht, dass ortsansässige Firmen durchaus den Bedarf an zeitlich begrenzen Unterbringungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und Geschäftspartnern haben.

Rupert Franke (SPD) und Andrea Hanisch (UB) überzeugte die innovative Planung, auch wenn Hanisch „durchaus gewisse Risiken“ sah. Konwitschny wiederum machte vor der Abstimmung deutlich, dass es bei dem Bauantrag nur um das Boardinghaus und nicht um irgendwelche Landeplätze für Lufttaxis geht. „Da sind wir noch ganz weit davon entfernt“, betonte sie. Die Umnutzung zum Boardinghaus wurde dann einstimmig genehmigt.

Viel diskutiert wurde zuletzt im Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn auch über die Kiesabbau-Pläne eines Unternehmers.

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