Veraltet und nicht dem BTV-Standard entsprechend: Der ETC-Vorsitzende Martin Loidl zeigt die drei Tennisplätze, die abgetragen und durch vier neue Allwetter-Felder ersetzt werden sollen.
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Veraltet und nicht dem BTV-Standard entsprechend: Der ETC-Vorsitzende Martin Loidl zeigt die drei Tennisplätze, die abgetragen und durch vier neue Allwetter-Felder ersetzt werden sollen.

ETC Siegertsbrunn will Anlage modernisieren

Mitgliederzahl explodiert: Tennisverein braucht mehr Platz

Der Tennisklub ETC Siegertsbrunn will seine Anlage am Kirchenweg modernisieren und ausbauen. Denn die Mitgliederzahl ist in den vergangenen Jahren nahezu explodiert. Der Platz reicht einfach nicht mehr.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - „Wollen“ ist wohl nicht unbedingt die richtige Wortwahl, wie der Vereinsvorsitzende Martin Loidl bei der Vorstellung der Planung im Gemeinderat ausführte. Angesichts des zuletzt rasanten Mitgliederzuwachses erscheint eine Optimierung der in die Jahre gekommenen Sportstätte unumgänglich.

Das sehen auch zahlreiche Gemeinderatsmitglieder so. Die Signale, die Loidl aus dem Gremium erhielt, waren zumindest durchweg positiv. So darf der Verein auf finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde hoffen. Die ist auch dringend notwendig. Denn allein kann der ETC die Baukosten in Höhe von geschätzt rund 615 000 Euro nicht schultern.

Die Kehrseite des Erfolgs

Aktuell hat der 1966 gegründete Verein, der unter seinem Dach die Sparten Tennis, Eishockey, Stockschießen und Fitness vereint, rund 720 Mitglieder. Im Tennisbereich hat sich die Mitgliederzahl mit 450 seit 2015 mehr als verdoppelt, die Zahl an Jugendlichen gar verdreifacht. „80 Prozent davon“, betonte Loidl, „kommen aus der Gemeinde.“ Mit 17 Mannschaften befinde man sich im Wettkampf-Betrieb.

Doch der Erfolg hat eine Kehrseite. Die bestehende Infrastruktur kann den Mitgliederzuwachs kaum mehr bewältigen. Der Betrieb ist laut dem Vorsitzenden nur noch unter größten Anstrengungen fortzuführen. Aktuell habe man sieben Tennisplätze, erläuterte Loidl, „drei davon gehen in ihr 55. Lebensjahr“. Durch die starke Beanspruchung in den vergangenen Jahren habe die Qualität gerade der drei älteren Plätze deutlich nachgelassen. Zudem seien diese nur zum Training, nicht für Wettkämpfe zu gebrauchen, weil sie nicht den Turnierstandardvorgaben des Bayerischen Tennisverbands (BTV) entsprächen. Auch die Flutlichtanlage sei veraltet, eine Sanierung lohne sich nicht.

Vier neue Allwetter-Plätze

Das Konzept der Vereinsführung sieht nun vor, die drei alten Sandplätze, zwei davon in Ost-West-Ausrichtung, abzutragen und dafür vier neue Allwetter-Plätze in Nord-Süd-Ausrichtung und mit den BTV-Standardmaßen zu errichten. Dafür muss der bestehende Wall südlich der Anlage verkleinert werden. Eislaufen sei weiterhin möglich, betonte Loidl. Allerdings würde die Natureisfläche verlegt und auch reduziert werden müssen. Ein zentral gelegener, moderner Flutlichtmast soll künftig für optimale Ausleuchtung sorgen und zusammen mit den Allwetter-Plätzen einen längeren Spielbetrieb sicher stellen. Die neuen Plätze seien nicht nur ganzjährig bespielbar, sondern auch kostengünstiger im Betrieb, stellte Loidl die Vorzüge heraus.

Baukosten von 615.000 Euro

Der Verein, der am liebsten noch heuer im Herbst mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Sanierung beginnen will, geht von Baukosten in Höhe von rund 615 000 Euro aus. Selbst einbringen will der ETC 35 000 Euro an Eigenleistungen sowie Eigenkapital in Höhe von 75 000 Euro. Weitere 74 000 Euro kämen zusammen, wenn der Verein für die nächsten 20 Jahre auf die jährliche finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde verzichtet. Auch sei eine Spendenaktion geplant, sagte Loidl.

Trotzdem steht ein Kapitalbedarf von rund 430 000 Euro im Raum. „Wir werden an einem Darlehen nicht vorbeikommen“, betonte Loidl. Da man keine Absicherungen habe – das Grundstück gehört dem Verein nicht – seien die Möglichkeiten, Geld von der Bank zu bekommen, begrenzt. Zwar hofft man auf Fördermittel, doch noch ist unklar, wie hoch diese ausfallen und welche Baumaßnahmen förderfähig sind.

Gemeinderäte unterstützen das Vorhaben des Vereins

Trotz dieser finanziellen Unwägbarkeiten gab es viel Lob für die, so Peter Guggenberger (CSU), „professionelle Vorstellung“ seitens des Vereins. Es gelte jetzt, „einen starken Verein mit einem starken Vorstand, der gute Jugendarbeit leiste“ zu unterstützen, betonte er. Auch Andrea Hanisch (UB) steht dem Projekt wohlwollend gegenüber. Schließlich habe der Verein in der Vergangenheit „immer sehr viel Eigenleistung gebracht“, erinnerte sie.

Loidl wiederum bat darum, möglichst schnell darüber Klarheit zu schaffen, inwieweit die Gemeinde dem Verein finanziell unter die Arme greift. „Wir brauchen relativ bald einen Fingerzeig, was wir vielleicht von der Gemeinde bekommen“, sagte er. Doch bis zu den Haushaltsberatungen wird er sich noch gedulden müssen. Erst dann wird der Gemeinderat entscheiden, wie viel Geld er für die Sportstätte des ETC in die Hand nehmen will.

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