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Martin Mayer (l.), hier mit seiner Ehefrau Ursula, bei der Einweihung der Umgehungsstraße für Höhenkirchen im Jahr 2010.  

Ehemaliger CSU-Bundestagsabgeordneter aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Martin Mayer stirbt nach schwerer Krankheit

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Der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Martin Mayer ist an einem Krebsleiden gestorben. Nicht nur Höhenkirchen-Siegertsbrunn trauert.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Der ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Martin Mayer ist gestern verstorben. Der 76-jährige Agraringenieur, Mann von Bürgermeisterin Ursula Mayer, erlag einem Krebsleiden. Wie Norbert Mayer mitteilte, sei sein Bruder zuhause im Kreis der Familie eingeschlafen.

Mayer wurde am 13. Oktober 1942 in Siegertsbrunn geboren. Sein Zuhause war der Stummbeck-Hof. Nach einer Landwirtschaftslehre besuchte er die Höhere Ackerbauschule in Landsberg am Lech und absolvierte ein Landwirtschaftsstudium in Weihenstephan, Bonn und Paris. Von 1966 bis 1971 war der begeisterte Schafkopf-Spieler wissenschaftlicher Assistent an der TU München. Später arbeitete er als Landtagsreferent des bayerischen Landwirtschaftsministers.

Seit 1967 war Mayer Mitglied in der CSU. Das politische Engagement lag in der Familie: Bereits sein Vater war zehn Jahre lang Bürgermeister und bis 1966 Kreisrat gewesen. Mayer selbst war CSU-Ortsvorsitzender in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Von 1985 bis 1989 führte er als Vorsitzender den CSU-Kreisverband München-Land an. 1972 bis 1993 war er Mitglied im Kreistag, von 1978 bis 1990 Mitglied des Landtags.

1978 schaffte auch sein politischer Mitbewerber im Landkreis München, Peter Paul Gantzer, den Sprung ins Maximilianeum. Der Sozialdemokrat zeigt sich tief betroffen vom Tod des politischen Gegners, den er nie als Feind sah. „Martin Mayer war jemand, mit dem man über die Parteigrenzen hinweg immer gut zusammenarbeiten konnte – besonders wenn es um Belange des Landkreises München ging“, sagt Gantzer. Außerdem sei Mayer ein sehr angenehmer Mensch gewesen. Das Verhältnis zu ihm war so entspannt, dass Gantzer sogar abends am Tag der Hochzeit Mayers zu seinem CSU-Kontrahenten kam, um ihm persönlich zu gratulieren.

Betroffen zeigt sich auch Mayers Nachfolger im Bundestag, Florian Hahn. „Martin Mayer war ein Mann, der die CSU im Landkreis über Jahrzehnte geprägt hat, und zwar durchwegs im positiven Sinn. Aber vor allem auch menschlich ist das ein schwerer Verlust. Denn er war einfach ein feiner Mensch“, sagt der Kreisverbandschef. Was dem Abgeordneten an seinem Vorgänger besonders imponiert hat: „Er war kein Mann der lauten Töne. Dafür hat er Dinge, die ihm wichtig waren, leise und effizient vorangetrieben und so viel für den Landkreis bewirkt.“ Vor allem in der Wissenschaft und Forschung habe sich Mayer „unglaublich verdient gemacht“.

Von 1990 bis 2005 gehörte Mayer dem Bundestag an. Langweilig wurde es dem Vater von zwei Töchtern und zwei Söhnen nach seinem Rückzug von der großen politischen Bühne nicht. Er kochte gern, bewirtschaftete die 26 Hektar Wald, die der Familie gehörten, und engagierte sich ehrenamtlich im Seniorenzentrum. „Ich war gern Politiker“, sagte Mayer vor einigen Jahren, „aber mir geht’s jetzt auch gut“. Über seine Fußwallfahrt nach Assisi zu seinem 65. Geburtstag schrieb Mayer später ein Buch. Weitere literarische Ausflüge folgten. In seinem letzten Werk „Brief an einem Bischof“ setzte sich der gläubige Christ kritisch mit der Kirche auseinander. 

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