neue erkentnisse im fall Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Ein Vergewaltiger schon polizeibekannt

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Fassungslosigkeit und Entsetzen herrschen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, nachdem zwei Afghanen dort am Freitag eine 16-jährige Münchnerin vergewaltigt haben. Die Regierung von Oberbayern kündigt nun an, einen Sicherheitsdienst für die Asylunterkunft am S-Bahnhof zu zu prüfen. Denn dort war einer der Täter bereits auffällig geworden.

Von Sophia Heyland
und Korbinian Bauer

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Viele Menschen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sind noch geschockt, können nicht fassen, was am Freitag in ihrem Heimatort geschehen ist. Und sie sind verunsichert. Elke Szelwis (39) wollte ihre Tochter in der zweiten Schulwoche eigentlich allein von der Schule heimgehen lassen. Das „haben wir aber erst mal gestoppt“, sagt sie.

Am Tatort selbst deutet nichts mehr auf die schreckliche Tat hin. Wie berichtet, war eine 16-jährige Deutsch-Italienerin aus München am Freitag auf dem verlassenen, ehemaligen Ruf-Gelände von zwei Afghanen (17 und 27 Jahre) vergewaltigt worden. Ein Zeuge, der die Schreie des Mädchens hörte, verhinderte, dass sich ein dritter Afghane (18) an der 16-Jährigen verging. Er flüchtete, wurde aber von der Polizei gefasst.

27-Jähriger fällt durchAggression auf

Mindestens einer der Täter war schon einmal in Höhenkirchen aufgefallen. Am 7. September hatte die Polizei Ottobrunn den 27-jährigen Afghanen aus Großkarolinenfeld (Kreis Rosenheim) wegen Sachbeschädigung mit auf die Wache genommen. Wegen aggressiven Verhaltens blieb er eine Nacht in der Zelle (wir berichteten). Am vergangenen Freitag war der Afghane wieder bei einem Bewohner der Unterkunft zu Gast, die nur 150 Meter vom Tatort entfernt liegt. Und wieder musste die Ottobrunner Polizei anrücken. Denn im Zimmer des Bewohners im ersten Stock entbrannte ein heftiger Streit. Im allgemeinen Tumult machte sich die 16-jährige gemeinsam mit dem 27-jährigen Afghanen, dem 17-jährigen Afghanen, der in Germering lebt, und dem 18-jährigen Afghanen aus Emmering (beide Kreis Fürstenfeldbruck) auf den Weg aus der Asylunterkunft. 150 Meter weiter wurde sie vergewaltigt.

Der Bewohner der Unterkunft, in dessen Zimmer der Streit seinen Anfang nahm, ist der Caritas, die die Asyl-Sozialberatung im Haus durchführt, schon länger bekannt. Immer wieder schleust er Asylbewerber aus anderen Landkreisen unerlaubt in sein Zimmer, die dann als sogenannte „Fremdschläfer“ in der Unterkunft bleiben. Dieses Verhalten sorge für Probleme im Haus und beunruhige vor allem die Familien, die in den unmittelbar benachbarten Zimmern des Mannes leben. „Die Probleme haben wir der Regierung von Oberbayern immer wieder mitgeteilt“, sagt Caritas-Kreisgeschäftsführerin Gabriele Stark-Angermeier. „Zuletzt haben wir bei unserem Quartalstreffen im Juli explizit darauf hingewiesen.“ Auf Wunsch der Caritas sollte der Mann in eine andere Unterkunft verlegt werden. Doch lange Zeit geschah nichts.

Rathauschefin fordert mehr Kontrollen

Höhenkirchens Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) hatte angesichts des schockierenden Vorfalls kritisiert, dass die Einrichtung an der Bahnhofsstraße nicht besser kontrolliert beziehungsweise bewacht wird. In der zweiten Unterkunft an der Ottobrunner Straße, einer Einrichtung des Landkreises München, gebe es einen Wachdienst.

Gestern nun hat die Regierung von Oberbayern konkrete Schritte angekündigt, wie Mayer auf Nachfrage sagt: So soll eine „anlassbezogene Prüfung für die Einrichtung eines Security-Dienstes geben“; die lange Zeit vakante oder nur intern vertretene Verwaltungsstelle (Hausmeisterstelle) wird neu besetzt. Und: „Der Unruhestifter“, auf den die Caritas mehrfach hingewiesen hat, „wird verlegt“. Mayer hofft: „Dann kommen auch seine Kumpel nicht mehr.“

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