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Drei Ausreißer in Siegertsbrunn

Entlaufen: Ponys sorgen für Aufregung

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Auf Entdeckungstour haben sich drei Ponys aus Siegertsbrunn begeben. In Höhenkirchen wurde ihr Ausflug abrupt beendet.

Keine Lust mehr auf ihre Koppel hatten offensichtlich drei Ponys, die am Mittwoch in Siegertsbrunn ausgebüxt sind. Willi, Jacqueline und Nino, allesamt Zwergshettys, machten sich mittags auf den Weg durchs Dorf. 

Eine Art Familienausflug, denn Willi und Jacqueline sind die Eltern von Nino. Nur Carlotta, die Tochter, blieb allein zu Haus – auf der Wiese hinter dem Gasthaus „Inselkammer“, dessen Pächter-Familie Bendig die Vier gehören. Dass ihre Ponys schlau, neugierig und abenteuerlustig sind, das weiß Christl Bendig. 

Schon drei Mal sind sie abgehauen. Allerdings war Carlotta immer dabei. Diesmal nicht. „Vielleicht war sie müde“, vermutet Christl Bendig. Ob jemand das Gatter aufgemacht hat oder die Tiere selbst das Schloss öffneten, ist unklar. 

Die Pony-Familie jedenfalls trabt los, von niemandem aufgehalten. Quer durch den Ort. Bis sie in der Münchner Straße auf Daniela Duda stoßen. Die hat die Tiere von ihrem Bürofenster aus gesehen, ist auf die Straße geeilt und hat sich „mutig vor die Autos gestellt“, die hinter den Ponys herzockeln. 

Daniela Duda hat keine Erfahrung mit Pferden an sich. Aber die Zwergshettys von Familie Bendig kennt sie sehr wohl. Die hat sie nämlich schon einmal eingefangen. Diesmal gelingt es ihr, die Ausreißer in eine Nebenstraße zu treiben. An der Ecke Lena-Christ-/Holzapfelstraße hat sie die Drei dann im Griff. Ein kleines Mädchen kommt ihr zu Hilfe. Alles scheint gut. Sogar die Polizei, von Bendigs verständigt, hat den „Einsatzort“ gefunden. 

Doch dann reißt sich Jacqueline los und lässt sich erst mit einiger Mühe der beiden Polizistinnen wieder einholen. Koch und Spüler vom „Inselkammer“ bringen die Tiere schließlich wohlbehalten zurück zur Koppel. 

Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Denn zur Strafe haben die Ausreißer „kein Leckerli“ bekommen, wie Christl Bendig sagt. Immerhin hatten sie und ihre Belegschaft mächtig Stress, weil die Ponys ausgerechnet mitten im Mittagsgeschäft ausrissen. Aber immerhin: Für Daniela Duda ist bei der Aktion eine Einladung zum Essen im beliebten Gasthaus herausgesprungen. Wer zwei Mal Ponys rettet, hat sich das wohl auch verdient. Was Daniela Duda aber ganz besonders am Herzen liegt, ist ein dickes Lob an das Mädchen, das ihr geholfen hat, dessen Namen sie nicht kennt: „Die hat richtig Zivilcourage bewiesen, das war toll“, sagt sie.

bw

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