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Die freie Fläche am südlichen Ortsrand von Siegertsbrunn soll mit Wohnhäusern bebaut werden. 

Geplantes Wohngebiet in Siegertsbrunn

Angst vor Schatten, Lärm und Verkehr

Lärm, Verkehr und vor allem Schatten: Das fürchten Anwohner der Ahornring-Siedlung, wenn neue Häuser gebaut werden. Derzeit schauen sie auf freie Felder.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Der Bauausschuss hat sich in seiner Sitzung ausführlich mit den Stellungnahmen von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und betroffenen Bürgern zum Bebauungsplan-Vorentwurf für das knapp 2,7 Hektar große Wohnbaugebiet am südlichen Ortsrand von Siegertsbrunn zwischen Ahornstraße und Hofoldinger Straße beschäftigt. Sowohl Bürger als auch die Regierung von Oberbayern und der Bund Naturschutz monierten, dass es keine direkte fußläufige Verbindung zwischen der bestehenden Siedlung am Ahornring und der geplanten neuen Siedlung geben wird.

Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, der die Gemeinde bei der Aufstellung des Bebauungsplans begleitet, wies darauf hin, dass der Fußweg „dringend wünschenswert“ sei, sich aber wegen der fehlenden Mitwirkungsbereitschaft der Anwohner am Ahornring wohl nicht realisieren lässt. Er betonte aber, dass das man nachträglich noch handeln könne: „Ein Gehweg ist immer noch möglich.“ Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) bat darum, doch noch einmal das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen.

Das vorgesehene Neubaugebiet mit Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern ist einigen Bürgern, die am Ahornring wohnen, ein Dorn im Auge. Denn ihre Häuser liegen bisher direkt am Ortsrand mit freiem Blick auf die Felder. Nun sollen ihnen Wohnhäuser vor die Nase gesetzt werden – viele Betroffene fürchten mehr Lärm und Abgase sowie weitere Einschränkungen, zum Beispiel Verschattung ihrer Grundstücke. Laut Prells sei die zu erwartende Verschattung aber minimal und nur wenige Grundstücke der Ahornring-Siedlung betroffen. Zudem wird zum Schutz der Südgärten im Bebauungsplan für das Neubaugebiet eine drei Meter breite Zone entlang der nördlichen Grundstücksgrenze festgesetzt, die von Bauten mit einem Rauminhalt von acht Kubikmetern oder einer Höhe von 1,2 Metern freizuhalten ist. Heißt: „Eine Garage geht dort nicht, ein Komposthaufen schon“, veranschaulichte Prells.

Hans Loidl (CSU) schlug vor, doch im Bebauungsplan genau vorzugeben, wo die Garagen zu stehen haben. Dadurch könne man sich eventuell Ärger und Konflikte ersparen. Prells hielt dies für unnötig. Aufgrund des beschränkten Raumangebotes gebe es sowieso nicht viele Optionen.

Das Landratsamt München verwies darauf, dass gemäß geltenden Flächennutzungsplans die Sichtachse zwischen der evangelischen Kreuz-Christi-Kirche im Westen und der katholischen Leonhardikirche im Osten nicht beeinträchtigt werden darf. Hier verwies Prells auf Regeln im Bebauungsplan, wonach auf bestimmten öffentlichen und privaten Grünflächen nur Gehölze mit einer natürlichen Wuchshöhe von maximal sieben Metern gepflanzt werden dürften, um den Blick auf die Leonhardikirche freizuhalten. Obstbäume müssten entsprechend zugeschnitten werden.

Einige Bürger befürchten zudem eine gravierende Verkehrszunahme durch das Neubaugebiet, beispielsweise am Bahnübergang auf der Bahnhofstraße. Prells erinnerte an eine Studie des Verkehrsgutachters Harald Kurzak. Dieser prognostiziert eine Verkehrszunahme, die nicht über die tägliche Schwankungsbreite hinausgeht und damit keine spürbare Verschlechterung der Stausituation am Bahnübergang verursacht. 

Stefan Weinzierl

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