Überfüllte Radständer am Bahnhof Gauting
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Für S-Bahn-Fahrer, die zum Bahnhof radeln wünscht sich die CSU komfortablere und abschließbare Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder (Symbolfoto).

Umwelt- und Verkehrsausschuss informiert sich über „Bike+Ride“-Projekt der Bahn

Pendler müssen für Radlständer bezahlen

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Die CSU möchte mithilfe absperrbarer Fahrradboxen mehr Komfort für Pendler erreichen, die regelmäßig zum S-Bahnhof Höhnkirchen-Siegertsbrunn radeln und von dort mit der S-Bahn weiterfahren. Nachdem der Gemeinderat Anfang 2021 einen entsprechenden Antrag der CSU einstimmig befürwortet hat, hat jetzt eine Firma, die mit der Deutschen Bahn zusammenarbeitet, auf Einladung der Gemeindeverwaltung im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss ein Konzept vorgestellt.

Im Rahmen dieser sogenannten „Bike+Ride-Offensive“ schließt die DB und ihr jeweiliges Partnerunternehmen mit der Kommune einen Rahmenvertrag ab. Die DB stellt den Grund, auf dem Radstellplätze errichtet werden, die Gemeinde kümmert sich um vorbereitende Maßnahmen wie die Stromversorgung. Das Partnerunternehmen baut, pflegt und wartet die „Bike+Ride“-Anlage und verwaltet während der vertraglich vereinbarten Laufzeit das Geld, das über die gebührenpflichtigen Stellplätze eingeht. Die Einnahmen werden – abzüglich des Verwaltungsaufwandes – an die Kommune überwiesen.

Es winken Fördermittel

Den Bau der Stellplätze muss die Gemeinde bezahlen, allerdings winken bis Ende des Jahres Fördermittel in Höhe von bis zu 70 Prozent, wie Referent Andreas Kontalis von der Kienzler Standmobiliar GmbH den Ausschussmitgliedern erläuterte. Seine Firma gehört zu den DB-Partnerunternehmen und würde gegebenenfalls die „Bike+Ride-Anlage“ am Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn bauen.

Die Angebotspalette reicht von einfachen Radständern mit Überdachung bis zur Sammelschließanlage mit elektronischem Zugangs- und Buchungssystem. Und wer’s noch etwas nachhaltiger will, kann die Fotovoltaik-Anlage auf der Stellplatz-Überdachung gleich mitbestellen.

Vom Bestellen ist die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn aber noch weit entfernt. Ob überhaupt und welche abschließbaren Radständer sie anschafft, will man im Rahmen des geplanten Gesamtkonzeptes für den Rad- und Fußverkehr entscheiden.

CSU favorisiert Einzelboxen

CSU-Fraktionschef Roland Spingler jedenfalls missfiel, dass nur von einer Sammelschließanlage, nicht aber – wie von seiner Fraktion gefordert – von einzelnen absperrbaren Fahrradboxen geredet wurde. Auch Letzteres bietet die Firma Kienzler Standmobiliar GmbH an, Einzelboxen seien aber nicht Bestandteil des Bahnprojekts, wie Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) betonte. Die müsste die Gemeinde dann komplett, ohne Förderung, selbst finanzieren.

Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) wollte wissen, wie vandalismussicher die Anlagen sind und ob man sie irgendwo im Landkreis besichtigen kann. „Auf Vandalismus kann Ihnen keiner eine Gewährleistung geben“, antwortete Kontalis und musste die Zweite Bürgermeisterin auch bezüglich ihrer anderen Frage enttäuschen. Da es das Produkt in dieser Form noch nicht gibt, gibt es auch keine Anlage zu besichtigen.

Manfred Eberhard (UB) stellte infrage, ob absperrbare Radständer überhaupt benötigt würden, und wollte wissen, ob es eine Statistik über Raddiebstähle am Bahnhof gibt. „Ich kenne kaum eine Familie, bei der nicht einem Kind das Fahrrad am Bahnhof geklaut wurde“, entgegnete Konwitschny. Ihres Wissens gebe es wenig Leute, die hochwertige Räder dort abstellen. Auch Spingler bestätigte den Bedarf: „An uns sind schon mehrere Bürger deshalb herangetreten.“

Auch beim E-Säulen-Ausbau will die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn Gas geben.

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