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Freie Sicht aufs Gotteshaus: Vom Bahnübergang an der Esterwagnerstraße kann man die Filial- und Wallfahrtskirche St. Leonhard gut sehen. Das soll auch so bleiben, wenn die neue Siedlung am Kirchenweg entsteht.

Bepflanzung Bei Neubaugebiet wird eingeschränkt

Der Blick auf die Leonhardikirche ist heilig

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Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Freie Sicht auf die Leonhardikirche inHöhenkirchen sollen die Bürger auch weiterhin haben, wenn sie von der Kreuz-Christi-Kirche oder vom Bahnübergang an der Esterwagnerstraße in Richtung Osten schauen. Für das Neubaugebiet am Kirchenweg gibt es deshalb Einschränkungen bei der Gartengestaltung.

Auf einem knapp 2,7 Hektar großen Grundstück am Kirchenweg zwischen Ahorn- und Hofoldinger Straße ist ein Neubaugebiet mit Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern in lockerer Bebauung und viel Grün geplant. Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum hat für die Gemeinde nun analysiert, ob es durch das vorgesehene Bauprojekt zu Einschränkungen bei der Sicht auf die Wallfahrtskirche gibt und wie man dies gegebenenfalls verhindern kann.

Denn die Sichtachse zwischen der evangelischen Kreuz-Christi-Kirche im Westen und der katholischen Leonhardikirche im Osten ist der Gemeinde und den Bürgern heilig. Sie ist sogar im Flächennutzungsplan, dem Bauleitplan der Gemeinde, als schützenswert aufgeführt.

Prells hat untersucht, wie es derzeit mit der Sichtachse bestellt ist und veranschaulichte den Gemeinderatsmitgliedern in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses anhand von Bildern und einer Präsentation, welche Auswirkung die geplante Bebauung darauf hat – nämlich so gut wie gar keine. „Die Baufenster stören den Sichtbezug nicht“, lautete das Fazit des Ingenieurs. Lediglich wenn im südlichen Bereich der überbaubaren Grundstücksfläche hohe Bäume gepflanzt werden beziehungsweise wachsen, „könnte der Kirchturm Konkurrenz bekommen“. Bereits jetzt verdecken bestehende Obstbäume zum Teil die Sicht auf die Kirche. Je höhe diese wachsen, desto mehr wird laut Prells die Sicht auf das Gotteshaus in Zukunft eingeschränkt.

Prells schlug deshalb den Ausschussmitgliedern vor, Regelungen zu treffen, die den Bewuchs in dem besagten Bereich einschränken – zum Beispiel durch eine Höhenbegrenzung oder eine Artenauswahl.

Er hätte je nach Bedarf zum Schutz der Sichtachse noch weiterführende Maßnahmen in der Hinterhand gehabt. So wäre es denkbar gewesen, die bebaubare Fläche einzuschränken, in dem man zum Beispiel im südlichsten Bereich nur ebenerdige Anlagen wie Terrassen zulässt. Ein noch gravierender Eingriff wäre gewesen, bei den Häusern ganz im Süden statt zwei Vollgeschossen nur mehr ein Vollgeschoss mit Dachgeschoss zu genehmigen oder gar ganz auf einen Teil der Bebauung zu verzichten. „Aber die Ausnutzung des gesamten Baugebietes sinkt dann“, warnte Prells.

Die Ausschussmitglieder sahen auch keine Notwendigkeit, mehr als die Bepflanzung zu reglementieren. „Es reicht, wenn wir in der Grünordnung die Wuchshöhen festsetzen“, befand Peter Guggenberger (CSU). Dritte Bürgermeisterin Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) ließ sich von Prells noch einmal versichern, dass keines der Häuser in der geplanten Siedlung jemals die Kirche verdecken werde. Der Ingenieur verwies darauf, dass er bei seinen Berechnungen vom ungünstigsten Fall ausgegangen ist: nämlich dass die Häuser direkt an der Südgrenze errichtet werden. Selbst in diesem Fall, bleibe die Sichtachse bestehen, betonte Prells. Er geht aber sowieso davon aus, dass die Häuser so gebaut werden, dass Garten und Terrasse im Süden liegen.

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