Platzt aus allen Nähten: die Erich-Kästner-Schule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
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Platzt aus allen Nähten: die Erich-Kästner-Schule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.

Nur die UB-Fraktion stimmt dagegen

Raumnot in der Erich-Kästner-Schule: Erste wichtige Entscheidung gefallen

  • Stefan Weinzierl
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In der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn herrscht akute Raumnot vor. Jetzt hat der Gemeinderat eine erste wichtige Entscheidung getroffen, um die Situation zu entschärfen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Die Raumnot an der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn soll kurzfristig durch eine Container-Lösung gelindert werden. Das hat jetzt der Gemeinderat mit großer Mehrheit entschieden. Wobei kurzfristig keineswegs bedeutet, dass die Schule schon in den nächsten Wochen und Monaten mit den dringend benötigten zusätzlichen acht Klassenzimmern, zwei Gruppen- sowie Sanitärräumen rechnen darf. Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass der zweigeschossige Containerbau zum Start des Schuljahres 2021/22 übergeben werden kann.

Gegen die Container-Lösung stimmte die UB-Fraktion. Sprecher Manfred Eberhard plädierte dafür, die Schule schnell um ein Modulgebäude zu erweitern. Das biete einen höheren Standard und nehme den zeitlichen Druck, was die langfristige Schulerweiterung angeht. Er geht davon aus, dass aufgrund steigender Schülerzahlen der Modultrakt auch nach der Erweiterung gebraucht wird. Deshalb sei die Modul-Lösung nachhaltiger und günstiger.

Bürgermeisterin warnt vor Nachteilen bei Modulgebäude

Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) befürchtete im Hinblick auf die Fördermöglichkeiten genau das Gegenteil. „Wenn wir keine Förderung mehr bekommen, wird das die teuerste Lösung sein“, meinte sie angesichts des Umstands, dass ein Modulgebäude zwar im Gegensatz zu Containern förderfähig ist, dafür aber die anschließende Schulerweiterung nicht mehr gefördert wird. Zudem müssten die Räume im Modultrakt bei einer Förderung 25 Jahre als Klassenräume genutzt werden.

Auch Anita Reiprich (SPD) favorisierte die Container-Lösung. Errichte man erst das Modulgebäude, bestehe die Gefahr, das man die Erweiterung der Schule auf die lange Bank schiebt, argumentierte sie. Peter Guggenberger (CSU) wiederum warnte davor, das „Flickwerk“ an der Erich-Kästner-Schule um ein Modulgebäude zu erweitern. Die Container könne man mieten oder aber kaufen und sie später wieder verwerten.

„Es brennt der Schule unter den Nägeln“, warnte Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) angesichts der Prognose der Verwaltung, dass der Modulbau erst in rund eineinhalb Jahren steht. Otto Bußjäger (UB) bezweifelte dagegen, dass die Realisierung des Modulbaus so lange dauert.

Karsten Voges (Grüne) hätte als Grundlage für die Entscheidungsfindung gerne gewusst, was denn die Varianten der geplanten Schulerweiterungen kosten und welche Auswirkungen sie auf die möglichen Provisorien haben. Doch Konwitschny bat darum, vordringlich die akute Raumnot der Schule zu verbessern. Wenn schon Container, dann bitte gebrauchte und damit kostengünstige, bat Janine Schneider (Grüne). Das sah Mathias Mooz (CSU) anders. „Der Charme der Container-Lösung liegt meines Erachtens nur im Kauf“, sagt er und erinnerte daran, die die Gemeinde in der Vergangenheit schon mehrmals Container anmieten musste.

Die Verwaltung rechnet mit rund 1,7 Millionen Mietkosten brutto für die Containeranlage, mit etwa 2,5 Millionen Euro Kosten bei einem Kauf. Das Modulgebäude hätte den Berechnungen der Verwaltung zufolge etwas über vier Millionen Euro gekostet.

Peter Guggenberger will drastische Lösung: Schulneubau in Siegertsbrunn

Völlig offen ist, auf welche Art und Weise die Schule später erweitert werden soll. Das hängt auch damit zusammen, dass nach wie vor unklar ist, ob die Realschule nebenan gebaut wird und dann Grund-, Mittel- und Realschüler gemeinsam eine Sporthalle und eine Mensa nutzen können. Sogar ein Bürgerbegehren zum Realschulneubau ist im Gespräch. Stefan Piehlmaier vom Bauamt stellte mehrere Erweiterungsvarianten vor: So könnte beim Neubau einer Sporthalle die Fläche der alten Turnhalle für den Bau neuer Unterrichtsräume genutzt werden. Auch ein Anbau ans Schulhauptgebäude, die Aufstockung des Pavillion-Gebäudes oder ein allein stehendes Modulgebäude als langfristige Lösung seien denkbar. Für den radikalsten Weg warb Guggenberger: den Schulstandort an der Brunnhaler Straße aufgeben und die Schule in Siegertsbrunn neu bauen.

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