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Der ehemalige CSU-Ortschef Günter Meining (l.) beglückwünscht den CSU- Bürgermeisterkandidaten Roland Spingler. 

Er ist kein Superman, aber ein Kümmerer

Er hat besondere Verbindung zu Angela Merkel: CSU wählt Roland Spingler zum Bürgermeisterkandidaten

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Er hat eine besondere Verbindung zu Kanzlerin Merkel: Die CSU Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat jetzt den Ortsvorsitzenden Roland Spingler zum Bürgermeisterkandidaten gewählt.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Jetzt ist es amtlich: Der Bürgermeisterkandidat der CSU in Höhenkirchen-Siegertsbrunn heißt Roland Spingler. Die Mitglieder des Ortsverbandes haben sich auf der Aufstellungsversammlung mit großer Mehrheit für den 62-jährigen Juristen und Volkswirt ausgesprochen, der derzeit bei der Kreissparkasse tätig ist und seit rund zehn Jahren den Ortsverband führt. Er soll Nachfolger von Parteifreundin Ursula Mayer werden, die nach 18 Jahren als Rathauschefin bei der Kommunalwahl im März nicht mehr antreten wird. „Ich bin kein Superman“, sagt Spingler nach der Wahl, verspricht aber, mit Herzblut für einen Wahlerfolg zu kämpfen. Er wolle alles dafür tun, „die positive Entwicklung in unserer Gemeinde fortzusetzen“.

CSU Höhenkirchen-Siegertsbrunn macht aus Wahl ein Event

Es ist kurz nach 19 Uhr, als die ersten Posaunenklänge aus dem Saal des „Feuer & Stein“ in Höhenkirchen erschallen. Drinnen spielen die Musikanten der Hirschwinkler Bauernmusi auf. Für die CSU-Mitglieder und Gäste, die nach und nach eintreffen, stehen an den dekorierten Tischen üppige Brotzeitbrettl mit Wurst und Käse, Brez’n und Brot bereit. Die CSU macht aus der Wahl ihres Kandidaten ein Event – und demonstriert Geschlossenheit nach turbulenten Wochen. Gemeinderätin Andrea Hanisch, die ursprünglich zur CSU-Bürgermeisterkandidatin gekürt werden sollte, nach internen Querelen aber das Handtuch geworfen hat, ist erst gar nicht erschienen. Ihre Anhänger, wenn sie denn der Versammlung beiwohnen, bleiben stumm.

Dafür legen sich die Unterstützer Spinglers mächtig ins Zeug. CSU-Fraktionschef Peter Guggenberger ist zwar selbst nicht bei der Versammlung anwesend, lässt es sich aber nicht nehmen, schriftlich Spingler Stärken herauszustellen. Er sei „integer und absolut zuverlässig“, habe den Ortsverband in vielen Jahren mit höchstem persönlichen Einsatz geführt. Und er sei genau der Richtige, um die finanziell klamme Gemeinde zu führen, die jetzt vor allem eines brauche: jemanden, der verantwortungsvoll wirtschaftet.

Auch die langjährige CSU- Gemeinderätin Christine Reischl, die vor rund drei Jahren ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, hält ihren Nachfolger im Gemeinderat für einen Glücksfall als Kandidaten. Er sei nicht nur „ehrlich, loyal, teamfähig und ortsverbunden“, sagt sie, sondern vor allem „ein Kümmerer“.

Höhenkirchen: CSU-Bürgermeisterkandidat Spingler am gleichen Tag geboren wie Angela Merkel

Spingler selbst, der am 17. Juli 1957 geboren wurde und damit am gleichen Tag, nur drei Jahre später, das Licht der Welt erblickt hat als Kanzlerin Angela Merkel,  gibt sich bei seiner Vorstellung bescheiden und zurückhaltend, Aufsehen zu erregen ist – wie im Gemeinderat – nicht sein Ding. Der gebürtige Pforzheimer, der seit 2006 in Siegertsbrunn wohnt und sich in vielen Vereinen vor Ort engagiert, setzt auf Sachlichkeit. „Die Gemeinde mit ihrem gesellschaftlichen Zusammenhalt liegt mir sehr am Herzen“, sagt der leidenschaftliche Tennisspieler und Radfahrer, der sich schon früh für die Junge Union engagierte und vor Ort bei den Arbeitskreisen „Ortsentwicklung und Mobilität“ sowie „Kind und Familie“ mitwirkt.

Als Bürgermeister will er versuchen, das Verkehrsaufkommen innerorts zu reduzieren. Eine zukunftsfähige Ortsentwicklung ist seiner Ansicht nach nur durch die Tieferlegung der die beiden Ortsteile trennenden S-Bahn-Gleise zu erreichen. Um den Bildungsstandort Höhenkirchen-Siegertsbrunn weiter zu entwickeln, verspricht er den Ausbau der Kinder- und Schülerbetreuung. Dafür müsse es auch ein besseres Wohnraumangebot für Erzieher geben. Er will unter anderem das Wohnen auf innerörtlichen Flächen entwickeln und innovatives Gewerbe ansiedeln. „Unsere Kinder sollen nicht mangels Arbeitsplätzen wegziehen oder zu Dauerpendlern werden müssen.“

Sein Auftritt überzeugt letztlich den Großteil der 56 anwesenden Mitglieder. Bei drei ungültigen Stimmzetteln stimmen 47 CSUler für Spingler, sechs machen ihr Kreuzerl bei „Nein“. Im Anschluss schwört der Gewählte seine Anhänger auf den bevorstehenden Wahlkampf ein. Es bedarf einer großen gemeinsamen Anstrengung, betont er, denn: „CSU-Mehrheiten sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich.“

Spingler ist der dritte Kandidat, der in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ums Bürgermeisteramt kämpfen will. Die SPD hat ihre Bürgermeisterkandidatin Mindy Konwitschny bereits gewählt.

Auch die Grünen haben mit Karsten Voges erstmals in der Gemeinde einen eigenen Bürgermeisterkandidaten nominiert.

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