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Eva Claus, die sich als Ein-Mann-Band „de Eva“ nennt. Gerade hat sie ihr erstes Album aufgenommen. Es heißt „Ausrasten“ und wird im September erscheinen. Zwei Titel daraus sind schon online gestellt worden, „Dreckpfützn“ und „Ziag deine Schua aus und tanz“.

Höhenkirchnerin auf Hitkurs

Dieser Song soll Bayerns Sommerhit werden

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Ihr ganzes Leben lang macht Eva Claus schon Musik. Jetzt hat die 38-Jährige aus Höhenkirchen ihr erstes Album eingespielt – und ein Song daraus, „Dreckpfützn springa“, ist auf dem besten Weg, ein Sommerhit zu werden.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Drei Tage, nachdem Eva Claus ihr Song-Video auf Youtube gestellt hat, wurde es  bereits 1330 geklickt. Einige Hörer haben auch schon begeisterte Kommentare zu dem Gute-Laune-Lied hinterlassen: „Der Song wird durch die Decke gehen“ oder auch: „Des wird mein Lied.“ Das Video ist an vielen Schauplätzen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn entstanden. Dort wohnt die quirlige Künstlerin nämlich. Der Clip zeigt Szenen, in denen wir im Alltag überfordert sind. Wenn mal wieder nichts klappt. Gedreht wurde das Ganze in Rößler’s Kaffeerösterei, bei Getränke Geissler, mitgewirkt haben nicht nur die Familie vom Höhenkirchner Italiener „La Bella Sicilia“, sondern auch das Team der Grundschule – und sogar Bürgermeisterin Ursula Mayer kommt vor. 

„Dreckpfützn springa“: Ein Song mit Message

Gute Laune beim Pfützen-Springen: Eine Szene aus dem Video. 

Eva Claus sagt, es rege sie ziemlich auf, dass sich bei uns „jeder selbst der Nächste“ ist. Dass wir so wenig füreinander da seien. „Die Menschlichkeit ist das, was uns als Gesellschaft ausmacht.“ Deshalb kommt in ihrem Video auch das Rote Kreuz Höhenkirchen vor, wie es sich mit dem Rettungswagen durch eine heillos zugeparkte Straße kämpft. „Ich wollte auch, dass da eine Message dabei ist.“ Derweil ist bei ihr selbst mitnichten immer alles am Schnürchen gelaufen. Sie habe es, berichtet sie, als Kind auch nicht immer leicht gehabt, was zählt, sei aber, dass sie jetzt so gut kann mit den Eltern, die sehr stolz auf sie sind. Sie sagt sinngemäß, Tiefen gehören halt zum Leben dazu, und: „Letztlich kann man gerade in diesen Tiefen Schwung holen.“ 

Sie ist ihre eigene Band

„Dreckpfützn springa“ ist Teil des Albums, das sie heuer über mehrere Monate hinweg aufgenommen hat. Sie hat sämtliche Lieder dafür selbst geschrieben, im Studio alle Instrumente eingespielt. Beraten und hin und wieder auch musikalisch unterstützt wurde sie von einem dieser vielen Kollegen, die ihr irgendwann über den Weg gelaufen sind und mit denen sie seither befreundet ist. In dem Fall war es Michael Schott, „ein Musiker durch und durch“. Allein macht sie auch momentan am meisten Musik. Sie hat sich schon vor einiger Zeit ein Schlagzeug gekauft aus Amerika, das man ausschließlich über zwölf Pedale mit den Füßen bedient. So kann man sie dann auf kleinen Festivals erleben: Wie sie auf der Bühne sitzt, gleichzeitig Gitarre spielt und Schlagzeug und dazu singt oder auch noch Mundharmonika spielt. Sie ist ihre eigene Band. Und nennt sich „de Eva“. Sie sagt, während sie lacht und gestikuliert: „Mein Traum ist es, mein Leben mit Musik zu finanzieren.“ 

Eva Claus ist ein musikalisches Multitalent

Aufgewachsen ist die zweifache Mutter mit den langen blonden Haaren, die viele Ketten, Armbänder und Ringe trägt, in Waging am See. Der Vater war Lehrer, aber die Mutter sang im Kirchenchor – und hat ihre Tochter dorthin schon früh mitgenommen. „Ich hab da noch Sopran gesungen.“ Mit fünf lernte sie Blockflöte, die bald ersetzt worden ist durch eine Querflöte. Klavier, Saxophon, Bass, Zieharmonika und Schlagzeug brachte sie sich selbst bei. 

Die verschiedensten Sachen hat sie musikalisch schon ausprobiert. Musikunterricht gibt sie sowieso auch, damit generiert sie einen wichtigen Teil ihres Lebensunterhalts. Sie war als Background-Sängerin und auch Bassistin in der „Bluespower“-Band von Marc Dorendorf zu hören. Sie verdingte sich als Studiomusikerin. Und zwischendurch hatte sie auch ihre eigene Band, zusammen mit zwei Kolleginnen, sie nannten sich: „zu dritt“. Machten punkigen Rockpop, ähnlich wie „Wir sind Helden“ oder „Silbermond“. Bei Nachwuchs-Wettbewerben in der Muffathalle und im Backstage kamen sie jeweils auf einen beachtlichen zweiten Platz. 

Ihre Kinder sind das beste Hitbarometer

Zwischendurch spricht sie auch viel über ihre Kinder, die vier und sechs sind – und denen sie die Nachmittage widmet. Letztens, als sie mit ihrer aktuellen Frauenband „Queen Baba“ im Andechser auf dem Tollwood spielte, kam die Ältere immer wieder auf die Bühne und gab ihr ein Bussi. Eva Claus sagt, die beiden seien ihre besten Hitbarometer. „Was den Kindern gefällt, das wird dann auch was.“

Jeden Tag, meint sie, würde ihr ein Lied einfallen, an Ideen mangelt es ihr bestimmt nicht. Wichtig sei jetzt erstmal, das Album gut zu promoten, was sie übrigens auch selbst macht, sie hat eine Promoting-Agentur für Musiker gegründet, die „Wetterleuchten“ heißt. Sie will noch ein zweites Video drehen „mit meinem Team“, um mit „professionellem Material an den Start zu gehen“. 

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