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Der Kreuzungsbereich an der Kreuz-Christi-Kirche soll künftig Martin-Luther-Platz heißen. Jetzt geht es um die Frage, ob und inwieweit der Bereich auch zum Platz umgestaltet werden kann.

Diskussion um hohe Kosten

Wieviel Lutherplatz darf es denn sein?

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Wenn die Gläubigen der Kreuz-Christi-Kirche heuer am 31. Oktober den 500. Jahrestag der Reformation feiern, wollen sie auch ein sichtbares und nachhaltiges Zeichen zu Ehren Martin Luthers setzen: So soll die Kreuzung, an der die Kirche liegt, ab diesem Zeitpunkt den Namen des theologischen Urhebers der Reformation tragen. Die politische Gemeinde hat dem Wunsch der Kirche bereits entsprochen. Jetzt dreht sich alles um die Frage: Wie soll der Platz überhaupt aussehen?

Höhenkirchen-Siegertsbrunn– Es war einer der Punkte, der bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat unlängst für großes Stirnrunzeln bei vielen Ratsmitgliedern sorgte: Die Rathausverwaltung hatte für die Platzgestaltung vor der evangelischen Kirche Baukosten in Höhe von 200 000 Euro eingestellt. Eine Summe, die mehreren Räten doch sehr hoch vorkam, und die deshalb genau wissen wollten, was denn an der Kreuzung Esterwagner-/Kramer-/Gartenstraße umgestaltet werden soll.

Die Auskunft der Verwaltung war allerdings recht spärlich: Bauamtsleiter Klaus Rieger erklärte auf Nachfrage, er habe sich den Bereich vor der Kirche einmal angesehen und – ausgehend von seiner langjährigen Erfahrung – die Umgestaltungskosten für den Bereich einfach mit 200 000 Euro angesetzt. Denn selbst unspektakuläre Arbeiten wie die Versetzung von Kanaldeckeln oder das Aufstellen von Sitzbänken verschlinge schon eine entsprechende Summe.

Recht viel schlauer waren die Gemeinderatsmitglieder nach dieser Aussage nicht. Und so mancher Sitzungsteilnehmer hätte es gerne gesehen, wenn man angesichts der angespannten Finanzlage der Gemeinde weniger Geld für die Platzgestaltung in die Hand nimmt. Der von den Unabhängigen Bürgern vorgebrachte Vorschlag, die Summe auf 50 000 Euro zu begrenzen, fand aber letztlich keine Mehrheit. Dritte Bürgermeisterin Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) sprach sich dafür aus, die Summe erst einmal stehen zu lassen und einen Planer hinzuzuziehen. Und Rathauschefin Ursula Mayer (CSU) ergänzte: „Wir müssen das Geld ja nicht ausgeben.“

Für Pfarrer Thomas Lotz würde es genügend, wenn man ein Schild aufstellt, auf dem Martin-Luther-Platz steht, und die neue Adresse der Kirchengemeinde Martin-Luther-Platz 1 lautet. Natürlich fände er es auch schön, wenn sich optisch etwas verändern würde. Zum Beispiel, wenn die alte Mauer, die die Grünfläche vor der Kirche von der Kreuzung trennt, verschwinden würde. Die Betonmauer ist das einzige Überbleibsel des 2001 abgerissenen alten Kirchenbaus und wird immer wieder von Unbekannten mit Graffiti überzogen.

Doch das Geld, das die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ausgeben kann, ist laut Lotz begrenzt – und bevor man sich näher mit der Planung befasst, muss ein wesentlicher Punkt abgeklärt werden: Was kann man im Kreuzungsbereich alles verändern, ohne dass die politische Gemeinde die Bürger zur Kasse bitten muss. Schließlich sind die Kommunen in Bayern dazu verpflichtet, von den Bürgern Straßenausbaubeiträge zu erheben, wenn sie Straßen ausbauen oder erneuern. In diesem Fall muss abgeklärt werden, ob bei Umbauarbeiten für den Platz nicht die Bürger mitzahlen müssen, deren Grundstück an die Kreuzung angrenzt.

Dass wegen des geplanten Platzes Unmut bei den Nachbarn aufkommt, will Lotz auf keinen Fall: „Es muss sichergestellt sein, dass es den Anwohnern nichts kostet“, betont der Pfarrer. Das sieht Bürgermeisterin Mayer genauso. Allerdings will sie es beim Aufstellen eines Schildes nicht belassen: „Das wäre ein bisserl zu popelig“, sagt sie.

Sie hält es für angemessen, wenn man zumindest die Bordsteine rund um die Kreuzung etwas absenken könnte. Und sie kann sich vorstellen, den Brunnen an der Kirche, der bisher eher ein unscheinbares Dasein fristet, zu versetzen und damit mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Dazu müsste aber wohl auch das alte Pumpwerk des Brunnens repariert werden. Denn laut Lotz fließt dort schon seit Jahren kein Wasser mehr.

Mayer möchte, dass sich ein Landschaftsarchitekt in nächster Zeit den Kreuzungsbereich und das Kirchengelände ansieht und Vorschläge zur Umgestaltung macht. Lotz wiederum will sich Rat beim Architekten der Kirche einholen. Egal, wie die Umgestaltung letztlich aussehen wird – dem Pfarrer ist aber vor allem eines wichtig: „Das wir am 31. Oktober den Platz einweihen können und sich die Menschen darüber freuen.“

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