Nach der offiziellen Abschiedsfeier wollen sich viele Schüler der Erich-Kästner-Schule in Höhenkirchen persönlich von der scheidenden Schulleiterin Hannelore Mathis  verabschieden.
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Nach der offiziellen Abschiedsfeier wollen sich viele Schüler persönlich von der scheidenden Schulleiterin Hannelore Mathis (Mitte) verabschieden.

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Sie tanzte einst mit Thomas Gottschalk: Langjährige Rektorin der Erich-Kästner-Schule verabschiedet

  • Stefan Weinzierl
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Mit Thomas Gottschalk besuchte sie einst Tanzstunden: Hannelore Mathis, Rektorin der Erich-Kästner-Schule in Höhenkirchen, ist jetzt verabschiedet worden - mit einem besonderen Präsent.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Vor einer Woche hat Hannelore Mathis die diesjährigen Schulabgänger der Erich-Kästner-Schule feierlich entlassen, am Mittwochvormittag nun hielt die Rektorin ihre eigene Abschiedsrede vor der Schulfamilie. Die 66-Jährige, die die Grund- und Mittelschule 15 Jahre lang geleitet hat, geht in den Ruhestand.

Die Schul- und Studienzeit eingeschlossen sei sie mittlerweile 60 Jahren in der Schule, erzählte Mathis den rund 500 Kinder, die sich zusammen mit den Lehrern in der Aula versammelt hatten. „Da denke ich, habe ich mir ein Abschlusszeugnis verdient“, meinte die gebürtige Oberfränkin, die in Kulmbach aufs Gymnasium ging - und dabei vor dem Abschlussball auch Tanzstunden mit Thomas Gottschalk besuchte-, in Bayreuth studierte und seit 1988 in Höhenkirchen-Siegertsbrunn lebt, mit einem Augenzwinkern.

Als Bestätigung gab es lang anhaltenden Applaus – und neben Musikeinlagen der Schüler auch ein besonderes Abschiedsgeschenk: Die Mädchen und Buben hatten in den vergangenen Wochen Dutzende Eier ausgeblasen, bunt verziert und damit einen kleinen Osterbrunnen geschmückt, den sie samt Gedicht ihrer scheidenden Rektorin feierlich präsentierten. Im Brunnen steckten Zettel mit vielen guten Wünschen für Mathis. „Der Osterbrunnen bekommt natürlich einen Ehrenplatz in meinem Garten“, sagte Mathis, die aus ihrer Heimat den Brauch des Osterbrunnen-Schmückens in Höhenkirchen eingeführt hat, sichtlich gerührt.

Bewegend war der Abschied aber auch für viele Lehrkräfte. Einige kämpften mit den Tränen, als Mathis ihre Abschiedsworte sprach. Ein sichtbarer Beweis, wie beliebt die Schulleiterin nicht nur bei den Kindern, sondern auch im Kollegium war.

Was sie über die Jahre ausgezeichnet hat? Ihre Herzlichkeit und „die Freiräume, die sie den Lehrkräften gegeben hat, um sich zu entfalten“, sagt ein Lehrer kurz vor der Abschiedsfeier. Eine andere Lehrkraft lobt ihre Geduld und Flexibilität: „Bei ihr ging immer alles.“ Zudem habe sie den Lehrern immer den Rücken gestärkt, ergänzt eine weitere Lehrerin.

Mathis gibt nach der Feier, im Gespräch mit dem Merkur – das Lob zurück: „Eine Schulleiterin kann nur so gut sein, wie es ihr Team zulässt. Und ich hatte ein fantastisches Kollegium.“ Gemeinsam habe man die Erich-Kästner-Schule „zu einem Leichturm der Bildungslandschaft“ hier im Landkreis werden lassen – mit offenem und gebundenen Ganztag, dem Mittleren-Reife-Zug, der Jugendsozialarbeit und den mobilen sonderpädagogischen Diensten.

Geholfen hat Mathis dabei, ihren „Gestaltungsdrang“ zu verwirklichen, sicher ihr Netzwerk im Ort, das sie über die Jahre ausgebaut hat. Vom guten Draht, den die 66-Jährige nicht nur zur Gemeinde pflegte, sondern auch zum örtlichen Gewerbe, den Kindergärten und Vereinen, profitieren nicht zuletzt die Schüler. „Das hat vieles einfacher gemacht“, sagt sie.

Einfacher – und vermutlich auch billiger – wird es nun für Mathis im Ruhestand Urlaub zu machen. Denn jetzt ist sie nicht mehr an die Ferienzeiten gebunden. So wird sie auch im September gleich mit einer ehemaligen Kollegin aus Haar nach Siebenbürgen reisen – gerade wenn die Schule wieder begonnen hat. „Diese Freiheit“, sagt sie, „werde ich richtig genießen.“

Ansonsten hat sie noch keine konkreten Pläne für die Zeit nach der Schule. Sie lässt das Ganze auf sich zukommen: „Ich steige um vom rasenden ICE oder TGV mit den wenigen festgelegten Haltestellen in den Bummelzug, der an jeder Station hält. Hier entscheide ich über meinen Fahrplan, nicht mehr das Schulamt, die Regierung oder das Kultusministerium.“

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