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Symbolträchtiger Auftritt vor dem Kriegerdenkmal: Mittig war die „Germania“ zu sehen, ein Soldat (l.) und der Erzengel Michael (r.).

Ewiges Gedenken: Vor 95 Jahren wurde das Kriegerdenkmal eingeweiht

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Höhenkirchen - Die Ehrung der Gefallenen und Vermissten war bereits kurz nach dem Ersten Weltkrieg ein selbst auferlegtes Gebot aller Bürger der Gemeinde Höhenkirchen und dürfte die Ausgangsbasis nicht nur für die Gründung eines Kriegervereins, sondern auch für die Schaffung eines Kriegerdenkmals gewesen sein. Vor 95 Jahren wurde das Kriegerdenkmal in der Ortsmitte enthüllt.

Für die Bürger der damals noch weniger als 400 Einwohner zählenden Gemeinde Höhenkirchen war es eine große finanzielle Anstrengung, die Kosten für dieses Kriegerdenkmal zu übernehmen. Trotzdem war es vielen wichtig, für die Gefallenen eine würdige Erinnerungsstätte zu errichten. Der Münchner Steinmetzmeister Balthasar Gschwendtner wurde beauftragt, die Arbeiten auszuführen. Dafür stellte er 20 000 Mark in Rechnung. Den Anstoß für die Errichtung des Höhenkirchner Kriegerdenkmals gab ein unbekannter Wohltäter, der eine Spende in Aussicht stellte. Die Gemeinde sah sich durch diese Initiative veranlasst, von Haus zu Haus zu ziehen, um Geld zu sammeln und selbst aus der Gemeindekasse 1000 Mark zuzusteuern. Der Festzug bei der Denkmalsenthüllung am 21. August 1921 mit den Fahnenabordnungen mehrerer Vereine mit deren Fahnen und mit einer Musikkapelle zog an der Südseite des Anwesens „Schloss-Gaar“ in Richtung Schlossanger, wo ein Feldgottesdienst stattfand. Danach erfolgte die Einweihung.

Der frühere Höhenkirchner Arzt Dr. Friedrich Köhler war beim Krieger- und Veteranenverein Höhenkirchen sehr aktiv und hielt öfters auch Reden vor den Vereinsmitgliedern und der Bürgerschaft. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Lautsprecheranlagen. Um sich seinen Zuhörern mit seiner Anspra-che bei der Einweihung des Kriegerdenkmals möglichst gut verständlich zu machen, wählte der Mediziner den Platz in der Glockenstube des Kirchturms als Rednerpodest und benützte ein Sprachrohr mit einer großen runden Öffnung. Das hatte aber den Nachteil, dass man nur das Sprachrohr und nicht mehr den Kopf des Redners sehen konnte. Ein kleiner Bub, der mit seinem Vater zum Kriegerdenkmal gekommen ist, soll der Überlieferung nach gesagt haben: „Du, Papa, sag einmal, ist der liebe Gott da droben auf dem Kirchturm immer so rund?“

Eigens zur Einweihung des Denkmals wurde eine lebendige Figurengruppe zusammengestellt, die sich am Denkmal positionierte. Mittig war die „Germania“ zu sehen, zu ihrer Rechten ein Soldat und zur Linken der Erzengel Michael. Bereits am 8. Januar 1922 ging das Kriegerdenkmal in den Besitz der Gemeinde Höhenkirchen über, wie ein entsprechender Beschluss besagt: „Die Gemeinde übernimmt das Denkmal zur Erinnerung ihrer gefallenen und verstorbenen Helden und läßt alle Krieger nach dem Todestag und in ihrer Heimat verstorbenen Helden sowohl auch aus den Jahren 1870/71 auf Kosten der Gemeinde seitlich anbringen. Die Gemeinde übernimmt auch die Renovation sämtlicher Namen und Ausbesserungen in späteren Jahren.“

Bei dem Kriegerdenkmal handelt es sich um ein breites Epitaph auf Postament mit darauf ruhendem Löwen. Ausgefertigt wurde es in Tuffstein. Tatsächlich handelt es sich auch offiziell um ein Denkmal: Es steht auf der Liste der Baudenkmäler.

mm

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