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Alles auf Anfang: Was mit dem Ruf-Gelände passiert, ist wieder völlig offen. 

Familienzentrum auf dem Ruf-Gelände steht auf der Kippe

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Wie das Ruf-Gelände in Siegertsbrunn künftig genutzt werden soll, ist vier Jahre nach dem Bürgerbegehren wieder völlig offen. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, einen geplanten Realisierungswettbewerb für das Areal auf Eis zu legen. Das vorgesehene Familienzentrum steht damit jedenfalls auf der Kippe.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn– Über kein Projekt ist in der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn in den vergangenen Jahren wohl so viel diskutiert und gestritten worden wie über die Zukunft des ehemaligen Firmengeländes an der Bahnhofstraße. Und eine Einigung darüber, wie das Areal künftig genutzt werden kann, ist weiter nicht in Sicht. Seit eine Bürgerinitiative 2014 erfolgreich über 1000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt hat und dadurch das von Rathauschefin Ursula Mayer (CSU) initiierte Sanierungskonzept für das Ruf-Verwaltungsgebäude ausgebootet wurde, beschäftigten sich Verwaltung und Gemeinderat mit einer kompletten Überplanung des Areals und dem Bau eines Familienzentrums. Beide Punkte hatte die Bürgerinitiative gefordert.

Bauarbeiten für Anwohner nicht zumutbar?

Um Fördergelder für das Familienzentrum zu erhalten, hat sich die Kommune mit Erfolg darum beworben, ins Städtebauförderprogramm aufgenommen zu werden. Dazu wird derzeit unter Leitung der Dragomir Stadtplanung GmbH ein sogenanntes integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet, an dem sich auch die Bürger beteiligen.

Im Rahmen des ISEK-Verfahrens ist laut Mayer auch über das Familienzentrum am Standort-Rufegelände gesprochen worden. Dabei sei nun die die Frage aufgekommen, ob das Familienzentrum aufgrund seiner langen Bauzeit Anwohnern und Gewerbetreibenden zuzumuten sei. Unklar sei zudem, wie sich das Bauprojekt auf die stark verkehrsbelastete Bahnhofstraße auswirkt. Angesprochen wurde laut Mayer auch, ob das Familienzentrum nicht besser zusammen mit dem geplanten Rathaus in der neuen Ortsmitte am Bahnhof als Bürgerzentrum verwirklicht werden könne. Und ob auf dem Ruf-Gelände nicht eine weniger flächenintensive Nutzung realisiert werden soll. So habe es die Idee gegeben, dort Start-up-Unternehmen anzusiedeln und eine Parkanlage zu errichten. Um sich mit diesen Überlegungen intensiver auseinandersetzen zu können, bat Mayer darum, den bereits beschlossenen Realisierungswettbewerb auf Eis zu legen.

Wunsch der Bürger nicht einfach „in die Tonne treten“

Mindy Konwitschny (SPD) bestätigte, dass es Gedankenspiele gebeben habe, in der neuen Ortsmitte ein Kompetenzzentrum einzurichten. Das Familienzentrum soll ihrer Ansicht nach aber mit seinen Angeboten weit über eine derartige Einrichtung hinaus gehen und kann deshalb nicht in der Neuen Ortsmitte verwirklicht werden.

Manfred Eberhard (UB) erinnerte daran, dass die Gemeinde, bevor ein Rathaus gebaut werden soll, erst einmal bestehendende Räume auf dem Areal der neuen Ortsmitte zu einem Hort oder eine andere Kinderbetreuungseinrichtung umfunktionieren wolle. Das steht seiner Ansicht nach auch der zügigen Verwirklichung eines Familienzentrums an dieser Stelle im Weg. Sein Fraktionskollege Ulrich Bug wies darauf hin, dass man bisher versucht habe, den Zielen des Bürgerbegehrens nachzukommen. „Wenn wir das jetzt in die Tonne treten, müssen wir das gut begründen.“

CSU-Fraktionschef Peter Guggenberger sprach sich für eine Aussetzung des geplanten Wettbewerbsverfahrens aus. Denn dann gebe es kein Zurück mehr. Den Entwurf des Architekten, der den Wettbewerb gewinne, müsse man realisieren, warnte er. Aber aufgrund der derzeit schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde sei der Bau des Familienzentrums, der nach Schätzungen des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum rund 6,3 Millionen Euro kosten wird, erst in ein paar Jahren zu stemmen.

Bis 15. September will man sich noch einmal Gedanken machen und dann entscheiden. Mit 15:7 Stimmen wurde dieses Vorgehen beschlossen.

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