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Das Areal am Hirschwinkel haben die Mitglieder des Naturbadvereins auf seine Eignung als Standort testen lassen. Es wurde Schadstoffen belastetes Material entdeckt. Das Bild stammt von einem der ersten Ortstermine.

Finanzielle Schwimmflügel

Naturbadverein: Gemeinde übernimmt Kosten für Standort-Gutachten

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Der Naturbadverein bleibt nicht auf den Kosten des Standort-Gutachtens sitzen. Die Gemeinde bezahlt es. Auch andere Vereine dürfen sich über Zuschüsse freuen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Der Hauptverwaltungsausschuss der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dem Naturbadverein die Kosten für die Untersuchungen des gemeindeeigenen Grundstücks am Hirschwinkel zu erstatten. Der Verein, der sich für den Bau eines Naturbads im Ort einsetzt, hatte dafür im Vorfeld der Haushaltsberatungen einen Zuschussantrag in Höhe von knapp 10 600 Euro gestellt.

Roland Spingler (CSU) sprach sich gegen die finanzielle Unterstützung des Vereins aus. „Wir sollten ein Zeichen setzen“, forderte er und erinnerte an die Jahre zurückliegende Entscheidung des Gemeinderats, den Verein zwar bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück zu unterstützen, ihm aber keinerlei finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Der Verein müsse die Kosten für das Gutachten selbst stemmen, meinte Spingler. Er äußerte Bedenken, dass der geforderte Zuschuss nicht das Ende der Fahnenstange sei und der Verein immer wieder von der Kommune finanzielle Hilfen einfordere. Letztlich stimmten sowohl Springler als auch seine Parteifreundin Irmgard Pauli sowie Walter Kratschmann (AFW) gegen die Gewährung des Zuschusses.

Bußjäger: Naturbad muss von Gemeinde getragen werden

Otto Bußjäger (UB) forderte daraufhin die Gemeinderatskollegen und die Rathausverwaltung auf, ihm den Gemeinderatsbeschluss, in dem festgehalten ist, dass man den Naturbadverein nicht finanziell unterstützen will, vorzulegen. Bisher habe ihm niemand das Papier zeigen können, betonte Bußjäger und sprach von „Legendenbildung“. Er geht davon aus, dass ein Naturbad sowieso langfristig von der Gemeinde und nicht von einem Verein getragen werden müsse. „Ich will das Naturbad in Zukunft deutlich mehr unterstützen“, sagt er. Seine Fraktion hat sogar den Antrag gestellt, in den Haushalt 2020 für den Naturbadverein 100 000 Euro locker zu machen.

Mindy Konwitschny und Anita Reiprich (beide SPD) erinnerten daran, dass der Naturbadverein letztlich ein Guthaben für ein Gemeindegrundstück habe machen lassen und deshalb auch die Gemeinde davon profitiere. „Jetzt wissen wir, woran wir sind“, sagte Konwitschny. Fraktionskollegin Reiprich wiederum widersprach Spinglers Darstellung, der Verein werde wiederholt als Bittsteller auftreten. „Ich glaube nicht, dass man den Verein ständig unterstützen muss“, sagte sie. Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) erinnerte daran, dass die Mitglieder des Naturbad-Vereins extrem motiviert seien. So ein ehrenamtliches Engagement müsse unterstützt werden.

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Wie berichtet hat der Naturbadverein das von der Gemeinde für den Bau des Bades vorgesehene Grundstück am Hirschwinkel, ein Areal neben der Flüchtlingsunterkunft an der Ottobrunner Straße, auf eigene Kosten auf seine Brauchbarkeit untersuchen lassen. Bei einer Bodenuntersuchung wurde auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube, die mittlerweile als Biotop ausgewiesen ist, mit Schadstoffen belastetes Material entdeckt. Das macht den Bau eines Naturbades dort kompliziert und teurer als ursprünglich angenommen. Der Naturbadverein favorisiert trotzdem weiter diesen Standort. Mittlerweile wurde ein Arbeitskreis aus Vertretern des Vereins, des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung eingerichtet, der sich unter anderem mit der Standortfrage beschäftigt.

Geldsegen für weitere Vereine

Neben dem Zuschuss in Höhe von knapp 10 600 Euro für den Naturbadverein haben die Mitglieder des Hauptverwaltungsausschusses – trotz der Vorbehalte von Kämmerin Christine Schmidt – auch weiteren Vereinen, Organisationen und Gruppen Sonderzuschüsse in Aussicht gestellt. So soll der ETC Siegertsbrunn für die Renovierung der Asphaltstockbahnen 20 000 Euro erhalten, das Leonhardi-Ensemble soll im kommenden Jahr mit 4000 Euro unterstützt werden. Mit 4400 Euro soll die Caritas unterstützt werden, die im Rahmen ihrer Lebensmittelausgabe „Tisch Südost“ auch bedürftigen Bürgern aus Höhenkirchen und Siegertsbrunn hilft. Zudem soll erstmals die Elterninitiative Zwergerlstube einen Kinderförderungs-Zuschuss von fünf Euro pro Kind erhalten – unter der Voraussetzung, dass die Initiative nachweist, dass die von ihr betreuten Kinder auch aus der Gemeinde stammen

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