Grafik von Höhenkirchen-Siegertsbrunn samt eingezeichnetem Realschul-Standort
+
Die Realschule soll nach dem Willen des Gemeinderats von Höhenkirchen-Siegertsbrunn neben der Erich-Kästner-Schule gebaut werden. Der als Schulcampus bezeichnete Standort am Gymnasium ist vom Tisch.

Nach Gespräch mit Grundstückseigentümer

Mehr Platz für den Realschul-Neubau in Höhenkirchen

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
    schließen

Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn treibt die Planung für den Realschulbau an der Brunnthaler Straße voran - und hat plötzlich mehr Spielraum.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Möglichst schnell will man dem Schulzweckverband mitteilen, „wohin die Reise gehen soll“, wie es Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) jetzt im Bauausschuss ausdrückte. Sprich: Der Gemeinderat soll sich für eine konkrete Variante des Realschul-Neubaus entscheiden. Danach sei der Zweckverband am Zug, betonte die Rathauschefin.

Eine zentrale Frage ist, ob die mit dem Realschul-Bau geplanten Sportplätze vom gut 800 Meter entfernten Gymnasium mitgenutzt werden sollen. Die Alternative: Das Gymnasium bleibt autark, erhält seine dringend benötigten zusätzlichen Sportflächen also in direkter Nachbarschaft – entweder südlich des Kirchwegs oder auf einem Gemeindegrundstück östlich der Ahornstraße.

Rupert Franke (SPD) sprach sich mit Verweis auf den Wunsch der Schüler und Fachlehrer vom Gymnasium dafür aus, dass jede der beiden Schulen eigene Sportstätten erhält. Dafür plädierte auch Otto Bußjäger (UB). „Ich kann mir eine Sportanlage südlich des Kirchwegs vorstellen“, sagte er – wohlwissend, dass eine Bebauung des Feldes in der Bevölkerung umstritten ist.

Keinen Bedarf sieht er vorläufig für die Errichtung einer 400-Meter-Bahn an der Realschule. Die Gymnasiumsvertreter hatten zuletzt ihren Wunsch nach der Laufbahn relativiert – und die SpVgg Höhenkirchen, die damit liebäugelt, irgendwann eine Leichtathletikabteilung aufzubauen, befürchtet laut Bußjäger, dass eine Bahn so weit von der eigenen Sportanlage entfernt nicht gut angenommen wird. Zudem sei die Errichtung der 400-Meter-Bahn an der Realschule nur förderfähig, wenn die Bahn sowohl von den Realschülern als auch von den Gymnasiasten genutzt wird, ergänzte Konwitschny.

Um ausreichend Spielraum für sämtliche Varianten zu haben, hat die Rathauschefin noch einmal das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht, auf dessen Grund die Realschule gebaut werden soll. Die bis dato landwirtschaftlich genutzte Fläche an der Brunnthaler Straße grenzt im Osten direkt an das Schulgelände der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule. Bisher hat der Landwirt der Gemeinde eine Fläche von rund 33 000 Quadratmetern in Aussicht gestellt. Jetzt sind es laut Konwitschny 2000 Quadratmeter mehr, die bebaut werden könnten.

Dort soll, so sieht es der erste Konzeptentwurf eines vom Schulzweckverband beauftragten Planungsbüros vor, ein längliches Schulgebäude mit angebauter Mehrfachturnhalle sowie ein angehängtes Mensa-Gebäude errichtet werden. Außerdem sind mehrere Sportplätze geplant. Für diese Variante bräuchte man etwas über 33 000 Quadratmeter Fläche. Konwitschny glaubt aber, dass durchaus eine andere Anordnung sowie eine kompaktere Bauweise möglich ist.

Bußjäger lobte das Engagement und Verhandlungsgeschick der Rathauschefin. Dass man den Grundstückseigentümer „mit an Bord“ habe, sei ein Vorteil gegenüber der Nachbargemeinde Hohenbrunn, die mittlerweile auch um den Realschul-Neubau buhlt. „Ich sehe eine Chance, dass wir das Rennen gegen Hohenbrunn gewinnen können – und das ist die Geschwindigkeit“, sagte er.

Auch interessant

Kommentare