+
Vis á vis zur Kirche soll der Neubau entstehen.

Neubau an der Rosenheimer Strasse 

Kritik an Klotz vor der Kirche

  • schließen

Wie massiv darf eine Nachverdichtung im alten Ortskern von Höhenkirchen ausfallen? Mit dieser Frage hat sich jetzt der Bauausschuss beschäftigt. Konkret geht es um einen Neubau an der Rosenheimer Straße. schräg gegenüber der Kirche. Auf dem Areal befand sich bis vor kurzem das Restaurant „Feuer & Stein“. Das alte Gebäude soll abgerissen werden.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn– Direkt neben dem Hofgut Stürzer an der Rosenheimer Straße 6 soll nach dem Auszug des Restaurants „Feuer & Stein“ das alte, landwirtschaftlich geprägte Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Eine entsprechende Bauvoranfrage der Pöttinger Wohn- und Industriebau GmbH und Co. KG liegt der Gemeinde vor. Im Bauausschuss stellte Werner Zeitler vom Architekturbüro BZB jetzt die Planung vor.

Gewerbe, Praxen und Wohnungen

Demnach soll auf dem Grundstück ein T-förmiger Baukörper entstehen. In dem dreigeschossigen Gebäude ist im Erdgeschoss eine gewerbliche Nutzung vorgesehen, im vorderen Bereich zur Rosenheimer Straße hin sollen Wohnungen und Arztpraxen unterkommen, im hinteren Bereich nur Wohnungen. „Durch den Neubau soll der alte Ortskern aufgewertet und neu belebt werden“, sagte Zeitler. Bei der Höhe des Gebäudes – die ursprüngliche Planung sieht eine Wandhöhe von 9,50 Meter und eine Firsthöhe von 15,64 Meter vor – habe man sich an Nachbargebäuden wie dem „Alten Wirt“ oder der Kirche orientiert. Die Wandhöhe der Kirche beispielsweise beträgt 8,50 Euro, die Firsthöhe 13,90 Meter.

Die Rathausverwaltung steht dem Vorhaben kritisch gegenüber. Denn sowohl was die überbaute Fläche betrifft als auch die Geschossflächenzahl (GFZ), würde der Neubau die Gebäude in der Umgebung bei Weitem überschreiten. Vor allem der geplante Querriegel erscheint den Verantwortlichen im Bauamt in Bezug zur umgebenden Bebauung als zu dominant.

Das empfanden auch mehrere Ausschussmitglieder so. Thomas Kaiser (SPD) befürchtete, wenn man die GFZ genehmige, werde „ein Exempel statuiert“. „Das wird das dominanteste Gebäude im ganzen Straßenzug“, meinte seine Fraktionskollegin Mindy Konwitschny. Sie warnte davor, dass damit die Bedeutung der Kirche geschwächt werde. Manfred Eberhard (UB) machte sich vor allem Sorgen um die Nachbarn. Der Neubau drohe aufgrund seiner Masse das Nebengebäude „zu erschlagen“. Sowohl er als auch Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) plädierten dafür, das Seitengebäude zu verkleinern und damit optisch vom Hauptgebäude abzugrenzen.

Zustimmung unter Auflagen

Dass im Erdgeschoss des Neubaus eine gewerbliche Nutzung vorgesehen ist, fanden allerdings sowohl Eberhard als auch Peter Guggenberger (CSU) gut. Auch Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) hielt die geplante 450 Quadratmeter große Gewerbefläche für wichtig. Deshalb sprach sie sich auch dafür aus, das Nebengebäude nicht zu sehr zu verkleinern. Dass die Kirche durch den Neubau optisch ins Hintertreffen gerät, glaubt sie nicht. An der Stelle sei nun einmal „Nachverdichtung angesagt“. Ihr Fazit fiel dann auch deutlich positiver aus als dass ihrer Rathausmitarbeiter: „Die Straße verträgt die markante Überbauung.“

Guggenberger schlug letztlich vor, das gemeindliche Einvernehmen für den Neubau in Aussicht zu stellen, unter der Maßgabe, dass die Dachneigung von den vorgesehenen 31,7 auf 28 Grad reduziert wird und der Querbau um zwei Meter kürzer sowie sichtbar niedriger als das Hauptgebäude wird. Damit verringere sich auch automatisch die GFZ, betonte Guggenberger. Diesem Vorschlag stimmte letztlich die große Mehrheit im Ausschuss zu.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

24-Jährige bei Unfall in Unterbiberg schwer verletzt
Weil sie im Fußraum nach einem Feuerzeug suchte, hat eine Fahrerin in Unterbiberg einen Unfall gebaut.
24-Jährige bei Unfall in Unterbiberg schwer verletzt
Nach Unfall: Betrunkener (23) bespuckt Polizisten
Einen Sachschaden von 50 000 Euro hat ein Betrunkener am Sonntag gegen 2.40 Uhr bei einem Unfall in Markt Schwaben angerichtet. Und noch anderes mehr, berichtet die …
Nach Unfall: Betrunkener (23) bespuckt Polizisten
Mit 0,9 Promille in Oberschleißheim von der Polizei gestoppt
Nachdem er Glühwein getrunken hatte, ist ein Autofahrer bei einer Verkehrskontrolle in Oberschleißheim von der Polizei gestoppt worden.
Mit 0,9 Promille in Oberschleißheim von der Polizei gestoppt
Schüler-Prognose schockt Garching
Eine Prognose, die den Stadtrat Garching schockt: Sie sagt einen unerwartet rasanten Anstieg der Schülerzahlen vorher. Dann reichen die Schulen vorne und hinten nicht.
Schüler-Prognose schockt Garching

Kommentare