Verein ist empört über Behauptungen

Obdachloser behauptet: Burschenschaftler bedrohten mich mit einer Machete! - Alles frei erfunden? 

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Mit einer Machete und einer Eisenstange sollen Angehörige der Burschenschaft Höhenkirchen am Sonntag einen 50-Jährigen bedroht haben. Das meldete am Donnerstag das Polizeipräsidium München. Ist das wirklich passiert?

Höhenkirchen - Mit einer Machete und einer Eisenstange sollen Angehörige der Burschenschaft Höhenkirchen nach einem Streit nach einer Party des Vereins am Sonntag einen 50-Jährigen bedroht haben. Das meldete gestern das Polizeipräsidium München in seinem offiziellen Pressebericht. So jedenfalls hat es der 50-Jährige, der in einer Obdachlosenunterkunft im Ort lebt, der Polizei erzählt. Die Burschen allerdings sind empört über diese Behauptung. Das alles sei frei erfunden. 

Streit am Samstagmorgen eskalierte

Am vergangenen Samstag fand im Vereinsheim an der Sportplatzstraße die Wachhüttn-Revival-Party der Höhenkirchner Burschen statt. Nach dem Fest, am Sonntagmorgen gegen 6.20 Uhr, soll es zwischen vier Gästen, darunter auch der 50-Jährige, außerhalb des Vereinsheims zu einem Streit gekommen sein. „Das waren keine Mitglieder der Burschenschaft“, sagt Vereinsvorsitzender Markus Vollmann gegenüber dem Münchner Merkur. Worum es in diesem Streit ging, ist allerdings unklar.

Fakt ist aber wohl, dass der Obdachlose und zwei Männer, 38 und 36 Jahre alt, aufeinander losgegangen sind. Ein 39-jähriger Bekannter des Obdachlosen aus dem Landkreis Weilheim soll auch dabei gewesen sein. Dieser sei allerdings weggelaufen, als die Lage eskalierte. Es kam zu einer Schlägerei. Dabei wurden der 38-Jährige und der 36-Jährige durch Tritte und Schläge so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten. „Wir haben die Schlägerei beobachtet und sind dazwischen gegangen. Dann haben wir Polizei und Rettungsdienst verständigt“, berichtet Markus Vollmann. Bis zum gestrigen Tag haben sich die Verletzten noch im Krankenhaus befunden.

Am Sonntagnachmittag alarmierte der 50-Jährige plötzlich die Polizei. Angeblich würden Angehörige der Burschenschaft vor seiner Unterkunft stehen. Sie hätten eine Eisenstange und eine Machete dabei, würden ihn bedrohen und wissen wollen, wo sich der Weilheimer, der während der Prügelei geflüchtet war, aufhält. Als der 50-Jährige sagt, er wisse nicht, wo sein Bekannter ist, seien die Burschen wieder abgerückt. 

„Bei uns gibt es keine Selbstjustiz“

Als die Polizei vor Ort eintraf, konnten die Beamten laut Pressebericht die angeblich bewaffneten Burschen nicht mehr antreffen. „Wir waren gerade beim Aufräumen, als plötzlich sechs Polizeifahrzeuge bei uns am Vereinsheim vorgefahren sind. Wir wussten gar nicht, was los war“, sagt Vollmann. Als sie hörten, was der 50-Jährige der Polizei erzählt hatte, seien sie aus allen Wolken gefallen. Der Vereinsvorsitzende versichert: „Das stimmt alles überhaupt nicht. Woher sollen wir bitte eine Machete haben? Bei uns gibt es keine Selbstjustiz!“ Er ist entsetzt, dass die Burschenschaft mit solchen Geschichten so in Verruf gebracht werde. Und er ärgert sich, dass die Polizei so etwas veröffentlicht, das nur auf der Aussage eines Einzelnen beruht. 

Der 50-Jährige ist für die Burschen kein Unbekannter. Immer wieder sei er bei Festen im Ort dabei und würde laut Vollmann unter erheblichem Alkoholeinfluss für Ärger sorgen. Mehrfach hätten die Burschen ihn und und seinen Begleiter auch am Abend der Wachhüttn-Party gebeten, nach Hause zu gehen. 

Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an. Die Polizei hat Anzeigen wegen Körperverletzung und Bedrohung. erstattet. 

In Fürstenfeldbruck gab es dagegen im Mai unstrittig eine Attacke mit einer Machete. Ein Mann ging auf Passanten mit der Machete los, eine 33-Jährige konnte sich noch in letzter Sekunde wegducken, wie merkur.de berichtete.

Rubriklistenbild: © dpa

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