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Verlässt die Kreuz-Christi-Kirche nach nur 22 Monaten: Pfarrer Rainer Liepold.

Im Einsatz für die Evangelische Landeskirche

Pfarrer Liepold wird zum digitalen Pionier

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Er kehrt der Kreuz-Christi-Kirche in Höhenkirchen für eine ganz besondere Mission den Rücken: Pfarrer Rainer Liepold soll für die Evangelische Landeskirche eine digitale Plattform aufbauen. Es geht um Tod und Bestattung.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Gerade einmal 22 Monate sind es bei Pfarrer Rainer Liepold gewesen, die er in der evangelischen Kirchengemeinde Höhenkirchen verbracht hat. Am 5. Januar sagt der promovierte Geistliche Adieu und wechselt in die Landeskirche, wo er ein „Pilotprojekt zur digitalen Zukunft unserer Kirche.

Diese Idee habe er selbst vor vier Jahren entwickelt und versucht, die Kirchenleitung davon zu überzeugen, erzählt Liepold. Nun hat er für sein Projekt eine Sonderstelle erhalten. „Ich darf im Evangelischen Medienhaus im Umfang einer halben Pfarrstelle eine digitale Plattform aufbauen und betreuen, in der es um Sterbe-, Bestattungs- und Erinnerungskultur gehen wird“, sagt der Geistliche. „Immer mehr Menschen suchen im Internet nach Informationen, um selbstbestimmte Entscheidungen im Themenfeld Tod und Bestattung zu treffen. Sie wollen angesichts des Todes Trost, Austausch und Unterstützung finden sowie Erinnerungen an Verstorbene pflegen. Hier erweist sich das Internet im besten Sinne als ein soziales Netz.“

Dieses Thema beschäftigt Liepold schon länger. Er ist Autor eines „Bestattungskulturführers“ („Graben Sie tiefer“, Claudiusverlag) und Pfarrer, der schon lange einen Schwerpunkt in der Sterbebegleitung setzt und über 700 Menschen bestattet hat. „Damit bringe ich die notwendigen seelsorglichen und publizistischen Fähigkeiten mit.“

Aber wie passt das an sich anonyme Internet und die zentrale Aufgabe eines Pfarrers, Menschen bei ihren Abschieden liebevoll und persönlich zu begleiten sowie den Trauernden Seelsorge anzubieten, zusammen? Nach Ansicht Liepolds ist das kein Widerspruch. „Das gehört in der analogen Welt zu den besonders stark nachgefragten Kompetenzen unserer Kirche. Zukünftig wollen wir dazu auch verstärkt Angebote in den neuen Medien machen.“ Das Angebot, mit dem in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 ins Netz gegangen werden soll, heißt www.gedenkenswert.de und wird von Liepold und der Internetabteilung „Vernetzte Kirche“ zusammen konzipiert.

Trotz seiner neuen Aufgabe wird Liepold nicht ganz aus dem Südosten des Landkreises weg sein: „Da mir die Bodenhaftung in der Praxis weiterhin ein Herzenswunsch ist, bleibe ich im Umgang einer halben Stelle weiterhin als Seelsorger im Pflegezentrum „Lore-Malsch-Haus“ in Riemerling tätig.

Wehmut schwingt bei Liepold trotzdem mit. Denn die Zeit in Höhenkirchen-Siegertsbrunn empfand er als sehr beglückend. „Ich habe mich sehr über die volle Kirche bei den Sonntagsgottesdiensten gefreut, gerne und oft gelacht, über das intellektuelle Interesse in der Kirchengemeinde gestaunt und von der Konfirmanden- bis zur Seniorenarbeit nur Gutes erlebt!“ Die Kirchengemeinde sei überaus aktiv, habe eine positive Ausstrahlung.

Seine halbe Stelle – zur Unterstützung von Pfarrer Thomas Lotz – ist zur Neubesetzung ausgeschrieben. Liepold hat einen Wunsch, dass die Kirchengemeinde, „die wirklich einen liebevollen, zugewandten, fröhlichen Pfarrer verdient hat“, einen solchen auch wiederbekommt. Und eine Hoffnung hat er auch: dass es ihm niemand verargen wird, dass er diese unverhoffte Chance auch nutzt. Am 5. Januar wird Pfarrer Rainer Liepold um 10 Uhr seinen letzten Gottesdienst in der evangelischen Kreuz-Christi-Kirche in Höhenkirchen feiern.

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