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Bunte Container-Krippe auf der Gaarwiese. Dort sollen weitere Module für eine Kindergarten-Gruppe aufgestellt werden. 

Container und neues Kinderhaus in Höhenkirchen

Kinderbetreuung: Gemeinde schafft Platz

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Eine neue Kindergartengruppe und ein neues Kinderhaus: So will Höhenkirchen-Siegertsbrunn den massiven Betreuungsnotstand lindern – allerdings erst ab November.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Wie Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) den Ausschussmitgliedern erläuterte, plane die Rathausverwaltung, auf der Gaarwiese Container aufzustellen. In den angemieteten Containermodulen soll Platz für eine Kindergartengruppe geschaffen werden. Die Caritas, die auf dem Gelände an der Kramerstraße bereits eine Krippe betreibt, hat laut Mayer versichert, dass sie das notwendige Fachpersonal bereitstellen kann. Zudem habe die Containerfirma der Gemeinde eine zeitnahe Lieferung der Module schriftlich zugesagt. Dennoch wird es laut Bauamtsleiter Klaus Rieger mindestens bis November dauern, bis die Gruppe eröffnet werden kann. Schließlich müssten für die Container unter anderem Fundamente gesetzt und die Module an die Kanalisation angeschlossen werden.

Die Gemeinde hat die Fläche auf der Gaarwiese bereits gepachtet. Die Container sollen für mindestens zwei Jahre angemietet werden. Bei einer Dauer von zwei Jahren betrage der Mietpreis monatlich 3900 Euro. Ein Preis, der mehreren Ausschussmitgliedern sichtlich Unbehagen bereitete. So wollte Thomas Kaiser (SPD) wissen, ob es nicht günstiger sei, die Container von vornherein länger zu mieten. Das verneinte Rieger. Die Firma lasse in dieser Hinsicht nicht mit sich verhandeln. „Wir hatten uns sogar überlegt, die Container zu kaufen. Aber auch das war nicht möglich“, sagte der Bauamtsleiter.

Da man vor einiger Zeit bei Schulcontainern Probleme mit der Schadstoffbelastung hatte, wollten Manfred Eberhard (UB) und Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) genau wissen, ob die Raumluft in den neuen Containern unbedenklich ist. Laut Rieger gibt es eine Unbedenklichkeitsbestätigung der Firma. Das Unternehmen habe auch die Container für die Schule bereitgestellt, die letztlich unbelastet waren.

Mayer warb für die kostspielige Übergangslösung. „Wir sind dazu verpflichtet, ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen“, erinnerte sie. Da angesichts des Mangels an Fachpersonal in den bestehenden Einrichtungen momentan nicht genügend Gruppen angeboten werden können und 75 Kinder keinen Platz finden, ist die Rathauschefin für jede neue Gruppe dankbar.

Aber selbst wenn sich noch Personal findet, damit zum September im Gemeindekindergarten und in der Kindertagesstätte Pfiffikus die restlichen 50 Kinder untergebracht werden können, ist keine Entspannung in Sicht. Denn bis April 2018 müssen nach derzeitigem Stand rund 20 weitere Kinder untergebracht werden. Und bei dieser Zahl seien noch keine Zuzüge eingerechnet, wie Mayer betonte. Es wird zusätzlicher Bedarf erwartet. Denn die geplanten Neubaugebiete locken in der Regel viele Familien mit Kindern an. Die Gemeindeverwaltung geht zudem davon aus, dass in bestehende Reihenhaussiedlungen nach und nach junge Familien einziehen werden.

Deshalb soll laut Mayer auf dem Gelände der alten Brennerei an der Sigohostraße ein Kinderhaus mit Platz für zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen errichtet werden. Das Grundstück sei günstig, weil ein rechtsgültiger Bebauungsplan bestehe und somit relativ schnell gebaut werden könne. Beim Grundstück an der Wallbergstraße, auf dem ebenfalls ein Kinderhaus entstehen soll, sei man erst im Bauleitverfahren.

Mindy Konwitschny (SPD) begrüßte die Entscheidung. „Jetzt ist es wichtig, schnell zu planen“, sagte sie. Auch die Verwaltung will Gas geben: Die Planung soll noch heuer abgeschlossen und mit dem Bau im kommenden Jahr begonnen werden. Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) mahnte an, auf dem Gelände das maximale Baurecht für die Kindertagesstätte herauszuholen.

Insgesamt stimmte der Bauausschuss einmütig dafür, den Containerkindergarten auf der Gaarwiese zu errichten und empfahl dem Gemeinderat, den Bau des Kinderhauses in die Wege zu leiten. Eberhard zeigte sich allerdings angesichts der seit Jahren schwierigen Betreuungssituation unzufrieden mit der von einem Unternehmen erstellten Bedarfsprognose. „Die alte Bedarfsplanung war fehlerhaft“, gab Mayer zu. Denn dabei sei nur ein Mangel an Hortplätzen analysiert worden. Deshalb hat die Rathauschefin eine neue Analyse in Auftrag gegen lassen. Sie warnte aber im gleichen Atemzug davor, zuviel davon zu erwarten: „Wie sich der Zuzug entwickelt, ist nun einmal Kaffeesatzleserei.“

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