Die Erich-Kästner-Schule an der Brunnthaler Straße.
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Die Erich-Kästner-Schule an der Brunnthaler Straße.

Gemeinderat sauer: „Zu spät informiert“

72 Euro im Monat: Schul-Essen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn dürfte teurer werden

  • Stefan Weinzierl
    VonStefan Weinzierl
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Bei der Versorgung der Ganztagsklassen an der Erich-Kästner-Schule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn gibt es Probleme.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Wie Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) jetzt im Gemeinderat ausführte, kann die Schule mit dem derzeitigen Caterer, der das Essen liefert, sowie der bisher erhobenen Essensgeldpauschale, die die Eltern zahlen, nicht mehr kostendeckend arbeiten. Aktuelles Monatsdefizit: 4000 Euro.

Steigerung um über fünf Euro im Gespräch

Die Gemeindeverwaltung hat deshalb eine Anhebung der Essenspauschale vorgeschlagen. Bei fünf Mal Essen pro Woche soll künftig eine Gebührenpauschale von 72 Euro im Monat statt wie bisher 66,50 Euro erhoben werden. Bei vier Mal Essen pro Woche steigt der Beitrag von 56,90 Euro auf 59 Euro. Die notwendige Satzungsänderung hoben die Gemeinderäte der Dringlichkeit halber kurzfristig noch auf die Tagesordnung. Das brachte dann aber vor allem Otto Bußjäger (UB) in Rage.

Er kritisierte, dass der Gemeinderat nicht rechtzeitig über den Sachverhalt informiert worden sei. Nun fühle er sich, obwohl unvorbereitet, „zu einer Entscheidung gezwungen“. Derartige Fälle habe es in der jüngsten Zeit immer wieder gegeben. „Wir bringen Menschen gegen uns auf, weil wir uns nicht g’scheit vorbereiten“, schimpfte Bußjäger. Im aktuellen Fall würden womöglich die Eltern verunsichert.

Bei den Nachbarn in Putzbrunn ist das Essen günstiger

Seiner Meinung nach sollte man vor einer Entscheidung abklären, was das Schulessen in den Nachbargemeinden kostet. Auch müsse analysiert werden, ob womöglich Misswirtschaft Grund für das Defizit ist oder das Essen, das an die Schüler der Erich-Kästner-Schule ausgegeben wird, womöglich eine bessere Qualität hat und deswegen teurer ist. Um seine Kritik zu untermauern, legte er Zahlen der Gemeinde Putzbrunn vor. Dort sei das Essen günstiger.

Aus diesem Grund fordert er, die Entscheidung zu verschieben und erst alle offenen Fragen zu klären. Dass man bis zu einem Beschluss weiter auf dem Defizit sitzen bleibe, sei zu verschmerzen, so Bußjäger.

Zweite Bürgermeisterin nimmt Verwaltung in Schutz

Konwitschny nahm die Rathausverwaltung in Schutz. Die Schule sei erst vor Kurzem wegen des Problems auf die Gemeinde zugekommen. Damit man die Gebühren noch vor Beginn des neuen Schuljahres anpassen könne, habe man den Punkt kurzfristig behandeln wollen.

Roland Spingler (CSU) wollte wissen, wann man die Essensgeldpauschale das letzte Mal angehoben habe. Dies sei zuletzt heuer im Januar der Fall gewesen, antwortete die Zweite Bürgermeisterin. Diese Umstand sorgte bei einigen Gemeinderäten durchaus für Erstaunen. Priska Weber (SPD) warf schließlich ein, dass möglicherweise der Caterer am zu teuren Essen schuld sein könnte – zum Beispiel aufgrund schlechter Organisation. Auch diese Möglichkeit müsse geprüft werden. Letztlich sprach sich die große Mehrheit des Gemeinderats dafür aus, die Angelegenheit zu verschieben. Lediglich Peter Guggenberger (CSU) stimmte dagegen.

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