Schulstandort auf dem Prüfstand: Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob die Sanierung und Erweiterung der Erich-Kästner-Schule, ein Teilabriss mit Neubau oder ein kompletter Neubau am sinnvollsten ist. archivFoto: Sw
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Schulstandort auf dem Prüfstand: Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob die Sanierung und Erweiterung der Erich-Kästner-Schule, ein Teilabriss mit Neubau oder ein kompletter Neubau am sinnvollsten ist.

Abriss oder Neunau?

Erich-Kästner-Schule ein Fall für Gutachter

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Die Erich-Kästner-Schule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ist veraltet und es herrscht aktute Raumnot. Jetzt sollen Experten und Gutachter klären, ob es sinnvoll ist die Schule zu sanieren und zu erweitern oder ob ein Neubau wirtschaftlicher ist.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Die Zukunft der Erich-Kästner-Schule ist noch völlig offen, doch nach dem mutmaßlichen Aus für eine Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, will die Gemeinde das Thema jetzt schnell angehen - und greift jetzt schon tief in die Tasche, um die Lernsituation an der aus allen Nähten platzenden Grund- und Mittelschule mittel- und langfristig zu verbessern. So soll zum Schuljahresbeginn 2021/22 für rund 2,8 Millionen Euro ein Container-Bau auf dem Schulgelände stehen, der unter anderem Platz für acht Klassenzimmer bietet.

Container-Bau wird mit Holz verkleidet

Der Bau- und Liegenschaftsausschuss hat außerdem zugestimmt, diesen provisorischen Schulpavillon mit Holz zu verkleiden. Zudem soll eine Machbarkeitsstudie Aufschluss darüber geben, ob es sinnvoller ist, die Schule zu sanieren und zu erweitern oder gleich – möglicherweise an einem anderen Standort – neu zu bauen.

Aufzug sorgt für Barrierefreiheit

„Das Geld ist gut investiert“, befand Andrea Hanisch zu den 75 000 Euro, die die Verwaltung für die Machbarkeitsstudie ausgeben will. Dass der Container-Bau nicht nur eine Holzverschalung bekommt, sondern auch einen Aufzug, begrüßte die Behindertenbeauftragte der Gemeinde ebenso wie Gudrun Hackl-Stoll (Grüne). Letztere plädierte auch dafür, die von der Verwaltung vorgesehenen Lüftungsanlage nicht aus Kostengründen zu streichen. Die Container seien mit Sicherheit nicht so luftdurchlässig, meinte sie: „Und sollte uns das Coronavirus irgendwann wieder verlassen oder nur mehr in reduzierter Form vorhanden sein, gibt es ja noch Grippe- und andere Viren.“ Zudem bat Hackl-Stoll bei der geplanten Verschalung der Container doch darauf zu achten, dass heimisches Holz verarbeitet wird.

43 Meter langer Pavillon soll rechtzeitig zum neuen Schuljahr bezogen werden können

Der Container-Bau, von der Verwaltung auch Schulpavillon genannt, hat eine Länge von rund 43 Metern, soll knapp 15 Meter breit und über sieben Meter hoch werden. Die üppigen Dimensionen sind notwendig. Schließlich sollen darin für fünf Jahre neben den acht Klassenzimmern auch zwei Gruppenräume, ein Teamraum und weitere Nebenräume Platz finden.

Mitausschlaggebend für die Entscheidung des Gemeinderats, als Provisorium einen Container-Bau zu errichten, war der Zeitfaktor. Die Verwaltung hatte dies als schnellste Lösung präsentiert. „Schaffen wir den Container bis zum Schuljahresbeginn?“, wollte Andrea Hanisch (UB) nun von Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) wissen. Die Eltern würden sie diesbezüglich schon Löcher in den Bauch fragen. „Da sind echt Sorgen da“, betonte Hanisch.

Eine hundertprozentige Garantie wollte Konwitschny angesichts derzeitiger Lieferengpässe bei Containern nicht geben. Man habe sich aber intensiv mit dem Landratsamt abgesprochen und alles gut vorbereitet. Deshalb sollte es im Normalfall keine Probleme geben. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass es funktioniert“, so Konwitschny.

Die vorgehängte Holzfassade soll den Bau nicht nur optisch aufwerten, wie Rathausmitarbeiter Stefan Piehlmaier auf Nachfrage von Anita Reiprich ausführte, sie reduziere auch Wärmeverlust im Winter und Wärmeeintrag im Sommer. Sorgt insgesamt also für ein besseres Raumklima, wie Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) zusammenfasste.

CSU freut sich über Machbarkeitsstudie

Die CSU begrüßte vor allem, dass mit der Machbarkeitsstudie nun ihr Antrag von der Verwaltung aufgegriffen worden ist. Die Christsozialen hatten nämlich seit Längerem angemahnt, sich nicht auf eine Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule zu fokusieren, sondern auch die Möglichkeit eines Schulneubaus in Siegertsbrunn zu überprüfen. Peter Guggenberger (CSU) bat die Verwaltung noch darum, die in Aussicht stehenden Fördermittel bei allen Varianten genau zu prüfen, genauso wie die Auswirkungen auf den Verkehr und die Nachnutzungsmöglichkeiten des alten Schulgebäudes, wenn die Erich-Kästner-Schule tatsächlich an anderer Stelle neu gebaut wird.

Rathauschefin verspricht sorgfältige Analyse

Konwitschny versprach eine sorgfältige Analyse: „Ich denke, da haben wir eine hohe Verantwortung“, sagte sie. Die Leistungen, die Gutachter und Experten im Rahmen der Machbarkeitsstudie erbringen sollen, sind auch umfangreich: Erst soll das Bestandsgebäude erfasst und bewertet werden, dann in Zusammenarbeit mit Schulleitung und Schulamt unter Berücksichtigung pädagogischer Konzepte der Raum- und Flächenbedarf ermittelt werden. Im Anschluss werden verschiedene Konzepte untersucht und der jeweilige Kostenrahmen und eine Grobterminplanung ermittelt. Ehe die Machbarkeitsstudie dem Gemeinderat als Grundlage für eine Entscheidung präsentiert wird, müssen die Ergebnisse noch zusammengefasst und bewertet werden.

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