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Hübsch anzuschauen sind die Manöver der Kunstflieger, aber im Höhenkirchner Forst sorgt der Lärm für Ärger bei Anwohnern der umliegenden Gemeinden.

Im Höhenkirchner Forst

Ärger um lärmende Kunstflieger: Höhenkirchen schaltet Innenministerium ein

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Der Lärm der Kunstflieger über dem Höhenkirchner Forst sorgt bei vielen Anwohnern für Unmut. Beschwerden kommen inzwischen auch aus den Nachbarkommunen. Die Gemeinde hat jetzt das Innenministerium eingeschaltet. 

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Kunstflieger, die seit mehreren Jahren regelmäßig über dem Höhenkirchner Forst ihre spektakulären Manöver zeigen, sind Ursula Mayer (CSU) nach wie vor ein Dorn im Auge. Nachdem sich zahlreiche Bürger bei der Rathauschefin von Höhenkirchen-Siegertsbrunn über den von den Luftakrobaten verursachten Lärm beschwert haben, hat Mayer Ende vergangenen Jahres eine Unterschriftenaktion gegen die Kunstflieger gestartet und Kontakt zur zuständigen Deutschen Flugsicherung (DFS) aufgenommen. Diese sieht bisher aber nach eigener Auskunft keinen Grund, die Kunstflug-Übungsrunden über dem Höhenkirchner Forst einzuschränken oder gar zu verbieten. Deshalb hat sich die Gemeinde nun auch ans Bayerische Innenministerium gewandt. Sie will, dass sich alle Beteiligten an einen Runden Tisch setzen, um eine Lösung für das Problem zu finden.

Beschwerden auch aus  Egmating, Oberpframmern, Harthausen und Hohenbrunn

Wie Mayer betont, fühlen sich nicht nur Siegertsbrunner von den Fliegern gestört. „Bei uns melden sich auch Bürger aus den umliegenden Ortschaften wie Egmating, Oberpframmern, Harthausen oder Hohenbrunn.“ Laut der in der Rathausverwaltung für das Thema zuständigen Gemeindemitarbeiterin haben sich bis zum offiziellen Ende der Unterschriften-Aktion Ende Februar über 600 Anwohner eingetragen. Zudem würden bis heute E-Mails von Bürgern aus dem Ort und den Nachbarkommunen, die sich über die Flugzeuge beschweren, gesammelt.

Egmatings Bürgermeister: „Das ist mal ein sinnvoller Protest“

Egmatings Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU) bestätigt, dass die Kunstflugbox auch in seiner Gemeinde ein Thema ist. „In meiner Bürgersprechstunde ist regelmäßig jemand dabei, der sich über die Flieger beschwert“, sagt er. Dass sich seine Amtskollegin Mayer gegen die Luftakrobaten zur Wehr setzt, findet er gut: „Das ist mal ein sinnvoller Protest.“ Schließlich könne es nicht angehen, dass man sich als Gemeinde einerseits darum bemüht, dass die Bürger möglichst wenig Lärm machen, „und es andererseits für einige wenige solche Privilegien gibt“.

Wenigstens an Sonn- und Feiertagen sollte Ruhe sein

Mayer wäre am liebsten, dass sich die Kunstflieger einen anderen Luftraum suchen, um ihre Loopings und Pirouetten zu drehen. Sollte das nicht möglich sein, will sie zumindest die Sonn- und Feiertagsruhe gewahrt wissen. Die Flugsicherung wiederum verweist auf die geltende Rechtsgrundlage. Man dürfe keine Flugverkehrskontrollfreigabe einfach verweigern, betont Sandra Teleki, Sprecherin der Münchner DFS-Niederlassung: „Die Gemeinde kann nur auf eine freiwillige Selbstbeschränkung des Piloten hoffen.“

Doch im Rathaus von Höhenkirchen-Siegertsbrunn weiß man nicht einmal wer und wie viele Piloten den Übungsflugraum über dem Höhenkirchner Forst nutzen. Denn Namen gibt die Deutsche Flugsicherung aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht weiter.

Mayer ist sich sicher: Die Piloten fliegen nicht nur im genehmigten Übungsluftraum

Vorgehen kann man gegen den oder die Flieger nur, wenn ihnen nachzuweisen ist, dass sie sich nicht an die geltenden Bestimmungen halten. Mayer ist sich zum Beispiel sicher, dass die Piloten ihre Manöver nicht nur in dem genehmigten Übungsluftraum fliegen. Doch das muss man ihnen erst einmal nachweisen – genauso wie den Verdacht, dass sie lauter sind als erlaubt. Dazu müsste die Gemeinde erst ein teures Lärmschutzgutachten in Auftrag geben. „Doch wie soll das gehen, wenn wir im Vorfeld überhaupt nicht erfahren, wann die Flieger über dem Höhenkirchner Forst unterwegs sind?“, fragt sich Mayer.

Brief an das Innenministerium

Sie hofft deshalb, dass mit Hilfe des Innenministeriums doch noch Bewegung in die Sache kommt. Am Runden Tisch, so ihre Idee, soll mit allen Beteiligten nach einem Kompromiss gesucht werden. Im April hat die Gemeinde deshalb ans Ministerium geschrieben. Eine Antwort hat Mayer bisher noch nicht bekommen – nur den Hinweis, dass das Schreiben eingegangen sei und es in nächster Zeit bearbeitet werde.

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