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Baufällig und denkmalgeschützt: Der Gemeinderat hat sich jetzt dazu entschlossen, die alte Apotheke auf dem Ruf-Gelände sanieren zu lassen.

Weitere Ruf-Gelände-Planung liegt auf Eis:

Alte Apotheke wird saniert

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Die alte Apotheke auf dem Ruf-Gelände wird saniert. Das hat jetzt der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn beschlossen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Das Gebäude soll künftig multifunktional genutzt werden. Unter anderem könnte dort eine Kinderbetreuungseinrichtung unterkommen. Auch Wohnungen, Vereins- beziehungsweise Begegnungsräume und Büros sind dort laut Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) denkbar. Eine Architektin soll nun möglichst schnell Planungsvarianten ausarbeiten und vorlegen.

Das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude steht seit Jahren leer. „Der Zustand wir nicht besser“, befand Mayer in der Ratssitzung. Ihren Ausführungen zufolge muss unter anderem das Dach repariert, die Fenster ausgetauscht, Strom- und Wasserleitungen erneuert werden. Möglicherweise steht eine komplette energetische Sanierung des Gebäudes an. Die genauen Kosten: unklar. Bei einer groben Kostenschätzung vor Jahren war ein Betrag von 600 000 Euro ermittelt worden.

Bisher scheute man sich davor, einen konkreten Beschluss zum Gebäude, in dem ehemals die St.-Leonhards-Apotheke untergebracht war, zu treffen. Das ist auch der anhaltenden Diskussion um die Verwertung des gesamten Ruf-Geländes geschuldet. Denn über kein Projekt ist in den vergangenen Jahren so viel gestritten worden wie über die künftige Nutzung des ehemaligen Firmengeländes an der Bahnhofstraße.

Während die Gemeinde nun bei der Apotheke Nägel mit Köpfen machen will, steht die Zukunft des restlichen Ruf-Geländes weiter in den Sternen. Den Forderungen einer Bürgerinitiative entsprechend, hatte die Gemeinde zuletzt darauf hingearbeitet, das Gelände komplett zu überplanen und dort ein Familienzentrum zu eröffnen. Um Fördergelder zu erhalten, ist die Gemeinde mittlerweile im Städtebauförderprogramm und erarbeitet ein dafür notwendiges integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Den zuletzt geplanten Realisierungswettbewerb für das Areal hat der Gemeinderat aber still und heimlich beerdigt.

Wie die Rathauschefin auf Merkur-Nachfrage mitteilt, habe es mittlerweile ein „internes Treffen“ des Gemeinderates gegeben. Dabei seien die Räte, die nicht im ISEK-Steuerkreis sitzen, über die neuen Überlegungen zum Ruf-Gelände informiert worden. So gibt es beispielsweise Bedenken, ob die prognostizierte lange Bauzeit des Familienzentrums Anwohnern und Gewerbetreibenden im Umfeld zumutbar ist. Zudem stellt sich die Frage, wie sich das Bauprojekt auf die bereits angespannte Verkehrslage in der Bahnhofstraße auswirkt. Weil die Gemeinde derzeit auch kein Geld hat, um das geschätzt rund sechs Millionen Euro teure Projekt zu verwirklichen, haben die Fraktionen laut Mayer übereinstimmend beschlossen, den Realisierungswettbewerb zu kippen und abzuwarten, bis das ISEK abgeschlossen ist.

Einmütig sprach man sich nun im Gemeinderat auch für die Sanierung der alten Apotheke aus. „Es ist wichtig, dass wir jetzt anfangen“, sagte Ulrich Bug (UB). Die Planung zur Nutzung des Gebäudes müsste aber auf Grundlage des durch Bürgerbeteiligung erarbeiteten Konzepts erfolgen. Mindy Konwitschny (SPD) bezeichnete die Sanierung als wichtiges Signal an die Bürger, dass auf dem Ruf-Gelände endlich etwas vorwärtsgeht. Dass man nun die alte Apotheke in Angriff nehme, bedeute dabei nicht, dass man das Gesamtkonzept verworfen habe, stellte sie klar: „Wir ziehen jetzt einfach einen Teil des Nutzungskonzepts vor.“

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