Im dritten Anlauf segnete der Ausschuss die Pläne ab.
+
Im dritten Anlauf segnete der Ausschuss die Pläne ab.

Ehemaliger Supermarkt-Parkplatz

Neubau am Bahnhof rückt näher

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
    schließen

Der Ausschuss hat den Vorentwurf für den Bebauungsplan des Areals am Höhenkirchen-Siegertsbrunner Bahnhof im dritten Anlauf abgesegnet.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Weil langfristig am Bahnhof von Höhenkirchen-Siegertsbrunn das neue Ortszentrum mit Rathaus entstehen soll, wacht der Gemeinderat mit Argusaugen über die Entwicklung der umliegenden Flächen. Das hat auch Peter Luedicke zu spüren bekommen. Der Architekt soll für die Gemeinde einen Bebauungsplan für ein Areal entwickeln, das an der Bahnhofstraße genau gegenüber der neuen Ortsmitte liegt.

Die von ihm vorgelegten Vorentwürfe stießen bei einigen Ausschussmitgliedern wiederholt auf Kritik. Im dritten Anlauf wurde die Planung nun abgesegnet – auch wenn Dritte Bürgermeisterin Andrea Hanisch (UB) nach wie vor mit den Dimensionen der Gebäude hadert.

Eigentümer will Parkplatz bebauen

Es geht um den großen Parkplatz des Wohn- und Geschäftshauses an der Straße „Am Grenzweg“, in dem früher Tengelmann und später ein Edeka-Markt beheimatet waren. Den Parkplatz beabsichtigt der Eigentümer zu bebauen. Um auf das Bauvorhaben entsprechend Einfluss nehmen zu können, hatte die Gemeinde eine Veränderungssperre erlassen und stellt einen Bebauungsplan auf. Der in Abstimmung mit dem Grundstückseigentümer ausgearbeitete Plan ermöglicht, dass auf dem Areal ein mehrgeschossiges Punkthaus sowie ein quer stehender Riegelbau errichtet werden können – beides mit Wohnraum und Gewerbeflächen.

Diverse Anregungen der Bauausschussmitglieder hat Luedicke in den Vorentwurf eingearbeitet. So hat er das Punkthaus knapp zwei Meter zurückgesetzt, damit mehr Abstand zur Bahnhofstraße entsteht, die irgendwann umgestaltet werden soll. Zudem hat er die Höhe des Gebäudes an das Punkthaus östlich der Bahnstrecke angepasst. Die gewünschte Fassadenbegrünung der Gebäude hat er im Bebauungsplan festgesetzt.

Bürgermeisterin Konwitschny zufrieden mit Plänen

Dass zudem die Straße „Am Grenzweg“ nicht, wie geplant, begradigt wird, sondern weiter einen Bogen macht, freute die Ausschussmitglieder. Denn dadurch wird der Querriegel um sechs Meter kürzer, eine vorhandene Grünfläche bleibt erhalten. Rathauschefin Mindy Konwitschny (SPD) zeigte sich zufrieden mit Luedickes Entwurf. Auch Peter Guggenberger (CSU) lobte die Planung. „Wo soll man verdichten, wenn nicht in dieser zentralen Lage?“, fragte er.

Hanisch hingegen erneuerte ihre Kritik. „Es ist mir zu massiv“, sagte sie. Man komme dem Grundstückseigentümer zu sehr entgegen. Vor allem der Querriegel stieß ihr übel auf. Der vorhandene Grünzug, der den Parkplatz vom Fußgängerweg an der Bahnhofstraße trennt, dürfe den Neubauten nicht zum Opfer fallen. Das derzeit geltende Baurecht auf dem Grundstück lasse bereits jetzt Baukörper in der vorgesehenen Größe zu, erinnerte Konwitschny, und Luedicke wehrte sich dagegen, als Erfüllungsgehilfe des Eigentümers dargestellt zu werden. „Kein Investor hat da irgendetwas vorgegeben“, betonte er. Es sei einfach sinnvoll, bei diesem zentralen Grundstück nachzuverdichten.

Rathauschefin will Bürger miteinbeziehen

Otto Bußjäger wiederum sprang seiner Fraktionskollegin Hanisch zur Seite: „Das ist unser Wohnzimmer“, sagte er, „da dürfen wir uns nichts verbauen.“ Er regte an, das Grundstück vor einer Entscheidung noch einmal vor Ort in Augenschein zu nehmen.

Konwitschny schlug vor, mit dem Bebauungsplan-Entwurf in die erste öffentliche Auslegung zu gehen und somit die Bürger an der Planung zu beteiligen. Dann könne man immer noch Änderungen beschließen. Mit dieser Aussicht auf die Möglichkeit, späterer Einflussnahme, stimmte letztlich der gesamte Ausschuss für den Entwurf.

Der Bau- und Liegenschaftsausschuss hat beschossen zwei Straßen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ausbauen zu lassen - für eine halbe Million Euro.

Auch interessant

Kommentare