Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn prüft die Möglichkeit, mittels eines Ratsbegehrens einen Bürgerentscheid einzuleiten.
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Entscheiden letztlich die Bürger über den Realschulstandort? Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn prüft die Möglichkeit, mittels eines Ratsbegehrens einen Bürgerentscheid einzuleiten. Symbolfoto:

Rathausverwaltung spielt alle Szenarien durch

Realschule: Gemeinde bereit sich auf Bürgerentscheid vor

  • Stefan Weinzierl
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Die Bürger selbst darüber entscheiden zu lassen, wo eine Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn gebaut werden soll, ist für Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) ein Weg, die Standort-Diskussion zu beenden. Den Gemeinderat hat sie jetzt darüber informiert, dass die Rathausverwaltung die Kosten für einen Bürgerentscheid prüft.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Ungeachtet des zunehmenden Drucks von Außen hält die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn an ihrem Zeitplan fest, bis nach den Sommerferien möglichst alle offenen Fragen im Zusammenhang mit den Standortvarianten für eine neue Realschule zu klären. Erst dann soll der Gemeinderat darüber befinden, ob man den bereits gefassten Beschluss für den Realschulbau am Ortsrand neben der Erich-Kästner-Schule kippt und die Möglichkeit in Erwägung zieht, die Schule am vom Schulzweckverband favorisierten Standort am Bahnhof neben dem Gymnasium zu bauen. Das hat Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich gemacht.

Wie berichtet, hatte Vize-Landrat Ernst Weidenbusch (CSU) unlängst in der Schulausschuss-Sitzung des Kreistags sein Missfallen über dieseiner Ansicht nach zögerliche Haltung Höhenkirchen-Siegertsbrunns ausgedrückt. Gleichzeitig hat mittlerweile Hohenbrunn Bereitschaft signalisiert, ein Grundstück für die dringend benötigte Realschule bereitzustellen. Aus dem Umstand, dass Hohenbrunn mittlerweile als Alternativstandort für den Schulbau in Frage kommt, ergibt sich für Konwitschny eine ganz neue Fragestellung: „Wollen wir die neue Realschule am Ort oder nicht.“

Die Synergieeffekte beider Standorte werden analysiert

Die Rathauschefin erläuterte in der Ratssitzung, dass die Verwaltung derzeit sämtliche Daten und Fakten zum Realschulbau zusammentrage. So müsse geprüft werden, welche Synergien es bei der Campus-Lösung, also dem Bau der Realschule neben dem Gymnasium gebe, und welche Wechselwirkungen bei einer Nachbarschaft von Realschule und Erich-Kästner-Schule zu erwarten sind. Bei der Campus-Lösung könnten Gymnasiasten und Realschüler gemeinsam Sportstätten und den im Zuge des Gymnasiumsausbaus geplanten Veranstaltungsraum nutzen.

Konwitschny sieht aber auch Vorteile, wenn die Realschule neben der Erich-Kästner-Schule gebaut wird. Denn an der Grund- und Mittelschule herrscht große Raumnot. Die könnte gelöst werden, wenn man die alte Schulturnhalle aufgibt. Dann bräucht es allerdings für den Schul- und Vereinsport eine Ersatz-Sportstätte – und die winkt beim Realschul-Bau. Sollte die Realschule nicht neben der Erich-Kästner-Schule gebaut werden, müsse die Gemeinde wohl alleine die Kosten für eine neue Sporthalle stemmen.

Auch stellt sich laut Konwitschny die Frage, wie man dann das Verkehrsproblem vor Ort löst. Derzeit mangelt es nämlich an der Erich-Kästner-Schule an Parkplätzen für Eltern. Im Zuge des Realschulneubaus hätte man mit einer Stichstraße samt Wendehammer beide Schulen erschlossen und für ausreichend Parkplätze gesorgt.

Geklärt werden müssen auch die Grundstückskosten

Geklärt werden muss laut Konwitschny zudem, wie viel die Gemeinde an beiden Standorten für den Grund zahlen muss, den man für den Realschul-Bau benötigt. „Die Grundstücke gehören uns nicht“, erinnerte sie. Ferner will man für beide Standorte noch einmal die Auswirkungen auf den Verkehr analysieren lassen. Und es stellt sich laut Konwitschny, die wichtige Frage, ob nur der Gemeinderat über den Realschul-Standort entscheiden soll oder ob man die Bürger per Bürgerentscheid in die Entscheidung miteinbezieht. Der Entscheid könnte durch ein Ratsbegehren eingeleitet werden. Die Verwaltung bereitet sich derzeit auf diese Möglichkeit vor und prüft die Kosten.

Der Realschul-Standort sei jedenfalls ein Thema, das die Leute bewegt, betonte Konwitschny. Sie erhalte deshalb ständig E-Mails, Anrufe und WhatsApp-Benachrichtigungen von Bürgern: „Das zeigt, dass eine große Diskussion im Gange ist.“

In der Bauausschuss-Sitzung im September will die Verwaltung alle bis dahin eingelaufenen Informationen präsentieren. Zudem soll die Direktorin des Gymnasiums, Claudia Gantke, eingeladen werden und ihre Sicht der Dinge darlegen.Erst kürzlich hat Landrat Christoph Göbel (CSU) dem Gemeinderat bezüglich den Realschul-Frage Rede und Antwort gestanden.

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