Das neue Kinderhaus an der Ostersteigstraße in Siegertsbrunn nimmt Formen an. Dort sollen zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen in Betrieb gehen.
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Das neue Kinderhaus an der Ostersteigstraße in Siegertsbrunn nimmt Formen an. Dort sollen zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen in Betrieb gehen.

58 Plätze fehlen

Der Trend geht zum Hortplatz

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Der Bedarf wächst. Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn sieht Handlungsbedarf bei der Kinderbetreuung, besonders bei Schulkindern.

Höhenkirchner-Siegertsbrunn – Beim Schaffen neuer Kinderbetreuungsplätze darf sich Höhenkirchen-Siegertsbrunn keine Verschnaufpause leisten. Darauf lässt jedenfalls die aktuelle Bedarfserhebung schließen, die die zuständige Gemeindemitarbeiterin Patricia Lang-Kniesner im Haupt-, Sozial-, Werk- und Finanzausschuss vorgestellt hat.

Laut Lang-Kniesner warten aktuell rund 30 Kinder auf einen Krippen- oder Großtagespflegenplatz, auf der Kindergarten-Warteliste befinden sich Namen von insgesamt rund 60 Mädchen und Buben. Zwar gibt es eigentlich ausreichend Kindergartenplätze, viele davon stehen aber, weil es an Fachpersonal mangelt, nicht zur Verfügung.

Zum Betreuungsjahr 2021/22 gibt es theoretisch 185 genehmigte Krippenplätze, die Zahl der Kinder im entsprechenden Alter liegt bei 243. Somit würden, wenn jedes Kind, das einen Anspruch auf einen Krippenplatz hat, diesen auch einfordert, 58 Plätze fehlen. Im Kindergartenbereich stehen ab Herbst 498 Plätze bereit – bei 361 Kindern. Somit besteht ein Überangebot an 137 Plätzen, unter der Voraussetzung, dass genug pädagogisches Personal vorhanden ist, um alle Gruppen öffnen zu können.

„Das Problem ist nicht so krass, wie es dargestellt wird“

Plätze in der Schulkindbetreuung gibt es 2021/22 genau 331, bei 507 Kinder im Grundschulalter. Theoretisch fehlen hier also 176 Plätze, auch wenn, wie Lang-Kniesner ausführte, es derzeit keinen Rechtsanspruch für Schulkinder gibt. „Aber der kommt“, warnte die Rathaus-Mitarbeiterin – voraussichtlich ab 2025, sodass die Verwaltung auch in diesem Bereich Handlungsbedarf sieht. Zumal der Trend weg von der Mittagsbetreuung hin zum Hort geht. Eine genauere Prognose des Betreuungsbedarfs in allen Bereichen, unter anderem mittels einer Elternbefragung, will Lang-Kniesner in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Kind und Familie“ im März vorstellen.

Clive Flynn (CSU) warnte vor Panikmache. Schließlich sei die Gemeindeverwaltung von einer 100-Prozent-Belegung ausgegangen. Das verzerre den realen Bedarf. „Das Problem ist nicht so krass, wie es hier dargestellt wird“, lautete sein Fazit.

Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) rechtfertigte die Präsentation: „Wir wollten zeigen, wer alles einen Rechtsanspruch hat.“ Daraus lasse sich ableiten, wo mittel- und langfristig Nachholbedarf steht. Laut Lang-Kniesner nehmen 78 Prozent der Kinder im Krippenalter auch einen Krippenplatz in Anspruch. Und auch hier geht die Tendenz nach oben.

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