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Brauchen mehr Platz zum Üben: die Mitglieder der Blaskapelle. 

Posse um Turnhalle

Gemeinde pfeift auf Millionen-Zuschuss

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Eine Million Euro vom Bund hat sich die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn für die Mehrzweckhalle erhofft. Doch der Zuschuss würde Millionen kosten.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Wann die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn ihre Mehrzweckhalle erweitert, ist wieder völlig ungewiss. Die Hoffnung, mithilfe von Fördermitteln eines speziellen Bundesprogramms zur Sanierung kommunaler Einrichtungen schon bald mehr Platz für die Blaskapelle und andere Vereine schaffen zu können, hat sich zerschlagen. Denn um den Zuschuss zu erhalten, müsste man die Halle erst teuer energetisch sanieren. Doch dafür fehlt das Geld. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze unseres Gemeindesäckels“, warnte Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU).

In die Jahre gekommen: Die Mehrzweckhalle an der Bahnhofstraße soll erweitert werden. Aber auch eine Sanierung steht wohl in absehbarer Zeit an. 

Obwohl die Gemeinde bereits im April von der zuständigen Behörde einen Eine-Million-Euro-Zuschuss in Aussicht gestellt bekommen hat, will man den notwendigen Zuschussantrag nun nicht stellen. Einstimmig entschloss sich der Gemeinderat, andere Wege zu suchen, das Projekt zu verwirklichen. Zuvor wurde aber heftig darüber diskutiert, wie es zu dem Dilemma kommen konnte.

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Bürgermeisterin spricht von Schnellschuss

„Die ganze Situation ist einem Schnellschuss – auch von mir – zu verdanken“, gab Mayer unumwunden zu. Wie sie ausführte, hätte sich erst im Juli bei einem Gespräch mit Mitarbeitern des zuständigen Bundesinstituts herausgestellt, dass das Augenmerk der Förderung vorrangig auf der energetischen Sanierung und der Schaffung von Barrierefreiheit gelegt sei. Das eigentliche Ziel, der Anbau, sei „nur ein Zuckerl“.

Otto Bußjäger (UB), der sich als Nachrücker im Gemeinderat mit dem Thema erstmals beschäftigte, warf der Verwaltung vor, die Förderkriterien nicht richtig gelesen zu haben. Das habe dann aber der gesamte Gemeinderat damals nicht gemacht, befand Thomas Kaiser (SPD). Auch Sanierungsarchitektin Claudia Schreiber, die mittlerweile die Verwaltung in dieser Sache berät, relativierte den Vorwurf. Ihrer Ansicht nach habe man die Beschreibung des Programms durchaus so interpretieren können, dass der geplante Anbau als Schwerpunkt ausreiche, um einen Zuschuss zu erhalten.

Mindestens sieben Millionen Euro würden für Sanierung fällig

Fakt ist, das hat ein Fachbüro errechnet, dass die erforderliche Komplettsanierung der Halle samt Erweiterungsbau, aber noch ohne Fenstersanierung bei mindestens sieben Millionen Euro liegen würde. Die Gemeinde hatte ursprünglich mit drei Millionen Euro für den Anbau samt Modernisierung der Hallen-Technik gerechnet.

Weil eine Sanierung der rund 30 Jahre alten Halle laut Schreiber in absehbarer Zeit wohl sowieso ansteht, konnten sich Bußjäger und sein Fraktionskollege Manfred Eberhard anfangs vorstellen, an dem Förderprogramm festzuhalten. „Dieses Korsett will ich der Gemeinde nicht auferlegen“, betonte aber Mayer und verwies auf die strikten Vorgaben, die man einzuhalten habe, um wirklich in den Genuss des Zuschusses zu kommen. Peter Guggenberger (CSU) und auch Thomas Kaiser erinnerten zudem daran, dass die Halle derzeit ja funktioniere. „Das rechnet sich nicht für die Gemeinde“, meinte Kaiser angesichts des Verhältnisses von Fördersumme und Baukosten.

„Wir haben keinen Plan

Die Entscheidung, den Hallen-Anbau ohne das Förderprogramm zu verwirklichen, wäre den Gemeinderäten sicher leichter gefallen, hätte die Verwaltung sie bereits über alternative Fördermöglichkeiten informiert. Doch um abzuklären, ob es zum Beispiel Zuschüsse der Regierung von Oberbayern geben könnte, müsste die Gemeinde erst ein Konzept für den Anbau präsentieren. Und das gibt es, wie Mayer zum Entsetzen vieler Ratsmitglieder bekannte, nicht: „Wir haben keinen Plan.“ 

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