Pflegeschule

Keine weiteren Verhandlungen mit dem KWA

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - In Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird definitiv keine Pflegeschule entstehen. Mit 12:8 Stimmen hat sich der Gemeinderat dagegen ausgesprochen, am Ort eine solche Einrichtung zu etablieren.

Bei der Abstimmung ging es eigentlich noch gar nicht darum festzulegen, ob diese Berufsfachschule für Altenpflege am Kirchenweg gebaut werden soll. Es ging darum, dem Betreiber KWA (Kuratorium Wohnen im Alter) ein Signal zu setzen, ob er bei der Überlegung, welche Einrichtungen an diesem Standort gebaut werden könnten, weiter im Boot bleiben soll.

Doch die Mehrheit des Gemeinderates – die Fraktionen von SPD und Grünen, ein Teil der Unabhängigen Bürger (UB) und eine CSU-Rätin – lehnten ab, weitere Verhandlungen mit dem KWA zu führen: Eine Pflegeschule soll an diesem Standort nicht errichtet werden. Der Gemeinderat habe damit „eine einmalige Chance vertan“, sagte Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU).

Priska Weber (SPD), die selbst aus dem Pflegebereich stammt, hielt „unseren Ort nicht für attraktiv für solch eine Schule“. Die zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) stufte die Idee als „grundsätzlich super“ ein, zitierte aber den im Gemeinderat beliebtesten Satz: Man müsse das Credo „Pflicht vor Kür“ beachten. Eine Berufsfachschule für Altenpflege sei zwar „nice to have“, aber nicht notwendig. Dieser Meinung schloss sich Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) an. „Eine Pflegeschule ist einfach keine Pflichtaufgabe.“ Julia Leidl (SPD) glaubt nicht, „dass junge Menschen hier die Ausbildung machen möchten“, und Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) forderte, erst „ein Gesamtkonzept für das ganze Grundstück“ zu erstellen.

Die meisten Mitglieder aus der CSU-Fraktion schätzten die Lage anders ein. Hans Loidl etwa empfand eine solche Schule als „tolle Ergänzung zum Schulensemble“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Andrea Hanisch sagte: „Der Bedarf ist da. Wir haben ein eigenes Seniorenzentrum, da würde ein wunderbarer Synergieeffekt entstehen.“

Das Grundstück, um das es geht, ist rund 13 000 Quadratmeter groß. Das KWA wollte für die Altenpflege-Schule davon 2500 Quadratmeter Fläche erwerben und eventuell weitere 2500 zur Errichtung von Wohnungen für Pflegeschüler. Platz für weitere Projekte wäre also vorhanden. KWA-Vorstand Stefan Arend, der sein Anliegen schon vor einem halben Jahr der Gemeinde darlegt hatte (wir berichteten), versuchte abermals zu verdeutlichen, wie wichtig Nachwuchs in der Altenpflegebranche und wie „dringend notwendig“ eine solche Schule im Landkreis München sei. Obwohl der Standort in Höhenkirchen-Siegertsbrunn „ideal“ sei, muss sich Arend jetzt eine andere Kommune suchen, in der er die Pflegeschule bauen kann. Veronika Jordan

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