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Beengt: Die Direktorin wünscht sich für ihr Gymnasium vor allem einen Veranstaltungsraum wegen der vielen Musikensembles. Mit einem Schulcampus könnte man diesen Wunsch günstiger realisieren, als wenn die Realschule wie geplant an die Brunnthaler Straße kommt.

Landrat bringt Campuslösung wieder ins Gespräch

Kosten-Schock erschüttert Schulbaupläne

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Bis zu 125 Millionen für die Erweiterung des Gymnasiums und den Neubau einer Realschule in Höhenkirchen – angesichts dieser Zahlen stockte so manchem Vertreter im Zweckverband staatliche weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises der Atem.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Am Montagabend tagte das Gremium, in dem neben dem Landkreis die Gemeinden des südöstlichen Landkreises vertreten sind, um gemeinsam als Sachaufwandsträger für die weiterführenden Schulen in ihrem Gebiet zu planen. Und da man, wie es der Vorsitzende, Landrat Christoph Göbel, in der derzeitigen Situation „nicht mit steigenden Kommunalfinanzen rechnen“ könne, wird es wohl künftig noch intensivere Diskussionen über anstehende Kosten geben.

Dass das Gymnasium erweitert und eine Realschule gebaut wird, ist beschlossen Laut Göbel steigen die Schülerzahlen im Landkreis stetig. Gymnasien und Realschulen sind zunehmend überlastet. Wie man Erweiterung und Neubau realisieren kann und was es kostet, hat der Zweckverband von einem Planungsbüro ermitteln lassen. Fünf Varianten wurden vorgestellt.

Vorschlag Schulcampus

Die günstigste Möglichkeit wäre der Bau der Realschule neben dem Gymnasium, das erweitert wird, und die Schaffung eines Schulcampus mit neuer Dreifachturnhalle, Mensa, einem Veranstaltungsbereich und Außensportanlagen südlich des Kirchenwegs. Geschätzte Kosten, inklusive 20 Prozent Sicherheitspuffer, ohne Grundstück: etwa 103 Millionen Euro, 35 für die Erweiterung des Gymnasiums und 68 für die Realschule. Das Problem: Der Gemeinderat Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat sich bereits gegen einen Schulcampus und für die Brunnthaler Straße als Standort für die Realschule entschieden. Man fürchtet einen Verkehrskollaps am Bahnhof, zudem, so stellte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD), die auch im Zweckverband sitzt, klar, wolle man keine Bebauung südlich des Kirchenwegs.

Der Standort der geplanten Realschule und das Gymnasium Höhenkirchen.

Getrennte Standorte

Deutlich teuerer kommen die anderen Varianten, die getrennte Standorte vorsehen: Das Gymnasiums wird erweitert und erhält einen Bereich im Untergeschoss der sowohl für den Sport als auch für Veranstaltungen genutzt wird, dazu ein Rasenspielfeld südlich des Kirchenwegs. (Kosten: 34 Millionen) oder das Gymnasium erhält einen eigenen Veranstaltungssaal ohne Kombinutzung (Kosten: 41,6 Millionen). Bei beiden Varianten bekäme die Realschule am Standort an der Brunnthaler Straße eine Zweifachturnhalle, Mensa und Außensportanlagen, aber ohne 400-Meter-Bahn. Kostenpunkt: 84 Millionen. Ein anderer Vorschlag: zwei getrennte Standorte, aber eine gemeinsame Nutzung von Sportflächen mit einer Dreifachturnhalle und Außensportanlagen mit 400-Meter-Bahn an der neuen Realschule. (Kosten für Realschule dabei: 92,2 Millionen). Das Gymnasium würde dann entweder mit oder ohne Veranstaltungsbereich erweitert. (Kosten: 28,5 beziehungsweise 33,4 Millionen)

25 Millionen Euro mehr

„Dass die Trennung der Standorte so dermaßen zu Buche schlägt, hätte ich nicht vermutet“, sagte Landrat Christoph Göbel. 25 Millionen Euro mehr könne man nicht einfach so abnicken. „Ich glaube, es ist richtig, noch mal über den Schulcampus zu diskutierten.“ Das sah Mindy Konwitschny anders: Der Gemeinderat habe sich intensiv mit der Standortfrage beschäftigt und mehrheitlich für getrennte Standorte gestimmt. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, ich finde es nicht gut, noch mal auf Anfang zurückzugehen.“ Man müsse das auch aus Sicht des Zweckverbands betrachten, mahnte Göbel. Auch andere Verbandsmitglieder wie Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) „zieht es die Schuhe aus bei diesen Zahlen“. Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) hält den StandortBrunnthaler Straße für die Realschule für falsch, auch weil der S-Bahnhof zu weit weg sei. Andere mahnten an, dass eine gemeinsame Nutzung von Sportplätzen an getrennten Orten unpraktikabel sei.

Bitte um Klärung

Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) warnte, Höhenkirchen unter Druck zu setzen und so das gute Miteinander aufs Spiel zu setzen. Das will auch Göbel nicht. Dennoch schlug er vor, die Gemeinde zu bitten, zu klären, unter welchen Umständen doch eine Campuslösung oder zumindest der Bau von Sportanlagen südlich des Kirchenwegs möglich wäre. Falls die Gemeinde das weiterhin ablehnt, möchte er die Variante weiterverfolgen, die getrennte Standorte, eine gemeinsame Nutzung der Sportflächen, aber einen eigenen Veranstaltungsbereich für das Gymnasium vorsieht. Allerdings soll nur das absolut Notwendige finanziert werden. Was das ist, soll jetzt geprüft werden. Extrawünsche müsse die Gemeinde bezahlen. Die Mehrheit des Gremiums stimmte seinen Vorschlägen zu.

Aus der Gemeinde: Ein Verkehrsschild nahe dem neuen Kreisverkehr in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bringt die Anwohner auf die Barrikaden. Im Netz geht es hoch her - und nun reagieren die Behörden.

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