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Stillstand: Die Kreuzung an der Friedenseiche ist gesperrt, der Bau des Kreisels verzögert sich.

Noch vor Baubeginn

Kreisel-Baustelle in Höhenkirchen sorgt für mächtig Ärger

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Der Bau des Kreisverkehrs an der Friedenseiche in Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat noch gar nicht begonnen, da gibt es schon Ärger.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Obwohl die Kreuzung Münchner/Rosenheimer/Bahhofstraße bereits vollständig gesperrt ist, werden die Bauarbeiten nicht am Montag, 1. Juli, sondern wohl erst am 15. Juli beginnen, wie Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) jetzt im Gemeinderat verkündet hat. Grund: Das Projekt wird deutlich teurer als geplant. Das stieß so manchem Gemeinderat sauer auf. Zudem ist nicht jeder mit der Art und Weise der Beschilderung in und rund um den Ort, die auf Baustelle und die damit verbundenen Verkehrsbeeinträchtigungen hinweisen soll, einverstanden.

Kritik an Beschilderung

Manfred Eberhard (UB) kritisierte, dass – zumindest von Ottobrunn kommend – nur die Umleitung nach Egmating/Glonn ordentlich ausgeschildert sei, ein Hinweis, dass man nicht durchs Ortszentrum kommt, geschweige denn, wie man in die einzelnen Ortsteile gelangt, fehle. Deshalb würden Autos und Lkw unnötigerweise bis zum abgesperrten Bereich fahren und dann auf den Nebenstraßen durch den Ort irren.

Mayer entgegnete, man habe sich die Beschilderung nicht leicht gemacht habe. „ Landratsamt, Gemeinde, Straßenbauamt und Polizei sind stundenlang zusammengesessen“, betonte sie. So habe die Polizei davon abgeraten, innerörtliche Umleitungen auszuschildern, um nicht die dann von den Umleitungswegen betroffenen Anwohner auf die Barrikaden zu bringen. „Alle, die sich im Ort auskennen, werden ihre Schleichwege finden“, sagte Mayer. Rathaus-Geschäftsleiterin Ruth Sander wies daraufhin, dass man bei einer offiziellen Umleitung auch entsprechende Halteverbotszonen hätte ausweisen müssen. Das wäre ebenfalls zu Lasten der betroffenen Anwohner gegangen.

Gewerbetreibende haben Sorge, dass keine Kunden mehr kommen

Dass man bereits am Ortsrand auf die Sperrung im Zentrum hinweist, hätten sich die örtlichen Gewerbetreibenden verbeten, sagte Mayer. Die bangen, wie berichtet, bereits seit der durch die Wasserleitungsarbeiten bedingten Teilsperrungen der Rosenheimer Straße um ihr Geschäft. „Die Geschäfte sind leer“, bestätigte Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne), die sich deshalb zum Beispiel an den großen Warnbarken störte, die weit vor der gesperrten Zone dem Verkehrsteilnehmer kein Durchkommen signalisieren, obwohl eine Weiterfahrt bis zu den Läden möglich ist. Die Barken habe man aufgestellt, weil trotz Hinweisschildern viele Lkw bis zur Sperrung gefahren seien und dort nur unter Schwierigkeiten hätten wenden können, so Mayer. Ihr Kommentar zu dem Dilemma, alle Wünsche unter einen Hut bringen zu müssen: „Es ist nicht ganz einfach.“

120.000 Euro teurer als geplant

Schwierigkeiten hatten die Gemeinderäte auch mit der erheblichen Verteuerung des Kreisverkehr. Dem Straßenbauamt zufolge sind die Kosten von den ursprünglich geplanten rund 235 000 Euro auf knapp 357 000 Euro gestiegen. Damit erhöht sich der Gemeindeanteil auf 114 000 Euro. Das Baukosten innerhalb eines Jahres um 45 Prozent steigen, fand Roland Spingler doch „überraschend“. Er erinnerte daran, wie sich das Straßenbauamt für den Mini-Kreisel stark gemacht hatte. Da habe man wohl sehr wohlwollend gerechnet, mutmaßte er. Weil der Kreistag die zusätzlichen Ausgaben erst genehmigen musste, verzögert sich laut Mayer der Baubeginn. Sie glaubt zrotzdem, dass die Arbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen sein werden.

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