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Der Angeklagte entschuldigte sich vor Gericht bei seinem Opfer.

Tat macht fassungslos

Hinter Hecke gezerrt: Mädchen (16) von Duo missbraucht - Angeklagter nennt verstörende Details

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Vergewaltigung in Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Zum Prozessauftakt hat einer der Angeklagten Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen am Tatabend eingeräumt.

Update, 6. September, 20.39 Uhr: Angeklagter nennt verstörende Details

Über eine Erklärung, die sein Anwalt vortrug, gab der 18-Jährige aus Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) ferner an, sein Mitangeklagter, ein mutmaßlich 28-Jähriger aus Großkarolinenfeld (Kreis Rosenheim), habe im Anschluss ebenfalls gegen den Willen der 16-Jährigen mit ihr Sex gehabt. 

Er selbst habe bei der Vergewaltigung geholfen, indem er das Mädchen festgehalten habe, gab der 18-Jährige zu und entschuldigte sich für die Tat. Der Mitangeklagte, der in der Verhandlung weder sein genaues Alter angeben konnte, noch, seit wann er in Deutschland lebt, gab hingegen an, keinerlei sexuellen Kontakt mit dem Mädchen gehabt zu haben. Bei seinen Aussagen, die ein Dolmetscher übersetzte, verstrickte er sich allerdings in Widersprüche.

Erstmeldung

Höhenkirchen-Siegertsbrunn/München – Erst als ein Augenzeuge eingriff, ließen die Männer von ihrem Opfer ab und flüchteten, wurden aber wenig später von der Polizei festgenommen. Die mutmaßlichen Täter, die zum Zeitpunkt der Straftat 17 und 27 Jahre alt waren und in Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) und Großkarolinenfeld (Kreis Rosenheim) wohnten, sitzen seitdem in Untersuchungshaft. 

Sie müssen sich ab Donnerstag vor dem Landgericht München I verantworten. Sechs Prozesstage sind für die juristische Aufarbeitung anberaumt. Weil das Opfer noch minderjährig ist, wird wohl ein Teil der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen.

Ein 18-Jähriger bereits wegen Beihilfe verurteilt - auf Bewährung

Nicht vor Gericht steht ein damals 18-jähriger Afghane aus Poing (Kreis Ebersberg), der an der Tat beteiligt war. Darauf hatten unter anderem Kratzspuren am Körper hingewiesen. Wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft München I auf Nachfrage bestätigt, wurde der junge Mann bereits im Mai vom Jugendschöffengericht zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung wegen Beihilfe zur Vergewaltigung verurteilt.

Hilfeschreie weit zu hören

Das Verbrechen wenige Tage vor der Bundestagswahl schlug deutschlandweit hohe Wellen. Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, waren sowohl die drei Afghanen als auch die 16-Jährige zu Besuch in der Gemeinschaftsunterkunft der Regierung von Oberbayern am Bahnhof von Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Gegen 20 Uhr verließ die Gruppe die von der Caritas betreute Einrichtung. Nur wenige hundert Meter davon entfernt, direkt neben der Bahnhofstraße, sollen die drei Männer über das Mädchen hergefallen sein. 

Der Tatort: Hinter diesem Gebäude auf dem verlassenen Grundstück an der Carl-Orff-Straße vergingen sich die Männer an der 16-Jährigen. Direkt am Parkplatz des Edeka-Supermarkts. 

Ihre Hilfeschreie waren in der gesamten Umgebung zu hören. Bis aber die ersten Anwohner beziehungsweise Passanten zu Hilfe eilten, sollen sich bereits zwei der jungen Männer an dem Mädchen vergangen haben. Besonders tragisch: Während der Vergewaltigung war eine Polizeistreife ganz in der Nähe. Die Beamten waren zu einem Einsatz in der Asylbewerberunterkunft gerufen worden.

Die Nachwirkungen der Tat in der Gemeinde

Mittlerweile hat sich in der Gemeinde die Aufregung um den schrecklichen Vorfall gelegt. Davon gehen sowohl Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny als auch Elisabeth Oehlen vom örtlichen Arbeitskreis Asyl aus. Negative Auswirkungen auf ihre Arbeit habe der Vorfall nicht gehabt, sagt Oehlen. „Die Männer kamen ja nicht aus dem Ort.“ Und Skeptiker gegenüber Flüchtlingen habe es auch vorher gegeben. Konwitschny bedauert, dass der Prozess erst jetzt stattfindet. Ihrer Ansicht nach wäre es wirkungsvoller, wenn bei solchen Verbrechen ein Urteil innerhalb von sechs Monaten gefällt würde. „das würde allen Beteiligten eher gerecht werden“, sagt sie.

Und nicht alle Wunden sind verheilt. Caritas-Mitarbeiterin Silke Müller-Arévalo, für die Gemeinschaftsunterkunft an der Bahnhofstraße zuständig, will sich zu dem Vorfall und seinen Folgen, nicht gegenüber den Medien äußern. Nach der Vergewaltigung stand ihre Einrichtung tagelang im Blickpunkt – und in der Kritik. Zudem habe man sich mit Kamerateams verschiedener Medien als auch Hass-E-Mails herumschlagen müssen, heißt es aus dem Umfeld der Einrichtung.

Der Zeuge der Vergewaltigung schildert, was er erlebte: „Ich fühlte mich total allein. Keiner der Leute in der Nähe hat auch nur ein geringes Anzeichen von Hilfe gezeigt.“ Hier schildert er auf Merkur.de, wie er eingriff und die Täter vertreiben konnte.

Flüchtlinge müssen in Deutschland Frauen den nötigen Respekt entgegen bringen. Ohne Hysterie und Fremdenangst muss dringend nachjustiert werden, forderte Merkur-Ressortleiterin Claudia Möllers nach dem Verbrechen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn in ihrem Kommentar.

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