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Auf diesem Acker an der Brunnthaler Straße am Ortsrand von Höhenkirchen soll das neue Wohngebiet sowie ein Kinderhaus entstehen.

Gewofag will in Höhenkirchen bauen

Hier entsteht eine neue Siedlung mit bezahlbaren Mieten

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An der Brunnthaler Straße in Höhenkirchen-Siegertsbrunn soll eine neue Siedlung mit 90 Wohnungen entstehen. Die Münchner Wohnungsbaugesellschaft Gewofag will das Projekt übernehmen. Damit bietet sich auch die Chance, knapp die Hälfte der Wohnungen als sozialverträglichen Mietwohnbau zu realisieren. Der Quadratmeterpreis würde sich auf zwölf Euro belaufen und würde unter dem Mietspiegel liegen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Die Gewofag wird möglicherweise die neue Wohnsiedlung südlich der Brunnthaler Straße und westlich der Wallbergstraße errichten. Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt München stellten jetzt im Bauausschuss die Pläne für das knapp 17 000 Quadratmeter große Grundstück am Ortsrand vor. Wie Gewofag-Mitarbeiterin Doris Zoller in der Sitzung erläuterte, entscheide letztlich der Aufsichtsrat der Gewofag, dem Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) vorsteht, ob das Unternehmen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn baut. Das hängt auch davon ab, ob das Bauprojekt rentabel ist und ein moderater Mietszins gehalten werden kann. Denn die Gewofag will dort neben frei finanziertem Wohnungsbau auch sogenannten preisgedämpften Wohnraum errichten

Möglichst viel Wohnraum verwirklichen

Um das Areal, das sich in Privatbesitz befindet und auf dem die Gemeinde zudem ein Kinderhaus unterbringen will, optimal nutzen zu können, muss laut Zoller die bisherige Planung abgeändert werden. „Wir sind gehalten, möglichst viel Wohnraum zu verwirklichen“, betonte die Architektin. Neben einer geringfügigen Überschreitung des Bauraums wünscht sich die Gewofag eine Anhebung der Grundflächenzahl. Das sei notwendig, um die gemäß Stellplatzsatzung der Kommune geforderte Anzahl an Tiefgaragenparkplätzen bauen zu können. 

41 sozialverträgliche Wohnungen und 49 frei finanzierbare

So könnten die Mehrfamilienhäuser im neuen Wohngebiet angeordnet werden.

Bereitschaft signalisierte die Mehrheit der Bauausschussmitglieder dagegen hinsichtlich des Wunsches, die Firsthöhe der geplanten zweigeschossigen Mehrfamilienhäuser mit Dachgeschoss um 60 beziehungsweise 83 Zentimeter zu erhöhen und Dachgauben zuzulassen. Das sieht der Bebauungsplan, der sich derzeit noch im Verfahren befindet, bisher nicht vor. „Dann haben wir bewohnbare Dächer“, warb Zoller für die Abänderungen. Bis zu 20 Wohnungen mehr seien dadurch unterzubringen – und alle Geschosse barrierefrei, betonte die Architektin. Insgesamt,so sieht der Entwurf der Gewofag vor, sollen beim preisgedämpften Wohnungsbau 41 Wohnungen, beim frei finanzierten 49 Wohnungen entstehen.

Grünen-Fraktionssprecherin befürchtet Verkehrsüberlastung durch Zugezogene

Luitgart Dittmann-Chylla, Fraktionssprecherin der Grünen, die die Siedlung am Ortsrand von jeher abgelehnt hat, sieht die „Maximierung der Planung“ kritisch. Sie warnte angesichts der zu erwartenden enormen Zahl an Neubürgern vor einer Verkehrsüberlastung der Wallberg- und der Brunnthaler Straße, auch angesichts der Erich-Kästner-Schule, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet, und der daneben geplanten Realschule. Auch ihre Fraktionskollegin Hackl-Stoll sprach sich gegen die Änderungswünsche aus. „Ich finde es nicht toll, wenn es zum Ortsrand hin höher wird“, sagte sie. „Wir können es uns nicht leisten, dass wir die Wohnungen im Dachgeschoss aufgeben“, entgegnete Guggenberger mit Hinblick auf das Bestreben der Gemeinde, vor allem mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: „Dann hätten wir unser Ziel verfehlt.“

Preise unter dem Mietspiegel

Bezahlbaren Wohnraum im Großraum München zu finden, wird auch für Bürger mit mittleren Einkommen immer schwieriger. Deshalb setzt die Stadt München ebenso wie andere Großstädte in Deutschland neben sozial gefördertem Wohnraum vermehrt auch auf preisgedämpften Wohnraum. Dabei geht es um den Bau von frei finanzierten Mietwohnungen für Haushalte, deren Einkommen oberhalb der Einkommensgrenzen der Wohnraumförderprogramme liegen. Auf Nachfrage von Gemeinderat Manfred Eberhard (UB) erläuterte Gewofag-Vertreterin Doris Zoller, das man bei den preisgedämpften Wohnungen unter dem Mietspiegel bleiben werde. Nach derzeitigem Stand gehe man von einem Quadratmeterpreis von zwölf Euro aus. Der durchschnittliche Mietpreis in München liegt derzeit bei rund 15 Euro. Manfred Eberhard wollte wissen, ob es auch Garantien dafür gebe. Hier blieb die Stadtplanerin in Diensten der Gewofag vage. „Unser Aufsichtsrat lässt es nicht zu, dass wir mehr Miete verlangen“, sagte sie. Für rund zehn dieser preisgedämpften Wohnungen stellte Doris Koller der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn ein Belegungsrecht in Aussicht. Über wie viele der Wohnungen die Kommune genau bestimmen wird, ist noch unklar. Das muss erst noch ausgehandelt werden und wird dann vertraglich fixiert.

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