Windräder auf einem Feld
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Um den Klimaschutz vor Ort soll sich der neue Mitarbeiter kümmern. (Symbolbild)

Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn beschließt neue Vollzeitstelle

Rathaus bekommt Klimaschutz-Profi

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn schafft eine Vollzeitstelle im Rathaus für den Klimaschutz. Das hat der Gemeinderat jetzt mit großer Mehrheit beschlossen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Der sogenannte Klimaschutzmanager, für denes Fördermittel vom Staat gibt, soll verschiedene Projekte, die in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeinsparung im Ort bereits angelaufen sind, koordinieren und neue Projekte entwickeln. „Es wäre gut, wenn einmal einer komplett zuständig wäre für diese Themen“, sagte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD).

Kommune hat sich zur Klimaschutzgemeinde erklärt

Wie berichtet, hatte sich die Gemeinde erst vor Wochen auf Antrag der Grünen zur Klimaschutzgemeinde erklärt. Konwitschny hatte in diesem Zusammenhang angekündigt, dass die Gemeindeverwaltung sämtliche Forderungen der Grünen, die diese mit dem Titel „Klimaschutzgemeinde“ verbinden, prüfen wird. So hatten die Grünen unter anderem verlangt, dass im Rathaus ein Klimaschutzbeauftragter eingestellt wird und bei Beschlussvorlagen künftig die Auswirkungen auf Umwelt und Klima berücksichtigt werden.

Konwitschny gab dem Gemeinderat nun einen Überblick, welche Dinge in der Gemeinde bereits angelaufen beziehungsweise umsetzbar sind. So entwickle die Rathausverwaltung mit dem Landratsamt und der Energieagentur Ebersberg-München ein Tool, das die Auswirkungen auf das Klima prüft. Zudem soll der Gemeinderat Leitlinien für den Kommunalbau aufstellen. In diesen soll beispielsweise festgehalten werden, welche ökologischen Standards beim Bau von kommunalen Liegenschaften künftig gelten.

Die von den Grünen geforderte Teilnahme der Gemeinde am Energieeffizienz-Netzwerk im Landkreis München macht laut Konwitschny in dieser frühen Phase des Projektes noch keinen Sinn. Zumal Höhenkirchen-Siegertsbrunn bereits Teil des Energieeffizient-Netzwerks der Uni Landshut sei, wie die Bürgermeisterin erinnerte. Dieses Projekt habe erst heuer im Frühjahr seinen Abschluss gefunden. Die Ergebnisse mit Handlungsempfehlungen würden vorliegen, müssten nun abgearbeitet werden. So werde die Verwaltung dem Gemeinderat Vorschläge vorlegen. „Dann entscheiden Sie, ob mehr oder weniger gemacht wird“, sagte Konwitschny. Gleichzeitig setze man die Umrüstung auf LED-Technik fort.

CSU-Gemeinderat warnt vor „zahnlosem Tiger“

Angesichts dieser Vielzahl an Handlungsfeldern plädierte Manfred Eberhard (UB) dafür, sich einen Profi in Form eines Klimamanagers an Bord zu holen. Leonhard Karl (CSU) befürchtete allerdings, der Klimamanager könne zum „zahnlosen Tiger“ verkommen, angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde kaum Geld hat, um in den Klimaschutz zu investieren.

„Wir gehen in die richtige Richtung“, befand Rupert Franke (SPD), bemängelte aber, dass man in Sachen Klimaschutz in der Vergangenheit zu wenig getan habe. Der Klimaschutz Manager könnte auch Sachen anpacken, die liegen geblieben sind, meinte Karsten Voges (Grüne), nachdem Roland Spingler (CSU) Zweifel geäußert hatte, ob die Stelle eines Energiemanagers auch ausgelastet werde. Mit Verweis auf die Gemeindefinanzen hatte Spingler darum gebeten, „die Personalkosten im Blick zu haben“.

UB-Rat träumt vom grünen Gründerzentrum

„Es ist genügend Arbeit da“, meinte Otto Bußjäger (UB) und teilte mit dem Gemeinderat seine Vision vom grünen Gründerzentrum in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Immerhin sei „man nur eine Seilbahn-Station“ vom Forschungs- und Technologiestandort Ottobrunn mit seiner Wasserstoff- und Biogasforschung entfernt, meinte er. Bußjäger kann sich durchaus vorstellen, dass ein Gewerbepark mit Unternehmen, die auf nachhaltige Technologie und Forschung setzen, für einen Grundstückeigentümer eine attraktive Alternative zu einer Kiesgrube wären. Deshalb sei der Klimamanager „eine Investition in die Zukunft“.

Weitere Argumente für den Klimaschutzmanager zählte Konwitschny auf. Er könne Ansprechpartner für die Bürger in Klimaschutz- und Energiefragen sein und sämtliche Fördermöglichkeiten für die Gemeinde im Blick haben. „Wir haben wahnsinnig viele Fördertöpfe im Klimabereich“, sagte sie, „bei der Minimalbesetzung im Rathaus entgeht uns aber vieles.“

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