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Neuer Nachbar für die Erich-Kästner-Schule: Die neue Realschule soll neben die Grund-und Mittelschule gebaut werden. Neben den notwendigen Gebäuden (rot) sollen auch ein Großspielfeld und eine 400-Meter-Bahn enstehen.

Gemeinderat legt Standort fest

Realschule kommt: Hier soll sie gebaut werden

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Höhenkirchen-Siegertsbrunn bekommt eine Realschule. Nun hat sich der Gemeinderat entschieden, wo sie gebaut werden soll. Das ist der Standort.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Am Ende fiel das Votum eindeutiger aus, als es nach der über zweistündigen hitzigen Debatte zu erwarten gewesen war: Mit 15:8 Stimmen sprach sich die Mehrheit im Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn jetzt dafür aus, die neue Realschule neben der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule zu errichten. Dass die im Landkreis dringend benötigte Schule nach Höhenkirchen-Siegertsbrunn kommt, hatten die Gemeinderäte bereits im Juli entschieden. So umstritten wie der damalige Grundsatz-Beschluss war, so erbittert kämpften die Ratsmitglieder nun darum, den jeweils von ihren favorisierten Standort durchzubringen.

Drei Flächen kamen für den Neubau in Frage: der Standort am Kirchenweg in direkter Nachbarschaft zum Gymnasium, ein Areal neben der Erich-Kästner-Schule an der Brunnthaler Straße und ein Feld an der Hohenbrunner Straße direkt gegenüber dem neuen Gewerbegebiet. Der Gemeinderat wiederum spaltete sich – teilweise über die Fraktionsgrenzen hinweg – in zwei Lager: diejenigen, die die Realschule in zentraler Lage, direkt am Bahnhof und in unmittelbarer Nähe zum Gymnasium haben wollten, und diejenigen, die den Ortsrand und die Nähe zur Mittelschule favorisierten. Der dritte Standort wurde einhellig abgelehnt.

Umso heftiger war das Hauen und Stechen um die verbliebenen Varianten. Die Gegner des Standorts Kirchenweg kritisierten den von Rathauschefin Ursula Mayer (CSU) und der Verwaltung vorgelegten Kriterienkatalog, anhand dessen man die Vor- und Nachteile der jeweiligen Standorte genau festmachen wollte. Thomas Kaiser (SPD) hielt die Aufbereitung für subjektiv und damit unseriös. „Sie wollen hier mit aller Gewalt heute einen Beschluss fassen“, warf er der Bürgermeisterin vor. Mayer wiederum attackierte die SPD, weil Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny plötzlich einen Antrag für einen Bürgerentscheid aus der Tasche gezogen hatte, um die Bürger über die Standortfrage abstimmen zu lassen. Mayer, von diesem Schachzug wenig begeistert, schimpfte: „Sie versuchen hier, eine Bremse reinzuhauen.“ Zudem gebe es Mängel bei der Formulierung des Antrags. Die Mehrheit im Rat lehnte es dann auch ab, über den SPD-Antrag zu sprechen oder abzustimmen.

Bei der darauf folgenden Diskussion über die einzelnen Standort-Vor- beziehungsweise Nachteile ging es kaum weniger emotional zu. Die Befürworter des zentralen Standorts argumentierten unter anderem mit dem guten ÖPNV-Anschluss am Bahnhof, den möglichen Synergieeffekten mit dem Gymnasium, dem geringeren Flächenverbrauch und den niedrigeren Baukosten. Die Gegner verwiesen zum Beispiel auf die drohende Verkehrsbelastung für die Bahnhofstraße und Synergieeffekte mit der Mittelschule.

Vermeintliche Vorteile eines Standortes wurden von der Gegenseite in Sekundenschnelle in Nachteile uminterpretiert. Und umgekehrt. Ein Beispiel gefällig? Der Standort am Gymnasium sei günstig aufgrund des Umfeldes mit seinen vielen Einkaufsmöglichkeiten für die Schüler, argumentierten Mayer und Co. Genau hier sah Walter Kratschmann (AFW) einen entscheidenden Vorteil der Standorte am Ortsrand. Denn seien keine Supermärkte in der Nähe, „essen die Schüler wenigstens in der Mensa“, meinte er. Einkaufende Schüler seien aber für die Gewerbetreibenden ein Vorteil, entgegnete Andrea Hanisch (CSU).

Katharina Prorok (CSU) schlug gar vor, den Standort-Streit zu lösen, indem die Realschule neben das geplante Gymnasium in Putzbrunn gebaut wird. Für Norbert Mayer (UB) keine Alternative. In Höhenkirchen könne man die dringend benötigte Realschule am schnellsten verwirklichen, erinnerte er. Deshalb sollte man die Entscheidung für den Standort Höhenkirchen nicht revidieren. Dass sich am Ende die Befürworter des Standorts Erich-Kästner-Schule durchsetzten, frustrierte wiederum Ursula Mayer. „Ich halte das für eine fundamental schlechte Entscheidung“, lautete das Fazit der Rathauschefin.

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