+
Die erste Seniorenmesse in der Mehrzweckhalle Höhenkirchen-Siegertsbrunn mausert sich in Windeseile zum Publikumsmagneten.

Ein ganzes Jahr Vorbereitungszeit

Seniorenmesse ist eine Marktlücke

  • schließen

„Aus der Region, für die Region“ – unter diesem Motto fand jetzt die erste Seniorenmesse in Höhenkirchen-Siegertsbrunn statt. Die Rechnung des achtköpfigen, ehrenamtlichen Organisationsteams ging auf: Volles Haus an beiden Tagen, etwa 2000 Besucher kamen.

Höhenkirchen– 40 Aussteller, ein tolles Rahmenprogramm und dutzende Fachvorträge brachten den Erfolg. „Die meisten Referate waren ausgebucht, teils mussten wir noch Stühle dazu stellen“, Andrea Hanisch, Gemeinderätin, und Messeleiterin Elisabeth Oelschläger vom Ambulanten Seniorenservice Bilanz. Meist seien gleich vier Angebote parallel gelaufen. Veranstaltungsort waren hier die Räumlichkeiten der Sigoho-Marchwart-Schule, gleich gegenüber der Mehrzweckhalle.

Ernährung im Alter, Wohnformen für Senioren oder Rechtsfragen waren Themen. Wer mochte, konnte gar einen Jodelkursus beim Siegertsbrunner Meister Erich Sepp buchen und eine Schnupperstunde auf der Veeh-Harfe. Ein eingeschobenes Notenblatt zeigte, welche Saiten zu zupfen sind. Notenkenntnis ist nicht nötig, der Erfolg sofort hörbar. Ein großer Erfolg, der gerade auch jüngeres Publikum anzog, war die Trachtenmodenschau unter der Choreographie von Oksana Romanova. „Wahnsinn, was da für eine Stimmung aufkam“, erzählt Andrea Hanisch und lacht.

Zu den Höhepunkten der Messe zählte der Besuch der Tutzinger Ärztin und Autorin Marianne Koch. Mit ihrem Vortrag „Jung bleiben, auch wenn man älter wird“ eroberte sie sich die Herzen des Publikums. „Die sieht ja so aus wie auf den Fotos, dabei muss sie doch über 80 sein“, flüsterte bewundernd ein Trio gestandener Seniorinnen in den 70ern. In der Tat erfreut sich Marianne Koch, 1931 in München geboren, mit 86 iner blühenden Gesundheit. Kaum zu glauben. Gern gab sie das eine oder andere Geheimnis des Jungbleibens preis. Das Publikum hing an ihren Lippen. Klar, eine gesunde Ernährung ist Pflicht. Aber dass Softdrinks, zu viel Kaffee oder Alkohol wahre Calciumkiller sind, vielleicht nicht. Gerade Frauen sollten dies wegen der Osteoporose-Gefahr beachten, rät Koch. Gelenke seien wahre Kunstwerke der Natur, betont die Ärztin. „Bewegen Sie sich, gehen Sie spazieren!“, lautete ihr eindringlicher Appell. Dreimal wöchentlich, jeweils drei bis vier Kilometer. Das kräftige gleichzeitig den Muskelapparat, eine Win-Win-Situation. Ungern, aber mit viel Applaus wurde Marianne Koch später verabschiedet. Ein weiterer Publikumsmagnet war eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema Demenz. Angesagt hatten sich unter anderem Jürgen Hoerner, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft München und Dr. Gerhard Tiefenböck, Leitender Oberarzt im Städtischen Klinikum Neuperlach.

Mehr als ein Jahr Vorbereitungszeit liegt nun hinter dem Organisations-Team. Die Mühe hat sich gelohnt, die Messe war ein Renner. Der Anspruch der Veranstalter, dass jeder Besucher neue Ideen und Inspirationen mitnehmen möge, ging auf. „Im zweijährigen Rhythmus können wir uns wieder eine Messe vorstellen“, verspricht Hanisch. Themen könnten sein „Familie und Kids“ oder „Sport und Aktiv“. „Schaun mer mal!“, lacht die Veranstalterin.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Büroflächen sollen trotz Wohnungsnot nicht verschwinden
Sollen an der Münchner Straße in Unterhaching Büroflächen in Wohnraum umgewandelt werden? Nein, lautete die Meinung im Gemeinderat. Denn auch kleine Betriebe würden …
Büroflächen sollen trotz Wohnungsnot nicht verschwinden
Ärger um Markwort-Plakat: BR droht FDP
Die Landkreis-FDP kostet die Prominenz ihres Wahlkampf-Zugpferds Helmut Markwort ausgiebig aus – und hat deshalb nun juristischen Ärger am Hals. Denn dass Markwort mit …
Ärger um Markwort-Plakat: BR droht FDP
Südkoreaner rast mit geliehenem Sportwagen über A95 und kracht neun Mal in Mittelleitplanke
Weil er zu schnell in eine Baustelle gefahren ist, ist ein Südkoreaner auf der A 95 in die Mittelleitplanke gekracht und hat dadurch einen Unfall und eine Sperrung …
Südkoreaner rast mit geliehenem Sportwagen über A95 und kracht neun Mal in Mittelleitplanke
Investoren aus dem Ruhrgebiet verdrängen Einheimische: Hotelkette statt Traditionsfirma
Hotelprojekt statt alteingesessenes Umzugsunternehmen: Im Gewerbegebiet am Grünwalder Weg bahnt sich ein Wechsel an, den die Beteiligten unterschiedlich bewerten.
Investoren aus dem Ruhrgebiet verdrängen Einheimische: Hotelkette statt Traditionsfirma

Kommentare