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Ein von Sturm „Sabine“ zerfetztes Blechdach ist nicht das einzige Problem, mit dem die Erich-Kästner-Schule zu kämpfen hat. Um die Raumnot zu lindern, hat der Gemeinderat jetzt 1,5 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt.

Haushalt 2020 

Millionen-Betrag für Schule in Nöten

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Wie in den Vorjahren steht im Haushalt 2020 viel Geld für Investitionen bereit. Darin enthalten sind auch 1,5 Millionen Euro für die Erweiterung der Erich-Kästner-Schule.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Einstimmig hat der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn jetzt den Haushalt 2020 mit einem Gesamtvolumen von rund 45 Millionen Euro beschlossen. Darin enthalten sind auch 1,5 Millionen Euro für die Erweiterung der Erich-Kästner-Schule, die über akute Raumnot klagt. Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU), die im Januar im Hauptverwaltungsausschuss aus Protest gegen die aus ihrer Sicht zu hohe Summe den Finanzplan abgelehnt hatte, fehlte bei der Abstimmung. Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) leitete die Sitzung. 

Wie berichtet, hatte Mayer Zweifel geäußert, dass man die Summe von 1,5 Millionen Euro heuer überhaupt ausgegeben könne. Sie wollte nicht mehr als die ursprünglich vorgesehenen 220 000 Euro einstellen und forderte zuallererst eine konkrete Planung für die Erweiterung. 

„Ein Haushalt ist kein Wahlprogramm“, sagt Roland Spingler (CSU).

Mittlerweile haben sich die Fraktionen – auch nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung – auf einen Kompromiss verständigt, den Konwitschny in der Sitzung erläuterte. So werden für die Erweiterung der Schule heuer 900.000 Euro eingestellt. Kurzfristig sollen Container aufgestellt und darin Klassenzimmer untergebracht werden. Weitere 600.000 Euro hält man vor, sollte im Rahmen der Erweiterung auch ein Zukauf von Flächen notwendig sein. Im Endeffekt bleibt es also bei 1,5 Millionen Euro. „Ich bin stolz, dass wir das so hinbekommen haben“, sagte Konwitschny, die sich sichtlich freute, dass eine derartige überparteiliche Zusammenarbeit auch in Wahlkampfzeiten möglich ist. „Wir sind uns ja alle einig, dass die Raumsituation an der Schule verbessert werden muss“, versicherte auch Roland Spingler (CSU). 

So ganz überbrückt sind die Gräben aber nicht, wie weitere Bemerkungen von Spingler und seinem Fraktionskollegen Hans Loidl erkennen ließen. Dass Gemeinderatsmitglieder anfangs pauschal einfach eineinhalb Millionen Euro für die Schulerweiterung gefordert hatten, bezeichnete Loidl als „Schlag ins Gesicht“. Spingler wiederum mahnte: „Ein Haushalt ist kein Wahlprogramm.“ Manfred Eberhard (UB) hielt Loidls Wortwahl für überzogen, Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) erinnerte daran, dass es hier um das Wohl der Schüler gehe: „Das muss uns jeden Euro wert sein.“ 

kein gemeinsamer Nenner fürs Freibad

Auf gar keinen gemeinsamen Nenner kam man bei der Abstimmung über den Zuschussantrag des Naturbadvereins. CSU-Fraktionschef Peter Guggenberger sprach sich dagegen aus, dem Verein die Rechnung für die Bodenuntersuchung des Altlasten-Geländes am Hirschwinkel zu bezahlen. Er verwies auf den Grundsatzbeschluss, den Bau eines Naturbads seitens der Gemeinde nicht finanziell zu unterstützten. Eberhard argumentierte, der Beschluss beziehe sich nur auf den konkreten Bau des Bads, Konwitschny äußerte die Ansicht, der Beschluss sei in beide Richtungen interpretierbar. Sie erinnerte daran, dass auch die Gemeinde von der Bodenuntersuchung profitiert habe. Die verfüllte Kiesgrube sei zudem das einzige Grundstück gewesen, dass die Gemeinde dem Naturbadverein als Standort fürs Bad angeboten hätte. Trotzdem sei der Verein letztlich der Auftraggeber für das Gutachten gewesen, sagte Guggenberger. Mit 11:7 Stimmen sprach sich die Mehrheit des Gemeinderats letztlich dafür aus, dem Verein die Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro zu erstatten.

Eine große Baustelle hat die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn bewältigt. Doch auch höher wird gebaggert, geschweißt und gewerkelt. Welche Bauprojekte anstehe, erfahren Sie hier.

Sturmschäden ein Versicherungsfall

Für die durch Sturm „Sabine“ entstandenen Schäden an der Erich-Kästner-Schule wird wohl nicht die Gemeinde aufkommen müssen. Wie Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) im Gemeinderat berichtete, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Versicherungsfall. Man werde die Reparaturarbeiten sofort ausschreiben lassen, versprach sie einem Schüler-Vater, der sich nach dem weiteren Vorgehen erkundigt hatte. Wie berichtet, hat der Sturm am Teile des Blechdachs der Schule abgedeckt. Laut Konrektor Tanja Sommerfeld sind seit Mittwoch wieder „alle Klassenzimmer normal im Betrieb“. Wie Bauamtsmitarbeiter Hannes Kirchberger auf Nachfrage mitteilt, soll diesen Montag ein Gerüst aufgebaut werden, um das durch die Feuerwehr errichtete Provisorium durch ein stabileres provisorisches Dach auszutauschen. 

Geschäftsleute aus Höhenkirchen setzten mit zwei Dutzend prall gefüllten Müllsäcken ein Zeichen gegen die neue Kassenbon-Pflicht.Die gesammelten Zettel wollen sie an den Bundesfinanzminister schicken.

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