Umstrittene Ortsrand-Bebauung abgesegnet

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Die Bebauung eines knapp 17 000 Quadratmeter großen Grundstücks mit Mietwohnungen und einem Kinderhaus am Ortsrand von Höhenkirchen ist ein Stück näher gerückt. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung bei zwei Gegenstimmen der Grünen der dafür notwendigen Änderung des Flächennutzungsplanes zugestimmt. Bereits Anfang Februar hatte das Gremium grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans gegeben.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn– Die Änderung des Flächennutzungsplans ist notwendig, weil im aktuellen Flächennutzungsplan nur ein Teil der Fläche für eine Wohnbebauung vorgesehen ist, andere Bereiche sind als Grünfläche beziehungsweise als landwirtschaftliche Fläche dargestellt.

Für das Areal, das südlich der Bunnthaler Straße und westlich der Wallbergstraße liegt und einem ortsansässigen Landwirt gehört, hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München erste Vorschläge für eine Bebauung erarbeitet. Demnach sollen auf dem Gelände schräg gegenüber der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule Mehrfamilienhäuser mit bis zu 40 Mietwohnungen entstehen. Auch günstiger Wohnraum soll geschaffen werden. Zudem plant die Gemeinde, auf dem Gebiet ein Kinderhaus zu errichten, in dem eine Krippe, ein Kindergarten und ein Hort untergebracht werden könnten. Das Kinderhaus soll über die Brunnthaler Straße erschlossen werden, die Wohnbebauung über die Mesnerstraße.

Gegen das Bauprojekt hatte es anfangs Vorbehalte vonseiten der Grünen und der SPD gegeben. Selbst ein Fraktionsmitglied der CSU hatte sich im Rahmen einer Bauausschusssitzung Ende vergangenen Jahres aufgrund der Ausmaße gegen das Bauprojekt ausgesprochen. Nach dem das Vorhaben in der besagten Ausschusssitzung aufgrund eines Patts von 6:6 Stimmen durchgefallen war, hatten CSU, UB und AFW gegen den Beschluss aufbegehrt und erreicht, dass das Projekt noch einmal im Gemeinderat behandelt wird.

Mittlerweile hat die Gemeinde mit dem Grundstückseigentümer einen städtebaulichen Vorvertrag geschlossen. Darin verpflichtet sich der Eigentümer laut Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU), die bei der Planung des Vorhabens entstehenden Kosten zu übernehmen. Ob der Landwirt der Gemeinde den Grund für den Bau des Kinderhauses kostenlos oder zu einem vergünstigten Preis zur Verfügung stellt, sei hingegen noch nicht entschieden. „Das ist Verhandlungssache“, so die Rathauschefin auf Nachfrage des Münchner Merkur.

Dritte Bürgermeisterin Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) und ihre Fraktionskollegin stimmten in den Gemeinderatssitzungen sowohl gegen die Aufstellung des Bebauungsplans als auch die Änderung des Flächennutzungsplans. Dittmann-Chylla hält es zwar durchaus für notwendig, bezahlbaren Wohnraum – gerade für Senioren – und Platz für eine weitere Kinderbetreuungseinrichtung im Ort zu schaffen. Sie bevorzugt dafür aber eine Fläche im Ortsinneren – beispielsweise das unbebaute Grundstück an der Münchner Straße gegenüber der Aral-Tankstelle. „Für uns gilt: Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung“, sagt sie. Zudem ist sie mit den bisherigen Verhandlungsergebnissen zwischen Kommune und Grundstückseigentümer nicht zufrieden und hat eine böse Vorahnung bezüglich Bauprojekts: „Die Gemeinde wird nicht Herr des Geschehens sein.“

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