In souveräner Manier erteilte Klaus Eisenblätter (l.) die Kommandos bei der 90-Jahr-Feier der Krieger- und Soldatenkameradschaft Höhenkirchen im Juli 2011
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In souveräner Manier erteilte Klaus Eisenblätter (l.) die Kommandos bei der 90-Jahr-Feier der Krieger- und Soldatenkameradschaft Höhenkirchen im Juli 2011

Nachruf

„Wohlverdienter Platz im Himmel“: Vereine trauern um Klaus Eisenblätter (83)

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Er war bei der Feuerwehr, in der Soldatenkameradschaft und im Schützenverein: Überall beschrieben sie Klaus Eisenblätter als zuverlässigen Experten. Nun ist er im Alter von 83 Jahren gestorben.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – „Ehrenparade, stillgestanden.“ Wie oft mag Klaus Eisenblätter dieses Kommando wohl gegeben haben? Ihm selbst, der nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren im Kreise seiner Lieben verstorben ist, bleibt dieser Dienst verwehrt. Pandemiebedingt können die Fahnenvereine dem beliebten Höhenkirchner nicht die letzte Ehre erweisen, wie sie es sonst sicher gerne getan hätten.

Vor allem die Krieger- und Soldatenkameradschaft hat ihm viel zu verdanken, war er doch 24 Jahre lang stellvertretender Vorsitzender und zuvor noch Beisitzer. Ja, heuer hätte das Ehrenmitglied sogar noch die Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft erfahren. 2011 gehörte er dem Festkomitee an, als es galt, die 90-Jahr-Feier des Vereins auszurichten. In souveräner Manier erteilte er auch hier wieder die Kommandos für die Ehrung der Gefallenen und Vermissten, wie er es auch viele Male – vor allem bei Beisetzungen – sonst auch tat. „Mit Klaus Eisenblätter verliert die Krieger- und Soldatenkameradschaft einen liebenswerten und treuen Kameraden, der sich, wann immer es nötig war, für unseren Verein mit seiner ganzen Kraft und Persönlichkeit eingesetzt hat“, stellt der heutige Vereinsvorsitzende Fritz Schatz fest. Sein Wissen fand immer dankbare Abnehmer, kannte er doch den Verein wie kaum ein Zweiter.

„Schon bald hatte er sich aufgrund seiner Fähigkeiten einen Namen gemacht“

Geboren wurde Eisenblätter 1937 zwar im Brandenburgischen Neuruppin; durch die Kriegswirren ist die Familie aber nach Höhenkirchen gekommen. Sein Vater Willi war selbst in verantwortlicher Person in der Krieger- und Soldatenkameradschaft (1956 bis 1962 Vize, 1962 bis 1974 Vorsitzender), seine Mutter Luise die rechte Hand des Kassiers (Hilfskassiererin und „Vereinsdienerin“) und einzige Frau im Verein. Vereinstreue und -wirken sind Klaus Eisenblätter wohl irgendwie in die Wiege gelegt worden.

1979 trat er der Schützengesellschaft Frohsinn 1884 Höhenkirchen bei. Schützenmeister Rudolf Pauli spricht von einem Kameraden, der ob seiner Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sehr geschätzt worden sei. „Sein besonderes Interesse galt dem Zimmerstutzen-Schießen, das er stets umsichtig und engagiert begleitet hat“, sagt Pauli. Und auch die Feuerwehr ist um einen verdienten Mitmenschen in ihren Reihen ärmer. Klaus Eisenblätter trat zu Beginn des Jahres 1973 der Wehr bei. „Schon bald hatte er sich aufgrund seiner Fähigkeiten einen Namen bei den anderen Kameraden gemacht und war – wann auch immer – sofort zur Stelle, um Hilfe zu leisten“, berichtet der Vereinsvorsitzende Robert Loborec. „Klaus war nie ein Feuerwehrler, der nach Ruhm, Ehre und Dienstgrad strebte, sondern ein Feuerwehrmann, der durch seine Schaffenskraft und sein Können auffiel. Ihm war es egal, wie viele Streifen er an seiner Uniformjacke hatte, er trug sie immer mit Stolz im Zeichen der Höhenkirchner Feuerwehr.“

„Unerschütterlicher Humor“

Altersbedingt schied Eisenblätter Ende 1998 mit dem Dienstgrad eines Hauptfeuerwehrmannes aus, blieb aber seiner Feuerwehr treu. Wann immer es ihm möglich war, kam er zu den verschiedensten Anlässen und Feiern zur Feuerwehr und „trug mit seinem unerschütterlichen Humor zu manch geselliger Runde bei“.

Zum 80. Geburtstag war auch die Wehr noch zum Gratulieren bei Klaus Eisenblätter, wie viele andere auch. Doch dann wurde es aufgrund seiner Krankheit immer stiller um ihn. Liebevoll kümmerte sich seine Familie um ihn, vor allem seine geliebte Ehefrau Anni. Nicht nur Loborec ist sich sicher, dass Klaus Eisenblätter „nun seinen wohlverdienten Platz im Himmel bekommen“ habe und ein Auge auf alle werfe, die ihn geliebt und geschätzt haben. Ein Familienmitglied, Freund und Kamerad ist gegangen, der bei vielen Menschen in bleibender Erinnerung bleiben wird.

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