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Die beiden Angeklagten (links und rechts), in der Mitte der Dolmetscher. 

Zwei Afghanen vor Gericht

Vergewaltigungs-Prozess: Angeklagter ohne Emotionen

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Der eine redete sich um Kopf und Kragen, der andere räumte über seinen Anwalt eine Teilschuld ein: Gestern hat vor der Jugendkammer des Landgerichts München I der Prozess gegen zwei Afghanen begonnen, die im Herbst vergangenen Jahres nahe des Bahnhofs von Höhenkirchen-Siegertsbrunn ein damals 16 Jahre altes Mädchen vergewaltigt haben sollen.

Höhenkirchen-Siegersbrunn - Wie die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt darlegte, sollen die Angeklagten, ein 18-Jähriger aus Germering und ein mutmaßlich 28-Jähriger aus Großkarolinenfeld, am Abend des 15. September in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Bahnhofstraße unter anderem mit dem späteren Opfer Alkohol und Drogen konsumiert haben. Später soll die Gruppe die Unterkunft verlassen haben. Dem 18-Jährigen wird nun vorgeworfen, den Zustand der betrunkenen und unter Drogeneinfluss stehenden 16-Jährigen ausgenutzt zu haben. Bereits in der Einfahrt eines Wohn- und Geschäftsgebäudes soll es zu einem ersten Übergriff gekommen sein, bei dem der Angeklagte vor dem Mädchen sein Glied entblößte. Nur wenige Meter weiter soll der Schüler die 16-Jährige auf ein ehemaliges Firmengelände gezerrt und zu Boden geschubst haben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt soll der zweite Angeklagte dazugestoßen sein. 

Jüngerer Angeklagter bittet um Entschuldigung

Obwohl das Mädchen sich wehrte, sei das Duo über sie hergefallen. Beide Angeklagte sollen die 16-Jährige am Boden festgehalten und vergewaltigt haben. Laut Anklageschrift hat sie der 18-Jährige zudem geschlagen und gewürgt. Erst als ein Passant eingeschritten sei, hätten beide vom Opfer abgelassen. In der Erklärung, die der 18-Jährige über seinen Anwalt vortragen ließ, gab er zu, sich dem Mädchen auf offener Straße sexuell genähert zu haben. Er sei davon ausgegangen, dass die 16-Jährige nichts dagegen habe. Wenig später sei es zum Geschlechtsverkehr gekommen. Gegen den Willen des Mädchens habe sich dann der Mitangeklagte an ihr vergangenen. Der Germeringer räumte ein, dabei geholfen zu haben. Er bedauere mittlerweile seine Tat und bitte um Entschuldigung, hieß es in der Erklärung. 

Richter bezichtigt Angeklagten der Lüge

Der Mitangeklagte wiederum gab zwar zu, in der Gemeinschaftsunterkunft mit dem Mädchen, dem Germeringer und weiteren Personen drei Flaschen Jack Daniel’s geleert und gekifft zu haben. Danach habe er sich aber unwohl gefühlt und sei in einen Park gerannt, wo ihn die Polizei wenig später aufgegriffen habe. Glauben wollte diese Version aber weder der Staatsanwalt noch der Vorsitzende Richter Stephan Kirchinger. Der junge Mann, der nach ärztlichem Gutachten zum Tatzeitpunkt mindestens 21 Jahre alt war und bei der ersten Vernehmung sein alter mit 27 Jahren angegeben hatte, konnte nun in der Verhandlung weder gesicherte Angaben zu seinem Alter, noch zu seinen Familienverhältnissen machen und verwickelte sich bei fast jeder Aussage in haarsträubende Widersprüche. „Was man bei Ihnen auch hinterfragt, man erntet Lügen“, fasste Kirchinger sichtlich frustriert zusammen. 

„Es sind so viele Mädchen in München unterwegs“

Der Hinweis des Staatsanwalts, dass am Tatort ein Kondom mit DNA-Spuren von ihm und dem Opfer gefunden wurde, brachte ihn ebenso wenig aus der Ruhe, wie die Tatsache, dass er einen Zeugen für seine Version aufführte, der bereits selbst im Zusammenhang mit der Vergewaltigung verurteilt worden ist (wir berichteten) und ihn schwer belastet. Dass auch am Penis des 18-Jährigen DNA-Spuren von ihm gefunden wurden, begründete der Großkarolinenfelder damit, dass beide bereits am Vormittag mit einem Mädchen geschlafen hätten. Auf Nachfrage des Staatsanwaltes, wer dieses Mädchen sei, meinte der Angeklagte nur: „Das weiß ich nicht mehr. Es sind so viele Mädchen in München unterwegs.“ Der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts wird nächste Woche fortgesetzt. Dann soll unter anderem die 16-Jährige unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen. Angesetzt sind vorerst sechs Verhandlungstage. Ein Urteil wird Mitte Oktober erwartet.

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