Kinderbetreuung in Fahrenzhausen war bislang im Vergleich zu anderen Kommunen günstig. Jetzt zieht man nach. dpa
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In der Bahnhofstraße

Neue Großtagespflege: Villa Glückskind darf wachsen

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Eine weitere Gruppe eröffnet die Großtagespflege Villa Glückskind in ehemaligen Gewerberäumen an der Bahnhofstraße. Der Gemeinderat hat der Erweiterung zugestimmt.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Die Großtagespflege Villa Glückskind eröffnet in ehemaligen Gewerberäumen an der Bahnhofstraße 7 eine weitere Gruppe. Der Gemeinderat hat der Erweiterung zugestimmt. Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) wird ermächtigt, eine Kostenübernahmevereinbarung mit der Einrichtung abzuschließen. Zudem hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Kommune die Mietkosten bis zu einer Höhe von 20 000 Euro jährlich übernimmt und für Erstausstattung und Umbau die gleiche Summe bereitgestellt.

In der neuen Gruppe sollen zehn Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren betreut werden. Derzeit betreibt die Einrichtung eine Großtagespflege in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Saglerstraße. Dort werden Mädchen und Buben im Alter von bis zu drei Jahren betreut.

„Ladenflächen sind schon seit Jahren schwierig zu vermieten“

Roland Spingler (CSU) fand die Idee, eine zweite Gruppe zu eröffnen, grundsätzlich gut, verspürte aber wegen der Örtlichkeit „ein bisschen Bauchschmerzen“. Er vermisst am Standort – ebenso wie Julia Leidl (SPD) – Spielplatz und Garten. So gebe es wenig Auslaufmöglichkeiten für die Kinder. Zudem werde auch in diesem Fall nun eine frei werdende Einzelhandelsfläche umgenutzt. Das habe es zuletzt wiederholt geben, erinnerte Spingler und warnte vor einem „schleichenden Prozess“. Er schlug deshalb eine Interimslösung vor: Die Villa Glückskind solle die Räumlichkeiten nur vorübergehend nutzen und sich langfristig einen anderen Standort suchen, im Anschluss die Räume wieder als Ladenflächen zur Verfügung stehen.

Konwitschny gab Spingler insofern recht, dass es an der Bahnhofstraße wichtig sei, auf die ausgewogene Mischung von Wohnen und Gewerbe zu achten. „Diese Ladenflächen sind schon seit Jahren schwierig zu vermieten“, meinte sie zum konkreten Fall. Die Bürgermeisterin erhofft sich durch die Kindertagesstätte eine Belebung für die umliegenden Einzelhandelsgeschäfte, wenn Eltern beim Hinbringen oder Abholen ihrer Zöglinge, auch etwas in den Läden einkaufen.

Spezielle Bedingung für Förderung

Einen negativen Effekt durch die neue Gruppe der Villa Glückskind für das Kinderhaus an der Ostersteigstraße, das sich derzeit noch im Bau befindet, aber nach den Sommerferien eröffnet werden soll, sieht Konwitschny nicht. Denn einige Träger im Ort könnten wegen Personalmangels nicht alle Gruppen aufmachen, sodass es genügend Kinder gebe, die einen Betreuungsplatz benötigten.

Allerdings wies die Gemeindeverwaltung auf eine Besonderheit hinsichtlich der Betreuungsplätze in einer Großtagespflege wie der Villa Glückskind hin, über die die Einrichtung die betroffenen Eltern schriftlich aufzuklären habe: Die Aufnahme eines Kindergartenkindes in einer Großtagespflege erfüllt nämlich – im Gegensatz zu Krippenkindern – nicht den Rechtsanspruch. Deshalb würden Eltern, deren Kinder älter als drei Jahre sind, auch nicht die Beitragsforderung des Freistaats in Höhe von monatlich 100 Euro erhalten.

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