Blick auf den Eingang der Großtagespflege „Villa Glückskind“. Sie ist momentan in diesem Gebäudekomplex an der Saglerstraße untergebracht.
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Kein idealer Standort für eine Kindertagesstätte nach Ansicht der Rathausverwaltung: Die Großtagespflege „Villa Glückskind“ ist momentan in diesem Gebäudekomplex an der Saglerstraße untergebracht.

Einrichtung will Angebot erweitern – Betreuung von Hortkindern denkbar

„Villa Glückskind“ sucht woanders das Glück

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Eine Erweiterung der Großtagespflege „Villa Glückskind“ ist vom Tisch – zumindest am derzeitigen Standort an der Saglerstraße. Womöglich zieht die Kinderbetreuungseinrichtung aber auf absehbare Zeit um und hat dort die Möglichkeit, eine weitere Gruppe zu eröffnen. Dritte Bürgermeisterin Andrea Hanisch, die für die Unabhängigen Bürger (UB) den Antrag auf Erweiterung der Kindertagesstätte gestellt hatte, zog diesen jedenfalls jetzt im Sozialausschuss zurück.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Wie berichtet, betreuen derzeit die Erzieherinnen der „Villa Glückskind“ in einer Gruppe zehn Kinder im Alter von bis zu drei Jahren. Weil die Leiterin genug Personal an der Hand hat und gerne auch eine Betreuung für Kindergartenkinder anbieten möchte, war der Gedanke aufgekommen, die Großtagespflege um eine weitere Gruppe zu erweitern. Dafür hätte die Einrichtung gerne die Räume in dem Wohn- und Geschäftshaus benutzt, in denen derzeit das Kommunalunternehmen der Gemeinde beheimatet ist.

Betreuungsplätze für Drei- bis Sechsjährige: Gemeinde sieht keinen weiteren Bedarf

Wie Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) in der Sozialausschusssitzung ausführte, sieht die Gemeinde derzeit aber „keinen Bedarf“, eine weitere Betreuungsgruppe im Kindergartenbereich zu eröffnen. Denn theoretisch gebe es in den Betreuungseinrichtungen im Ort ausreichend Kindergartenplätze, zumal im September mit der Eröffnung des Kinderhauses an der Ostersteigstraße weitere 50 Kindergartenplätze geschaffen werden. Dass trotzdem derzeit rund 60 Mädchen und Buben im Kindergartenalter auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz stehen, hänge mit dem fortdauernden Mangel an Fachkräften zusammen.

Laut Hanisch ist die „Villa Glückskind“ aber durchaus bereit, sich den Bedürfnissen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn anzupassen. So verfüge die Einrichtung auch über das Personal, eine Betreuung für Hortkinder zu ermöglichen, betonte sie. Gerade dort sieht die Gemeindeverwaltung in den nächsten Jahren dringenden Handlungsbedarf.

Derzeitiger Standort bietet Konfliktpotenzial

Eine Erweiterung der „Villa Glückskind“, wie auch immer sie aussehen mag, ist aus Sicht der Gemeindeverwaltung aber nicht am derzeitigen Standort sinnvoll. Zu groß sei das mögliche Konfliktpotenzial mit Mietern und Eigennutzern. „Schließlich gibt es nebenan auch noch ein Restaurant“, erinnerte Konwitschny.

Doch wie die Rathauschefin erläuterte, besteht die Leiterin der Einrichtung überhaupt nicht auf einer Erweiterung an der Saglerstraße. Nach Hanischs Informationen steht sie in Verhandlungen mit einem Gebäudeeigentümer, sodass sich ein Umzug abzeichnet. Herbert Reisnecker (SPD) brachte in diesem Zusammenhang das alte Siegertsbrunner Feuerwehrhaus als möglichen Standort für eine Betreuungseinrichtung ins Spiel. Denn das Gebäude an der Bahnhofstraße würde, sobald die Siegertsbrunner Brandhelfer zum Jahreswechsel in ihr neues Feuerwehrgerätehaus einziehen, leer stehen und auf eine neue Nutzung warten. Über die Nachnutzung des alten Feuerwehrhaus wolle man sich demnächst Gedanken machen, kündigte Konwitschny daraufhin an.

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